ProjektmanagementAus schlechten Projekten das Beste machen

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Schlecht laufende Projekte werden abgebrochen oder versanden. Doch damit sind Investitionen und Ergebnisse verloren. Es gibt Maßnahmen, um aus diesen Projekten noch das Beste zu machen.
erschienen: 18.02.2015
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Nicht immer ist der komplette Abbruch eines Projekts, das einen für das Unternehmen schlechten Verlauf genommen hat, sinnvoll. Zum einen wurden bereits Ressourcen aufgewendet, zum anderen hat jedes Projekt auch mit persönlichen Interessen, mit einem Gesichtsverlust der Beteiligten oder mit Machtspielen zu tun.

Bei vorzeitigem Projektabbruch sollten die dafür Verantwortlichen also bedenken, welche Nebenwirkungen für das Unternehmen, die Mitarbeiter und das Betriebsklima damit verbunden sind. Es braucht deshalb eine Kommunikationsstrategie und transparente Regeln, wie Projekte bewertet und wann sie beendet werden. Genauso muss den betroffenen Mitarbeitern vermittelt werden, warum und in welcher Form ein schlecht laufendes Projekt neu ausgerichtet, angepasst oder weiterverfolgt wird.

Maßnahmen für die Weiterverfolgung des Projekts

Nimmt ein Projekt einen schlechten Verlauf und lassen sich die Ursachen dafür nicht ändern, sollten so viele Projektergebnisse wie möglich gerettet werden. Mit einigen Änderungen kann es sogar fortgeführt werden. Selbst aus dem schlechtesten Projekt lassen sich noch hilfreiche Lehren ziehen. Je nach Ursachen können unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein:

  • Austausch des Projektleiters, weil die Kompetenzen des bisherigen nicht ausreichten.
  • Änderung der Zusammensetzung des Projektteams, weil andere Mitarbeiter durch ihre Kompetenzen das Projekt oder die Ergebnisse noch retten können.
  • Anpassung oder Reduzierung der Projektziele, um wenigstens diese zu erreichen.
  • Zerlegung des Projekts in Teilprojekte, die dann einzeln durchgeführt werden und deren Erfolgswahrscheinlichkeit größer ist.
  • Zusammenlegung des Projekts mit einem anderen Projekt oder Zuordnung zu einem anderen Projekt als Teilprojekt, um die Ziele und Inhalte beider Projekte enger aufeinander abzustimmen.
  • Formale Unterbrechung des Projekts und späteres Wiederaufgreifen, um die bisherigen Projektergebnisse zu nutzen.
  • Neustart des Projekts, gegebenenfalls mit anderen Personen, Budgets, Zeitvorgaben, Inhalten und Zielen.

In jedem Fall sollten die gewählten Maßnahmen für alle Betroffenen transparent und nachvollziehbar sein. Es geht um eine gute Lösung für das Unternehmen – und letztlich um einen selbstverständlichen Vorgang, weil jedes Projekt das Risiko des Scheiterns in sich trägt.

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