Recruiting12 Gebote fürs Erstellen einer Stellenanzeige

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Stellenanzeigen sollen Bewerber persönlich ansprechen und den zu vergebenden Job attraktiv darstellen.
erschienen: 23.07.2015
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Stellenanzeige als glaubwürdiges Angebot formulieren

Stellen Sie sich Ihren Wunschkandidaten vor mit allem, was ihn auszeichnet und was ihn um- und antreibt. Schreiben Sie ihn persönlich an und laufen Sie ihm nicht mit stereotypen Floskeln wie etwa „spannende Position“ hinterher. Gehen Sie ihm stattdessen mit einem glaubwürdigen Angebot entgegen.

Aus der Stellenanzeige eine persönliche Einladung machen

Die Stellenanzeige ist die Einladung an Ihren idealen Kandidaten zu einem Vorstellungsgespräch. Daher sollte der Kandidat so viel wie möglich von dem, was Sie ihm als Arbeitgeber über Ihr funktionales Angebot hinaus zu bieten haben, aus der Einladung herauslesen können. Alle Menschen wollen mit Menschen zu tun haben, in deren Gegenwart sie sich wohlfühlen. Schaffen Sie also eine Atmosphäre des Zutrauens.

Den Bewerber wichtig nehmen

Verwenden Sie keine Begriffe oder Aussagen, die Bewerber und die Stelle von vornherein abwerten. Beispiel: „Wir suchen eine Teamassistenz“. Eine Assistenz jedoch ist eine Funktion, kein wertgeschätzter Mensch. Drücken Sie stattdessen aus, dass der kommende Mitarbeiter wichtig fürs Unternehmen ist.

Ganze Sätze formulieren

Lassen Sie den Bewerber nicht mit zusammenhanglosen Stichworten allein. Beispiel: „Funktion als Ansprechpartner im Werk – Change Management – Bearbeitung von Kundenreklamationen“. Formulieren Sie Ihre Sätze stattdessen aus. Bewerber sollen nicht erst umständlich rätseln müssen, was Sie eigentlich sagen wollen.

Mehrwert der Stelle vermitteln

Der Bewerber erwartet, dass ihm der neue Arbeitsplatz mehr bietet als sein jetziger. Wichtigstes Argument der Stellenanzeige ist also der Mehrwert dieses Arbeitsplatzes. Der Text der Anzeige muss diesen gebührend herausstellen. Überlegen Sie, wie Sie den Mehrwert darstellen können, den ein Mensch mit den gesuchten Kenntnissen dem Unternehmen bringt. Das werden Ihre stärksten Argumente sein – und die gehören im Anzeigentext ganz nach vorne.

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Jobprofil schärfen

Der Leser von Stellenanzeigen vergleicht die Stellenangebote einerseits mit seinem jetzigen Arbeitsplatz, andererseits mit anderen Stellenangeboten. Wenn Sie herausfinden, was an Ihrem Angebot das Besondere ist und was es von anderen Angeboten unterscheidet, können Sie Ihr Jobprofil entsprechend schärfen.

Aufgaben der zu besetzenden Stelle kennen

Viele Verfasser von Stellenanzeigen wissen nicht wirklich, was an dem Arbeitsplatz, den sie beschreiben, geschieht. Sie wissen nicht, was die Aufgabe ausmacht. Doch nur das, was Sie verstehen und kennen, können Sie auch überzeugend beschreiben. Fragen Sie deshalb andere Kollegen, die das gleiche Stellenprofil haben, nach ihrer Arbeit.

Stellenziel formulieren

Für die Mehrzahl der Leser von Stellenanzeigen ist die Aufgabe wichtiger als das Anforderungsprofil. Viele Stellenanzeigen erschöpfen sich jedoch in einer unsortierten und beziehungslosen Liste von Tätigkeiten. Der Leser fragt sich: Was ist meine Aufgabe?

Machen Sie das Stellenziel deshalb zu Ihrem Angebot: Warum ist diese Position notwendig? Was soll am Ende herauskommen? Mit der Formulierung des Stellenziels im ersten Satz der Aufgabenbeschreibung erhält der Leser eine Zusammenfassung der Information und kann dann entscheiden, ob er sich auf Detailinformationen einlässt.

Bewerber vermitteln, warum er was können soll

Das Anforderungsprofil sollte eines der Hauptkriterien in der Entscheidung für eine Bewerbung sein. Der Leser soll nicht nur verstehen, was er wissen und können muss, sondern auch, warum er es können muss und an welcher Stelle er es gewinnbringend einsetzen kann. Daher müssen sich Anforderungsprofil und Aufgabenbeschreibung aufeinander beziehen. Anhand der Tätigkeiten muss nachvollziehbar sein, warum bestimmte Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten verlangt werden.

Jobtitel als Verkaufstitel formulieren

Mit dem Jobtitel entscheidet sich, ob Ihre Anzeige überhaupt beachtet wird. Er ist der Verkaufstitel Ihres Angebots und sollte schon alles enthalten, was die Stelle auszeichnet. Ihr Jobtitel sollte sich idealerweise von anderen Jobtiteln durch ein wesentliches Argument unterscheiden. Verzichten sie also auf die internen Bezeichnungen aus dem Stellenplan, um die richtigen Kandidaten anzulocken.

Sich als Arbeitgeber vorstellen

Bewerber möchten nicht nur ihre Aufgabe kennenlernen, sondern auch das Arbeitsumfeld, Werte und Kultur oder Standort und Größe Ihres Unternehmens. Liefern Sie keine abstrakten Informationen aus dem Konzernbericht, sondern lebendige und anschauliche Erlebnisse rund um den entsprechenden Arbeitsplatz.

Text der Anzeige gegenlesen lassen

Alles, was der Leser verstehen soll, muss im Text der Stellenanzeige enthalten sein. Nicht jede Formulierung, die für Sie klar und eindeutig ist, ist das auch für den Bewerber. Lassen Sie daher andere Personen Ihren Text lesen, bevor Sie ihn veröffentlichen. Sollten diese Fragen haben, weil sie etwas nicht verstanden haben, schreiben Sie den Text um oder streichen sie Unnötiges heraus.

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Über den Autor
Stefan G. Wolf

Stefan G. Wolf ist Gesellschafter von Personalwerk, einer Agentur mit Expertise für Personal­marketing, -beschaffung und E-Recruiting. Er hat zahlreiche Textworkshops zum Verfassen von Stellenanzeigen durchgeführt und ist als Kommunikationsberater tätig.

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