RecruitingImagepflege auf Arbeitgeberbewertungsportalen

So gehen Arbeitgeber mit negativen Erfahrungsberichten um und beeinflussen ihren Auftritt auf den Bewertungsportalen.
erschienen: 08.04.2015
(3 Bewertungen)

Arbeitgeberbewertungsportale wie Kununu, Jobvoting und companize können mitunter Gift für das Image eines Unternehmens sein. Während Mitarbeiter hier anonym ihr persönliches Feedback verewigen können, nutzen Bewerber die Plattformen, um sich zum Beispiel vor einem Vorstellungsgespräch ein Bild von ihrem potentiellen neuen Arbeitgeber zu machen.

Beispiel: Kununu

Das Bewertungsportal Kununu, welches seit Anfang 2013 zum Karrierenetzwerk Xing gehört, verzeichnet laut eigenen Angaben fünf Millionen Seitenaufrufe pro Monat – nicht verwunderlich also, dass negative Erfahrungsberichte hohe Auswirkungen auf das Image eines Arbeitgebers haben können.

Einzelne Extrem-Meinungen schaffen ein verzerrtes Unternehmensbild

Auf Bewertungsportalen finden sich keine objektiven Bewertungen des Unternehmens, sondern subjektive Aussagen, wie „Gutes Arbeitsklima und nette Kollegen“, „flache Hierarchien, realistische Zielsetzungen“ oder „schlechte Bezahlung“. Arbeitgebern muss bewusst sein, dass in der Regel entweder Mitarbeiter eine Bewertung schreiben, die außerordentlich zufrieden mit ihrem Unternehmen sind oder solche, die sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben und eine öffentliche Bewertung mitunter zum Beispiel als „Racheakt“ für eine Kündigung betrachten.

Arbeitnehmer konsultieren die Erfahrungsberichte auf Arbeitgeberbewertungsplattformen zwar gerne, die wenigsten ergreifen jedoch selbst die Initiative und bewerten ihren aktuellen Arbeitgeber. Die Anzahl der Unternehmensbewertungen auf den Portalen ist also relativ gering. Während mehrere hundert Einzelmeinungen, wie beispielsweise auf Hotelbewertungsplattformen, aufgrund ihrer Menge ein schlüssiges Gesamtbild ergeben, haben wenige Einzelbewertungen kaum Aussagekraft. Dennoch können sie einen schlechten Eindruck vom Unternehmen erzeugen.

Mit Firmenprofilen die Arbeitgebermarke aufwerten

Wenn ein potentieller Bewerber auf einer Arbeitgeberbewertungsplattform einen schlechten Eindruck vom Unternehmen gewinnt, wird er womöglich von einer Bewerbung absehen. Das verringert die Auswahlmöglichkeiten des Arbeitgebers. Immer mehr Unternehmen nutzen deshalb die Möglichkeit, mithilfe bezahlter Firmenprofile bewusst Einfluss auf die Unternehmenspräsentation auf Arbeitgeberbewertungsportalen zu nehmen. Nutzen Arbeitgeber ihr kostenpflichtiges Profil, um beispielsweise Benefits und andere attraktive Vorteile für Mitarbeiter oder Details über die Unternehmenskultur zu kommunizieren, können sich die Arbeitgeberbewertungsplattformen auch zu einem wertvollen Recruiting-Tool entwickeln.

Tipp: Mitarbeiter um Bewertung bitten

Firmen können zusätzlich Vertrauen und Glaubwürdigkeit schaffen, indem sie Bewerber und insbesondere ihre loyalsten Mitarbeiter um eine anonyme Arbeitgeberbewertung bitten und so die Anzahl positiver Bewertungen erhöhen.

Auf negative Bewertungen höflich reagieren

„Die Ziele sind unrealistisch“, „Respekt ist hier ein Fremdwort“, „kein gutes Arbeitsklima“, … Vor schlechten Bewertungen kann sich kein Arbeitgeber schützen. Wichtig ist deshalb der richtige Umgang mit solchen Negativ-Kommentaren. Wie beim Reklamationsmanagement im Vertrieb, kann auch im Personalbereich durch die richtige Reaktion auf Beschwerden viel erreicht werden.

Höflich reagieren

Eine höfliche, ehrliche und sachliche Stellungnahme auf eine negative Bewertung bleibt dem Leser meist besonders positiv im Gedächtnis. Sie kann ausschlaggebend dafür sein, dass ein Bewerber ein Unternehmen anschließend sogar als außerordentlich attraktiv wahrnimmt.

Offenheit zeigen

Arbeitgeber sollten sich idealerweise auch für negatives Feedback explizit bedanken und zugleich konkret kommunizieren, welche Veränderungen im Unternehmen geplant sind, um die bemängelten Missstände zu beheben. So tritt man als Unternehmen auf, das der Wertschätzung seiner Mitarbeiter hohe Bedeutung zukommen lässt.

Schlechte Bewertungen prüfen und intern kommunizieren

Negativ-Bewertungen sollten an die entsprechenden Führungskräfte weitergeleitet werden, um die richtige Reaktion auf das Thema und mögliche weitere Schritte zu diskutieren. Vorgesetzte können eine kritische Bewertung im nächsten Mitarbeitergespräch oder bei einer Mitarbeiterversammlung an alle Unternehmensmitglieder weitergeben und so deutlich machen, dass sie die Meinung und das individuelle Feedback ihrer Mitarbeiter schätzen: Denn der offene Umgang mit Kritik ist bereits der erste Weg zur Besserung.

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Über die Autorin
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Silke Paruszewski ist als European Editor bei CareerBuilder tätig und beschäftigt sich mit den Themen Human Resources und Recruiting. CareerBuilder ist der weltweite Marktführer für HR-Lösungen. Durch stetige Innovation, herausragende Technologie und lückenlose Kundenbetreuung zu jedem Zeitpunkt hilft CareerBuilder dabei, die passenden Talente mit den passenden Vakanzen zusammenzubringen.

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