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RekrutierungspläneDeutsche Arbeitgeber zurückhaltend bei Neuanstellungen

Im kommenden Jahr wollen nur 33 Prozent der Arbeitgeber Vollzeit-Mitarbeiter einstellen. Es entstehen vor allem Stellen im Verkauf.
erschienen: 07.06.2010

Die aussichtsreichsten Fachbereiche

Im kommenden Jahr besetzen Arbeitgeber vor allem Stellen im Verkauf: 41 Prozent der Befragten planen in den nächsten zwölf Monaten Vertriebsexperten zu rekrutieren. Ebenfalls wachstumsstark sind die Bereiche

  • Informationstechnologie (22 Prozent),
  • Verwaltung (20 Prozent),
  • Marketing (20 Prozent) und
  • Kundenservice (16 Prozent).

Farhan Yasin, Geschäftsführer CareerBuilder Europe and Middle East bei CareerBuilder, erläutert:

"Statt nur Kosten zu sparen, konzentrieren sich Unternehmen nun verstärkt darauf, zu wachsen. Die Bereiche, die am engsten mit den Einnahmen in Verbindung stehen, rücken dadurch wieder stärker in den Mittelpunkt. Wir erwarten allerdings keine dramatischen Verschiebungen, eher wird sich die Einstellungssituation bis 2011 schrittweise verbessern. Unternehmen werden erst einmal vorsichtig bleiben und auf neue Marktentwicklungen reagieren."

Fachkräftemangel

Trotz der großen Auswahl an Arbeitskräften finden 30 Prozent der Arbeitgeber keine qualifizierten Mitarbeiter für offene Stellen. 60 Prozent sehen einen Fachkräftemangel in Deutschland. Yasin sagt:

"Während sich die finanzielle Situation im Land entspannt und der Arbeitsmarkt davon profitiert, verschärft sich in vielen Bereichen die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal. Arbeitgeber setzen deshalb gezielt Maßnahmen ein, um geeignete Bewerber besser identifizieren zu können und die leistungsfähigsten Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Darunter fallen vor allem Weiterbildungsangebote, flexible Arbeitsmodelle und neue Rekrutierungsstrategien."

Beschäftigungstrends zum Halbjahr

  1. Rekrutierung aus dem Ausland - 31 Prozent der deutschen Arbeitgeber haben in den vergangenen zwölf Monaten einen internationalen Mitarbeiter eingestellt. Die Mehrheit (60 Prozent) hat das zwar bisher noch nicht getan, ist aber auch nicht abgeneigt. Insbesondere für die Bereiche IT, Kundenservice und Kommunikation rekrutieren deutsche Arbeitgeber Personal aus dem Ausland.
  2. Provisionen und Gehaltserhöhungen einfrieren - Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen hat in den vergangenen zwölf Monaten eine Nullrunde für die Krisenzeit eingeführt. Die Mehrheit der Arbeitgeber (65 Prozent) rechnet außerdem damit, dass Mitarbeiter, die in den nächsten zwölf Monaten dem Unternehmen beitreten genauso viel verdienen wie die, die im letzten Jahr eingestellt wurden.
  3. Mehr Flexibilität - 40 Prozent der deutschen Arbeitgeber wollen Arbeitskräfte durch flexible Vereinbarungen gewinnen und halten. Gleitzeiten, Teilzeitverträge oder komprimierte Arbeitswochen (gleiche Wochenstundenzahl in weniger Tagen) sind einige der Maßnahmen.
  4. Investitionen in professionelle Entwicklung - Ein Drittel (33 Prozent) der deutschen Arbeitgeber investiert stärker in externe Weiterbildung für Mitarbeiter, um deren Kompetenzen zu stärken.
  5. Eintrittsdatum verschieben - Deutsche Arbeitgeber binden Talente frühzeitig, verschieben aber die Ausgaben für zusätzliche Lohnkosten. Acht Prozent haben bereits Stellen ausgeschrieben, die erst später im Jahr besetzt werden.
  6. Talente fördern - Wenn eine große Zahl von Talenten verfügbar ist, nutzen 13 Prozent der deutschen Arbeitgeber die Gelegenheit und stärken ihre Teams, indem sie leistungsschwache Mitarbeiter durch leistungsstarke ersetzen.

Über die Umfrage

Es wurden 625 Führungskräfte in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Schweden online befragt. Unter den Teilnehmern waren Geschäftsführer, Direktoren und Manager mit Personalverantwortung.

[Quelle: CareerBuilder; Bild: hans12 - Fotolia.com]