RhetorikSchnell umsetzbare Tipps für überzeugendes Sprechen

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Wie schaffen Sie es, mit Worten so zu wirken, dass sie Ihre Zuhörer nicht vergessen?
erschienen: 10.02.2016
Schlagwörter: Präsentieren
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Achtsamkeit trainieren

Obwohl wir uns oft eine bessere Kommunikation wünschen, reflektieren wir diese kaum. Sie würden bereits viel gewinnen, wenn Sie Ihre Achtsamkeit schärfen und Ihre Beobachtungsgabe trainieren. Erinnern Sie sich an das letzte Gespräch, das Sie geführt haben: Wie oft haben Sie dabei auf die Körpersprache Ihrer Zuhörer, auf den Einsatz der Stimme geachtet? Wie oft ist Ihnen der Satzbau oder die Wortwahl aufgefallen?

Durch gezieltes Beobachten von Menschen mit Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen können Sie viel lernen. Natürlich machen auch diese Menschen nicht alles richtig, und nicht alles, was sie tun, passt auch zu Ihnen. Wichtig ist aber, dass Sie ein Gespür dafür bekommen, was den Erfolg ausmacht. Beginnen Sie etwa mit Gesprächsrunden im Fernsehen, die Sie sich mal mit, mal ohne Ton ansehen. Ohne Ton werden Sie viel mehr auf die Körpersprache achten.

Zudem lernen Sie generell Ihre Achtsamkeit und Beobachtungsgabe zu schulen und können dies in Ihren eigenen Situationen bald ebenfalls tun. Denn gleichzeitig auf den Inhalt zu hören oder die eigenen Worte zu überlegen und dabei noch umfassend zu beobachten will gelernt sein.

Viel und ruhig gestikulieren

Wenn Sie aufmerksames Beobachten gelernt haben, ist Ihnen bewusst geworden, wie wichtig die Körpersprache ist. Denn sie zeigt, ob Sie selbstsicher, ob Sie selbst von Ihren Aussagen überzeugt und wie sympathisch Sie sind. All dies wird über Ihre Haltung, Mimik und Gestik nach außen signalisiert. Dabei ist ein Lächeln immer der Türöffner für die Herzen Ihres Publikums. Auch wenn Ihr Thema ernst sein sollte: Lächeln Sie wenigstens zu Beginn und bei der Verabschiedung mit festem Blickkontakt.

Eine aufrechte Haltung mit beiden Beinen fest auf dem Boden – im Sitzen wie im Stehen – zeigt Ihren Zuhörern, dass Sie sich sicher fühlen und überzeugt sind. Lebendige Gestik unterstreicht Ihre Aussagen. Dabei gibt es nicht zu viele Gestiken, sondern nur zu hektische. Eine gute Gestik zeichnet sich durch fünf Eckpunkte aus:

  • Viel Gestik signalisiert Ehrlichkeit und Offenheit.
  • Eine große Gestik zeigt Ihre Begeisterung und Selbstsicherheit.
  • Bleiben Sie ruhig. Eine hektische Gestik hingegen überfordert Ihr Gegenüber und wirkt aufgeregt.
  • Lassen Sie eine Geste für einen Moment in der Luft stehen, das unterstreicht Ihre Souveränität.
  • Spreizen Sie die Finger nicht, sondern lassen Sie sie beisammen, das wirkt sympathischer.

Eine ruhige, große und häufige Gestik erzeugt einen souveränen Gesamteindruck, mit dem wir unbewusst Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Kompetenz verbinden.

Stimme variieren und Sprechpausen einlegen

Monotones Sprechen ist ein Garant für ermüdende Zuhörer. Kommt dann noch eine zu leise Stimme dazu, können die Zuhörer nur schwer folgen. Dabei tendieren Männer zu einer geringen Auswahl an Variablen, Frauen zu einer zu leisen Stimme. Lautstärke, Tempo, Tonhöhe, Rhythmus und Stimmfarbe können Sie mit ein wenig Übung variieren. Setzen Sie dazu aktive Gestik ein, fällt das sogar recht leicht, denn Körpersprache beeinflusst automatisch Ihre Stimme. Ihre Dynamik im Körper überträgt sich ebenso wie Haltung oder Lächeln auf Ihre Stimme.

Das wirkungsvollste Mittel für eine lebendige und gern gehörte Sprechweise ist die Pause. Die Pause zwischen zwei Sätzen – die so genannte Interpause – fällt Vielen noch leicht. Bei der so genannten Intrapause aber – Pausen, die im Satz gesetzt werden, um Worte hervorzuheben oder um die Betonung auf ganze Satzteile zu setzen – sieht es schon anders aus. Hier sind die Pausen nicht immer identisch mit Satzzeichen wie beispielsweise einem Komma.

Übung: Sprechpausen zur Betonung

Sprechen Sie folgenden einfachen Satz: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste im ganzen Land.“ Betonen Sie zur Übung abwechselnd die einzelnen fett formatierten Wörter durch Pausen davor und danach. Übertreiben Sie ruhig, um die Wirkung zu testen: Zählen Sie in den Pausen bis drei.

Sprechpausen kommen dem Sprechenden meist viel länger vor, als sie der Zuhörer wahrnimmt. Rechnen Sie mit der dreifachen Länge, dann ist es fürs Publikum genau richtig. Pausen aushalten lernen ist ein wichtiger Baustein, um gehört zu werden. Zuhörer brauchen alle paar Sekunden eine Pause, um das Gehörte verarbeiten und ins Gedächtnis übernehmen zu können. Eine zu hohe Sprechgeschwindigkeit ist nicht tragisch, wenn genügend Pausen eingebaut werden.

Höflich unterbrechen

Die Höflichkeit gebietet es, den Anderen ausreden zu lassen. Das gilt ebenso in Besprechungen. Doch wie verhält es sich, wenn Sie stets darauf warten, bis Sie an der Reihe sind? Tatsächlich kommen Sie dann oft gar nicht mehr zu Wort, und Ihre Ideen werden von Anderen vorgetragen.

Wer in einer Besprechung nichts sagt, hat offensichtlich keine Meinung. Wer sich fast nie zu Wort meldet, wird auch nicht wahrgenommen. Sollten Sie zu Letzteren gehören, lernen Sie sich einzubringen. Dazu ist es oft nötig, die Anderen zu unterbrechen.

Es gibt unterschiedliche Arten, das Wort an sich zu ziehen. Rüde dazwischen gehen und gleich zu widersprechen wird kaum akzeptiert werden. Versuchen Sie es stattdessen mit einem dezenten Einhaken. Beispielsweise so: „Ja, das ist ein interessanter Aspekt, den Sie da nennen. Ich sehe es so, dass …“ Durch das anfängliche Eingehen auf den Vorredner – Sie müssen ihm ja nicht immer zustimmen – fühlt sich dieser beachtet und wertgeschätzt. Er kann es eher akzeptieren, das Wort zu verlieren. Ob Sie ihm danach zustimmen oder dagegen argumentieren, ist zweitrangig. Wichtig ist nur, dass Sie, sobald der Andere ruhig ist, Ihr Tempo drosseln, Ihre Stimme gut nutzen und wirkungsvolle Pausen setzen, um auch wirklich gehört zu werden.

Ich-Sprache verwenden und Füllsel vermeiden

Eine klare Sprache unterstreicht Ihre überzeugende Wirkung. Füllsel, also Lückenfüller wie „Äh“ oder „sozusagen“, können Sie sich ebenso abtrainieren wie Floskeln, Phrasen, Plattitüden, Allgemeinplätze und Weichmacher. Auch hier hilft die Reduktion Ihres Sprechtempos und das bewusste Setzen von Pausen. Dadurch gewinnen Sie die Zeit, die Sie brauchen, um Ihre Sätze klar zu formulieren, bevor Sie sie aussprechen.

Drei Beispiele, wie Sie das selbstbewusstere „Ich“ einsetzen und Weichmacher vermeiden können:

  • Man hat gemerkt, dass … Besser: Ich habe gemerkt, dass …
  • Wir versuchen, dass … Besser: Ich mache …
  • Ich möchte mich bedanken bei … Besser: Ich bedanke mich bei …

Um Überflüssige Floskeln, wie etwa „ich sage mal...“, zu vermeiden, benötigen Sie jemanden, der Sie in der Situation darauf aufmerksam macht. Bitten Sie eine Person 20 bis 30 Minuten lang bei jedem Füllsel den Finger zu heben. Schon nach einiger Zeit werden Ihnen diese Lückenfüller selbst auffallen – meist jedoch erst, nachdem Sie sie ausgesprochen haben. Irgendwann fallen Ihnen die Füllsel so rechtzeitig auf, dass Sie sie künftig vermeiden können.

Übung: Nehmen Sie Ihre Sprache auf

Nehmen Sie eine Passage Ihres Sprechens über Ihr Smartphone auf, zum Beispiel beim Präsentieren oder Telefonieren. Überprüfen Sie danach Ihre Sprache auf unschöne Formulierungen. Sagen Sie lieber weniger, dafür aber Klareres, dann hat Ihr Wort mehr Gewicht.

Fazit

Rhetorische Fähigkeiten sind eine der wichtigsten Schlüsselqualifikationen. Es ist das Wie und nicht das Was, das über Ihre Wirkung entscheidet. Die beste Botschaft kommt nicht an, wenn sie nicht wirkungsvoll gesprochen wird.

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Über den Autor
Michael Moesslang

Michael Moesslang ist der Experte für sensationelles Präsentieren und persönliche Wirkung. In seine Arbeit bezieht er aktuelle Erkenntnisse aus Psychologie und Verhaltenswissenschaften ein. Als Vortragsredner und Lehrbeauftragter aktiviert er Zuhörer in Vorträgen und Präsentationen.

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