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Sanieren statt resignierenMit den richtigen Maßnahmen zahlungsfähig bleiben und die Krise überstehen

Wenn Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten geraten, sei es aufgrund der allgemeinen Wirtschaftskrise oder aus anderen Gründen, sollten sie nicht gleich resignieren. Um finanziell wieder auf die Beine zu kommen, helfen Sanierungsmaßnahmen. Hier finden Sie ein paar Tipps zum Sanieren.
erschienen: 21.07.2009

Experten sagen: Nur selten geht ein Projekt genau so „über die Bühne“, wie man es geplant hat. Unternehmensführung sei darum ein tägliches Umgehen mit immer neuen Herausforderungen. So weit, so gut. Aber ab welchem Zeitpunkt wachsen sich Probleme zur Existenz bedrohenden Krise aus? Mögliche Frühwarnzeichen können zum Beispiel sein:

  • länger andauernder Rückgang von Absatz oder Umsatz,
  • keine Kostendeckung mehr durch Erträge,
  • offene Forderungen bei gleichzeitiger Ausschöpfung des Kreditrahmens oder
  • die Marktverhältnisse ändern sich so massiv, dass unmittelbarer Handlungsbedarf besteht.

StichwortSanierung

Das planvolle Vorgehen mit dem Ziel, ein Unternehmen am Markt zu erhalten, bezeichnet man als Sanierung. Diese verlangt, zum Beispiel zusammen mit einem externen Berater über alle Bereiche neu nachzudenken und notfalls die gesamte Unternehmensstruktur neu zu organisieren. Und zwar nicht erst dann, wenn massive Liquiditätsprobleme auftreten, sondern bei den ersten Warnzeichen.

Zunächst wird der Ist-Zustand unter Fragestellungen wie diesen überprüft:

  • Inwieweit droht eine Überschuldung?
  • Kann die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens aufrecht erhalten werden?
  • Gibt es finanzielle Mittel, die in eine Sanierung investiert werden können?
  • Müssen ggf. externe Geldgeber gewonnen werden? Wer käme in Frage?
  • Hätte die Firma nach der Sanierung überhaupt eine Chance, sich am Markt zu halten?
  • Wie sollen Rentabilität und Gewinnerzielung in Zukunft gesichert werden?

Maßnahmen, um die Liquidität zu sichern

Insbesondere dann, wenn konkrete Zahlungspflichten anstehen, müssen Sie sofort handeln. Nehmen Sie Kontakt mit Ihren Lieferanten auf. Im persönlichen Gespräch ergeben sich manchmal neue Möglichkeiten wie ein Stillhalteabkommen in Form einer Zahlungsvereinbarung bei Weiterbelieferung.

Sind alle Finanzierungsmöglichkeiten ausgeschöpft, können Sie sich etwas Luft durch eine Bareinlage verschaffen. Prüfen Sie, ob Sie wirklich alle Maschinen, Einrichtungsgegenstände oder Dienstfahrzeuge benötigen. Auch unbebaute Grundstücke oder Lagerware sollten im Blick stehen. Alles, was zu entbehren ist, sollten Sie verkaufen. Einige Objekte aus dem Eigentumsbestand wie Autos oder Maschinen lassen sich vielleicht durch Leasing oder Miete ersetzen.

Mancher Firmenchef in Not lässt sich dazu hinreißen, eigene Forderungen mit Gewalt einzutreiben – etwa durch massives Nachfassen oder Einschaltung eines Inkassounternehmens. Dieser Weg birgt Risiken: Treten Sie oder die von Ihnen beauftragten Geldeintreiber allzu rabiat auf, kann Ihr Image Schaden nehmen.

Natürlich werden Sie auch mit Ihren Banken sprechen. Vielleicht können Sie Ihre Kredite durch ein Stillhalteabkommen sichern? Viele Geldinstitute lassen sich auf eine temporäre Aussetzung der Tilgungsraten ein. Andere Möglichkeiten bestehen in Liquiditätssicherungsdarlehen, Risikokapitalprogrammen oder in der Umwandlung von Kontokorrentkrediten in langfristige Darlehen.

Andere Aktivitäten zielen darauf, die Firma zu stabilisieren. Beispiele:

  • Streichen von Zulagen,
  • Umwandlung von Fixzahlungen in eine leistungsbezogene Vergütung,
  • Suchen von preisgünstigeren Lieferanten,
  • Gründen von Einkaufsgemeinschaften mit Partnerfirmen, um günstige Konditionen zu erhalten,
  • entweder Streichung von Fremdleistungen oder gezieltes Outsourcing von Bereichen sowie
  • Abbau von Zwischenlagern.

Beteiligen sich externe Kapitalgeber, haben diese beim Krisenmanagement und beim Sanierungskonzept (mehr als) ein Wort mitzusprechen. Sie werden das Projekt nur dann unterstützen, wenn sie durch die Sanierung mehr profitieren als durch die Schließung der Firma. Gerade deshalb ist der externe Sanierungsspezialist so wichtig: Er erhöht die Vertrauenswürdigkeit die Erfolgsaussichten des Krisen geschüttelten Unternehmens.

Nicht nur die externen Geldgeber, sondern auch das Unternehmen selbst und die darin beschäftigten Menschen müssen durch die Sanierung eine dauerhafte Verbesserung erzielen. Manchmal kann das Abwägen der Risiken zur Entscheidung führen: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Je konsequenter dieser Entschluss dann durchgeführt wird, desto besser. Statt einer Schließung kann manchmal auch eine Übernahme die Arbeitsplätze sichern.

Berater-Tipp aus der Praxis:

Wenn Ihr Unternehmen zum Sanierungsfall geworden ist, können Sie auf EU-, Bundes- und Landesförderungen zur Sicherung Ihrer Firma zurückgreifen. Damit haben Sie eine Grundlage für die Finanzierung eines externen Sanierungsberaters.

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Über den Autor
Peter Caleb

Die PETER CALEB Management- und Wirtschaftsberatung wurde im Jahr 1983 von Peter Caleb gegründet, der bis dahin 15 Jahre in verschiedenen Industrieunternehmen als EDV-Organisator / Projektleiter bis hin zum Bereichsleiter EDV, Organisation und Verwaltung erfolgreich tätig war.

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