SelbstmanagementZiele über eine positive Haltung erreichen

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Ziele werden am ehesten erreicht, wenn sie mit einem positiven Gefühl besetzt sind. Erst dann beginnen wir, unser Handeln danach auszurichten.
erschienen: 08.01.2015
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Wie der Erfolg im Geschäftsleben mit Gefühlen zusammenhängt, wurde in Unternehmen bislang, wenn überhaupt, eher naserümpfend behandelt. Unsere Emotionen können wir jedoch nicht zu Hause lassen oder beim Pförtner abgeben. Sie steuern unser Verhalten, ob wir es wollen oder nicht. Dieses Wollen hat in den klassischen Theorien und Strategien der Unternehmens- und damit auch der Menschenführung bisher Priorität. Funktionsträger auf allen Hierarchieebenen erzielen im vorgegebenen Rahmen Ziele. Wenn nicht, beginnt meist eine fieberhafte Suche nach den Fehlern nach dem Prinzip: Wenn alle die Regeln befolgen, muss es doch eigentlich irgendwie gehen.

Zum Handeln braucht es eine konkrete Absicht

Der Grund dafür, dass viele Zielvereinbarungen nicht erfüllt werden, liegt nicht in erster Linie an der Nichtbefolgung von Abmachungen oder der nicht ausreichenden Berücksichtigung von Fakten. In vielen Fällen ist fehlende Volition die Ursache, also die fehlende Intention, entsprechend zu handeln. Doch dazu braucht jeder Mitarbeiter und jede Führungskraft ein starkes positives Gefühl als Sinngeber. Menschen können nur zielorientiert handeln, wenn sie eine entsprechend positive Haltung und daraus eine handlungswirksame Absicht entwickeln. Haltung kommt vor Verhalten.

Laut Erkenntnissen der Neurowissenschaft müssen wir die in unserem Gehirn festgelegte Zielhierarchie berücksichtigen, um ein Ziel zu erreichen:

1. Haltungsziel

Bevor Mitarbeiter oder Führungskräfte sich für etwas engagieren, benötigen sie eine starke Absicht (Volition). Ihre Haltung resultiert aus ihren bewussten Ressourcen. Sie fühlen sich mit diesen motivierenden Kraftquellen sicher und spüren, dass sie es schaffen werden.

2. Ergebnis- oder Sachziel

Erst wenn Mitarbeiter und Führungskräfte eine echte Absicht spüren, können sie kognitive, an Fakten messbare Ziele zweifelsfreier formulieren und effektiv umsetzen.

3. Verhalten

Die in diesem Schritt erarbeiteten Maßnahmen wie zum Beispiel To-do-Listen oder Wenn-Dann-Pläne werden konsequenter umgesetzt, weil sie auf einer ressourcenorientierten inneren Haltung basieren.

Ob also Mitarbeiter oder auch Kunden überzeugt werden, hängt davon ab, welche Haltung jemand zu den jeweiligen Personen und dem Thema hat. Machen sich hier eher negative Gedanken oder Zweifel bemerkbar, wird das Ziel eher schwammig und das Vorgehen eher erfolglos sein. Denn: Ob Mitarbeiter oder Kunden „schwierig“ sind, ist das Ergebnis eines subjektiven und damit verzerrten Menschenbildes im Kopf jedes Einzelnen. Sie haben mit der Wirklichkeit selten etwas gemein, beeinträchtigen aber unser Handeln. Diese Assoziationen zehren an der Energie und haben eher Vermeidungs- oder Angriffsverhalten zur Folge. Es fehlen dringend benötigte Ressourcen, um diese Situationen zielorientiert zu meistern.

Aus positiven Erfahrungen positive Gefühle entwickeln

Unter Ressourcen versteht man in diesem Zusammenhang, grob gesprochen, all das, was uns gut tut. Ressourcen helfen uns, Ärger und Enttäuschungen zu überwinden. Sie stehen uns zur Verfügung, wenn wir erfolgreich Prüfungen bestehen, Gehaltswünsche durchsetzen, wichtige Verkaufsabschlüsse erzielen oder Karriere machen. Um es mit einem neuro-physiologischen Bild zu beschreiben: Wir fahren dann im Gehirn auf den Datenstraßen, die uns stark sein lassen, weil sie mit einem positiven Gefühl verbunden sind. Dies wiederum wirkt sich positiv auf unsere Gedanken aus.

Doch im geschäftlichen Alltag stehen uns diese gespeicherten Ressourcen oft nicht zur Verfügung. Wir können sie für bestimmte Situationen nicht abrufen, weil hier andere Erfahrungen und Verhaltensmuster vorherrschen. Folgende Tipps zeigen, wie es gelingen kann, im Unternehmen eine Kultur der positiven Haltung zu etablieren:

Transformale Führungskultur etablieren

Dieses Führungsverhalten berücksichtigt einerseits die Beziehung, in der Mitarbeiter und Vorgesetzte stehen, beeinflusst andererseits aber auch unterschwellig jedes Gespräch, jede Entscheidung und jede Vereinbarung emotional. Außerdem ist die Chance groß, Sinn und Zweck von Zielen und Maßnahmen mit den Ressourcen beziehungsweise Stärken und Kompetenzen erfolgsentscheidend zu koppeln.

Selbstverantwortung und Selbstmanagement fördern

Jeder ist selbst für seine Gefühle wie Unmut, Ärger und Frust verantwortlich. Die häufig zu beobachtende Reaktion, mit den Fingern auf andere zu zeigen, ist zwar bequem, hilft oft aber keinem Beteiligten wirklich weiter. Jeder hat die Wahl, so zu handeln, wie es der Situation angemessen ist. Dabei ist wiederum ebenfalls jeder für die Konsequenzen seiner Handlungen verantwortlich. Das setzt voraus, dass jeder selbstbestimmt alle wichtigen Prinzipien einer konstruktiven, gewaltfreien Kommunikation umsetzt. So entsteht auch eine entsprechende Feedback-Kultur.

Ressourcenbewusstheit schaffen

Nichts ist für den persönlichen Erfolg wichtiger, als diesen Erfolg möglichst oft zu spüren. Das bedeutet auch, sich seiner Erfolgsfaktoren stets bewusst zu sein, dann stehen diese Ressourcen auch in besonders herausfordernden Situationen schnell zur Verfügung. Um diese Stärken, Kompetenzen und positiven Emotionen bewusst zu machen, helfen zum Beispiel Erinnerungen an bereits erfolgreich gelöste Probleme. Dazugehörige Fragen können sein:

  • Was habe ich damals besonders gut gemacht?
  • Wie habe ich mich vorher gefühlt und wie danach?
  • Was hat mir Kraft gegeben und wo habe ich diese besonders gut gespürt?

Mit diesen Erinnerungshilfen als Anker leben die inneren Ressourcen wieder auf und können neu genutzt werden.

Fazit

Wer Ziele erreichen will, sei es als Führungskraft oder als Mitarbeiter, sollte stets überprüfen:

  • Ist dieses Ziel mit einem starken positiven Gefühl verbunden?
  • Löst es eine absichtsvolle Haltung bei mir oder meinen Mitarbeitern aus?
  • Sind genügend Ressourcen vorhanden, um das Ziel zu erreichen?

Der Lohn für dieses Vorgehen ist eine optimale Zielkultur, aus der ein effizienterer wirtschaftlicher Output erwachsen kann. Ganz nebenbei werden dadurch selbstverantwortliches Handeln und eine konstruktive Kommunikation gefördert.

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Über den Autor
Rainer Herlt

Rainer Herlt arbeitet als freier Trainer und Coach. Er trainiert Menschen auf allen Ebenen und in allen Bereichen von Unternehmen im Hinblick auf ihre persönlichen Ressourcen. Er bietet Workshops für Führungskräfte und Mitarbeiter unter dem Titel „Compatible Leadership“ an.

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