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SelbstmarketingMit Einzigartigkeit führt die Zick-Zack-Karriere zum Erfolg

Sie können auch mit einem Zick-Zack Lebenslauf in eine erfolgreiche Karriere starten. Selbstmarketing ist dabei das A und O.
erschienen: 03.11.2009

Der heutige Karrieregang ist nicht mehr geradlinig und birgt deswegen neue Anforderungen an Kompetenz und Qualifikation. In global operierenden Unternehmen arbeitetet man sich nur noch in Ausnahmefällen vom einfachen Angestellten zum Topmanager hoch. Vielmehr vollführt man eine Zick-Zack-Karriere, die immer wieder aufs Neue Selbstvermarktung erfordert.

Man wechselt Schulen und Universitäten, besucht verschiedene Workshops, bewältigt mehrere Praktika, Auslandsemester, Volontariate und Trainee-Einheiten. Dann erhält man womöglich seine erste Festanstellung in einem großen Unternehmen, hält dem Wettbewerbsdruck nur kurze Zeit stand und wechselt ein weiteres Mal den Weg. Oder man beginnt in einem kleinen Unternehmen, in dem man sich individuell entfaltet, das aber plötzlich Insolvenz anmelden muss und schon sieht man sich mit Arbeitslosigkeit konfrontiert. Schlimmstenfalls kann trotz einer vielversprechenden Ausbildung die Arbeitslosigkeit den Anfang markieren. Dann bietet sich vielleicht eine Chance in der Selbstständigkeit und man wird zu seinem eigenen Lebens-Unternehmer.

Das Lebens-Unternehmertum verbreitet sich

Selbst für die berufserfahrene Kraft, versteinert die lebenslang konstante Arbeitsstelle immer mehr zu einem Relikt des 20. Jahrhunderts. Stammbelegschaften und -managementteams werden durch hochspezialisierte Selbstständige ersetzt, die zeitlich befristete Dienste für Unternehmen leisten und freie Netzwerke nutzen, sogenannte „peer learning relationships“. Das Rollenmodell des normalen Arbeitnehmers wird zunehmend vom Modell des Lebens-Unternehmers ersetzt.

Dies bestätigt auch eine Studie des Statistischen Bundesamtes vom August 2009. Demnach arbeiten  in Deutschland immer weniger Menschen in klassischen Beschäftigungsverhältnissen (Atypische Beschäftigungsverhältnisse). Der Anteil von Zeitarbeitern, Teilzeit-Beschäftigten oder geringfügig Beschäftigten hat dagegen zugenommen.

Der Anteil der Erwerbstätigen in einem sogenannten Normalarbeitsverhältnis - eine voll sozialversicherungspflichtige Stelle mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag und mehr als 20 Arbeitsstunden pro Woche - sank von 72,6 Prozent im Jahr 1998 auf 66 Prozent in 2008.

Sich immer wieder neu vermarkten

Um sich also von der Masse abzuheben und einen Fuß in die Tür zu bekommen, bedarf es der Fähigkeit sich auf diesen Zick-Zack-Karrierepfad einzustellen. Das bedeutet auch sich immer wieder neu zu vermarkten.

Man muss sich beispielsweise nach einem Rückschlag oder nach einer bewussten Kündigung neu motivieren können, um beim nächsten Bewerbungsgespräch wieder sicher aufzutreten. Dazu gehört eine selbstsichere Persönlichkeit mit einem gesunden Selbstbewusstsein, ohne Arroganz oder Egomanie. Zu dieser Persönlichkeit gehören auf abstrakter Ebene:

  • Kommunikationsstärke und Überzeugungskraft,
  • Ehrgeiz, Ausstrahlung und Charisma,
  • das klare Bewusstsein über seine persönlichen Werte und Ziele,
  • emotionale Stabilität und Sicherheit und die Fähigkeit diese auf seine Mitmenschen zu übertragen,
  • das Bewusstsein über seine Intelligenz, seine fachliche und soziale Kompetenz und der Wille, noch vorhandene Schwächen dieser Presönlichkeitsaspekte in Stärken umzuwandeln.

Einen guten Anlaufpunkt für Tipps rund um die Persönlichkeitsvermarktung ist selbstmarketing.de, der Internetauftritt der selbständigen Coaches Gitte Härter und Christine Öttl. Ihren Erfahrungsschatz schöpfen sie aus der eigenen Management-Tätigkeit bei einem großen Medienkonzern. Demnach muss man sich, um sich gut verkaufen zu können, zuerst selbst kennenlernen und sich Fragen stellen wie:

  • In welchen Situationen gehe ich hoch und wieso eigentlich?
  • Wann werde ich nervös und verliere die Konzentrationsfähigkeit und was kann mich schnell wieder beruhigen?
  • Was kann mich besonders begeistern und motivieren?
  • Wie arbeite ich am effizientesten?
  • Wie lauten meine Ansprüche und Ziele?
  • Welche Qualifikationen bringe ich mit und was macht mich einzigartig?

Hat man diese Fragen geklärt, kann man beginnen, sich selbst zu mangagen. In ihrem Buch „Selbstmanagement - was ist das eigentlich?“ antwortet Christine Öttl bildhaft:

„Sich selbst steuern. Wie der Kapitän, der sein Schiff auf Kurs hält, um den richtigen Hafen anzulaufen – auch bei hohem Seegang oder bei einer Flaute. Genau das ist gemeint mit "sich selbst managen": sich seinen Weg zu bahnen und dranzubleiben, auch wenn es mal eng wird.“

Wenn man gelernt hat sich selbst zu managen, dann ist der Weg nicht weit zum gekonnten Verkäufer und Vermarkter der eigenen Qualifikationen. Doch welche Qualifikationen sind für welche Berufsgruppen wichtig? Man kann ja nicht alles lernen, sondern arbeitet auf ein Ziel hin. Was also macht die entsprechenden Mitarbeiter einzigartig und dadurch unverzichtbar? Zum Beispiel:

  • Der Facharbeiter, der hochkomplexe Maschinen programmiert und viel Erfahrungswissen mitbringt.
  • Die Projektleiterin, die ein internationales Team aus Kollegen und Kunden leitet, Sprachen und Kulturen kennt und Querschnittswissen aus unterschiedlichen Bereichen einbringt.
  • Die Dame am Empfang, die durch ihre freundliche, serviceorientierte Art jeden Besucher für sich und das Unternehmen einnimmt und kompetent über alles und jeden Bescheid weiß.
  • Der Ingenieur, der sich mit Werkstoffen auskennt, spezifisches Know-how besitzt und ständig erweitert, zum Beispiel durch Kontakte zur Forschung.

Methoden zur besseren Selbstvermarktung

Um die richtigen Qualifikationen zu erwerben, ist es hilfreich schon früh die richtigen Grundlagen zu schaffen. Für den Kompetenzerwerb schon in der Kindheit sind die Eltern verantwortlich, welche die richtigen Prioritäten erkennen müssen. Sie geben ihren Kindern Werte mit, müssen Kindheit als Lernzeit sowie Kindergarten und Schule als Lernort ernst nehmen. Dort werden die Grundlagen für späteres erfolgreiches Lernen gelegt. Im Laufe der Ausbildung ist man zunehmend auf sich gestellt, Kompetenzerwerb und -wettbewerb als einen lebenslangen Prozess zu verstehen.

Darüber hinaus gewinnen Softskills und emotionale Kompetenzen für langfristigen Erfolg an Bedeutung. Die Zahl der Personalverantwortlichen wächst, die sich weniger stromlinienförmige Bewerber wünschen, sondern solche mit Format und Persönlichkeit. Um persönliche Karriere- und Lebensziele umzusetzen helfen verschiedene Methoden die eigene Vermarktung zu optimieren. Einige stellen wir in Wissensbausteinen auf business-wissen.de für Sie vor:

Diese Methoden können jedem helfen, sich selbst kennen und steuern zu lernen, denn nicht nur Top-Manager müssen auf den Gipfeln der Macht an ihrer Karriere feilen und um Ihre Position im Unternehmen und in der Öffentlichkeit kämpfen. Jeder Erwerbstätige muss seinen Platz im Unternehmen finden und behaupten, muss beweisen, was er oder sie kann und kann sich Ziele für die eigene Karriere setzen.

Welche Qualifikationen kann ich sammeln?

  • Üben Sie wie ein Optimist zu denken: "Lehne es nicht ab, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Weigere Dich lediglich, Dich ihm zu unterwerfen."
  • Reaktionsfähigkeit: Üben sie in extremen Situationen flexibel, einsatzbereit und selbstständig zu sein.
  • Zeitmanagement: überlegt und strategisch planen. Arbeiten Sie an Ihrer Zuverlässigkeit und im direkten Zusammenhang an Ihrer Aufmerksamkeit. Wer aufpasst, vergisst so schnell nicht.
  • Persönlichkeitsanalyse und Selbstkritik: Üben Sie sich selbst und Ihre Wirkung auf andere richtig einzuschätzen und entsprechend sich zu verbessern. Stellen Sie sich dazu immer wieder die Frage: Wie sehen mich die anderen?
  • Wertorientierung, Kommunikation und Rhetorik: Üben sie authentisch aufzutreten und dabei die eigene Meinung ehrlich und eindeutig zu kommunizieren, um Vertrauen aufzubauen. Lernen Sie auch andere ehrlich anzuerkennen, zu loben und zu überzeugen.

Suchen Sie sich für obige Punkte einen Mentor, Trainer oder Coach, der Denkanstöße gibt, regelmäßig persönliches Feedback und Anleitung geben kann.

  • Einfühlungsvermögen: Erlangen Sie im Umgang mit zuerst befremdlichen Menschen und Kulturen hohe soziale und interkulturelle Kompetenz. Dabei können Auslandserfahrungen über Studium oder Praktika hilfreich sein.
  • Führungsstärke: Üben Sie Führungsqualität durch den Erwerb strategischer und unternehmerischer Kompetenz.
  • Fachkenntniss: Spezialisieren Sie sich fachlich schon im Studium, um eine Wissens-Nische zu besetzen. Erlernen sie zum Beispiel besondere Fremdsprachen.
  • Ideenreichtum: Wenden sie Kreativitästechniken zur Verbesserung Ihrer Innovationsfähigkeit an.

[po; Bild: mipan - Fotolia.com]

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