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Server als SteuerzentraleInvestieren Sie in die IT-Zukunft Ihres Unternehmens

Viele der mit PCs erledigten Aufgaben könnten durchaus auch mit schlankeren Geräten erledigt werden – und so erleben die Terminals als sogenannte „Thin Clients“ eine Renaissance.
erschienen: 10.11.2009

Zwar brachte der Einzug der PC den Unternehmen neue Möglichkeiten, er schuf aber gleichzeitig neue Herausforderungen. Kurze Innovationszyklen bei Soft- und Hardware zwingen Unternehmen zu regelmäßigen, häufig kostenintensiven Updates und die Verwaltung der heterogenen Netze wird zunehmend aufwendiger.

Beim Server Based Computing (SBC) werden alle Anwendungen vollständig auf einem Terminalserver installiert, verwaltet und ausgeführt. Die Clients haben auf dem Server Zugriff auf alle geschäftskritischen Anwendungen. Für die Nutzer ändert sich vielfach nichts; sie merken oft nicht einmal, dass ein Programm nicht auf ihrem PC, sondern auf dem Server ausgeführt wird. Für SBC sind Thin Clients aber nicht unbedingt erforderlich, der Zugriff auf den Terminalserver ist ebenso für PDAs und voll ausgestattete PCs, sogenannte „Fat Clients“, möglich, sodass existierende Hardware weiterverwendet werden kann. Ebenso wenig spielt das Betriebssystem des Clients eine Rolle – Windows-, Macintosh- oder UNIX-Arbeitsstationen sind gleichermaßen geeignet.

Zentrale Administration

SBC zeichnet sich durch drei wesentliche Merkmale aus: Anwendungen werden nicht mehr auf dem PC, sondern nur noch auf einem leistungsstarken Server ausgeführt. Mehrere Nutzer können sich gleichzeitig anmelden, die Anwendungen laufen dann in getrennten und geschützten Sitzungen an einem einzigen Server ab.

Mit einem effizienten Übertragungsprotokoll werden nur noch Mausklicks, Tastatureingaben und Bildschirmdarstellungen über das Netz geschickt. Daher werden für die Übertragung keine großen Bandbreiten benötigt. Dies erleichtert die Anbindung von Mobil- oder Fernarbeitsplätzen.

SBC ermöglicht die zentrale Verwaltung von Anwendungen und Clients. Das spart Zeit und senkt die Kosten für die Administration erheblich. Gleichzeitig steigt die Datensicherheit: Eigeninstallationen sind auf Thin Clients wegen der fehlenden Festplatte nicht mehr möglich und ein unbefugter Zugriff oder Befall mit Schadprogrammen wie Viren oder Trojanern ist praktisch ausgeschlossen.

Hohe Abhängigkeit von der Verfügbarkeit des Terminalservers

Der Terminalserver, auf dem die ursprünglich für den PC entwickelten Anwendungen laufen, muss über eine hohe Rechenleistung verfügen. Darüber hinaus kann ein Server allein vielfach nicht die Verfügbarkeit der Anwendungen für eine mittlere und große Anzahl von Benutzern sicherstellen. In der Praxis werden daher häufig Terminal-Server-Farmen eingerichtet. Ein Risiko ist die hohe Abhängigkeit der Anwender von der Verfügbarkeit des Terminalservers. Fällt dieser aus oder ist die Verbindung zum Server oder zur Serverfarm unterbrochen, können die Thin-Client-Nutzer die Hände in den Schoss legen. PC-Anwender könnten in solchen Fällen unter Umständen noch weiterarbeiten.

Beim Umstieg auf SBC ist sicherzustellen, dass die benötigte Anwendungssoftware auch multiuser- beziehungsweise terminalservertauglich ist. Dies gilt für die meisten erhältlichen Programme, ansonsten reichen häufig kleinere Anpassungen an der Software, damit diese SBC-tauglich wird.

Bei sehr rechenintensiven Anwendungen, wie komplexe mathematische Prozesse oder Videobearbeitung und CAD stößt SBC noch an seine Grenzen. Doch auch hier schreitet die technologische Entwicklung voran. Citrix hat bereits die Erweiterung seines Presentation-Servers um 3-D-Fähigkeiten für professionelles CAD und andere Grafikanwendungen angekündigt.

Günstiger TCO

Im Hinblick auf den Total Cost of Ownership (TCO), also die gesamten Betriebskosten für die IT, punktet SBC ganz klar gegenüber traditionellen Client-Server-Systemen. Die Anschaffungskosten von Thin Clients liegen vielfach unter denen für voll ausgestattete PCs. Auch haben Thin Clients, die ohne Festplatte oder Lüfter auskommen, einen längeren Produktlebenszyklus als „fette“ PCs.

Eine Studie des Fraunhofer Instituts ergab, dass sich der Einsatz von Thin Clients schon ab 15 Arbeitsplätzen lohnt. Allerdings verursacht die Implementierung der Technologie am Anfang hohe Kosten und amortisiert sich erst bei längerer Nutzung durch die spürbaren Einsparungen durch zentralisierte Wartung und Support.

Dieser Artikel wurde von der nextbusiness-IT Redaktion erstellt. „nextbusiness-IT – Exzellenz im Mittelstand“ ist eine bundesweite Leitthemenkampagne für den Mittelstand, die unter anderem die „Bibliothek des modernen IT-Wissens“ für den Mittelstand herausgibt. Diese Bibliothek können Sie hier kostenlos anfordern.

[Bild: Falko Matte - Fotolia.com]