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Shared Service CenterErfolgsfaktor für europäische Finanzdienstleister

Wie eine Studie zeigt, sind Shared Service Center zu einem erfolgsentscheidenden Faktor in der Finanzindustrie geworden. Kosten- und Zeitersparnis sind dafür ausschlaggebend.
erschienen: 05.08.2010
Schlagwörter: Outsourcing

Stichwort

Shared-Services-Center (SSC) sind interne Bereiche, die prozessorientierte Dienstleistungen bündeln, konzentrieren und in Konzernen beziehungsweise Unternehmen zur Verfügung stellen.

Laut der Studie hat sich das Modell der SSC etabliert: Über 40 Prozent der bestehenden SSCs sind bereits seit drei Jahren und länger im Einsatz. Die Befragten geben an, bedeutende Kosteneinsparungen erreicht zu haben. So konnten nahezu vier von fünf Unternehmen ihre Ausgaben um 20 Prozent und mehr senken. Die meisten erreichten eine Refinanzierung innerhalb von drei Jahren oder schneller.

Die SSCs haben die Standardisierung von Prozessen und Methoden verbessert und mehr Zeit für komplexere Aufgaben freigesetzt. So werden beispielsweise etwa 50 Prozent aller Kunden- und Zahlungsprozesse bereits heute oder in naher Zukunft über ein SSC abgewickelt. Jens Raschke, Partner bei BearingPoint, sagt:

„Der Shared-Services-Ansatz hat sich in der Branche behauptet und wird zunehmend Anwendung finden. Er birgt nicht nur hohes Einsparpotenzial, sondern kann auch die Qualität von Kern- und Supportprozessen von Finanzdienstleistungen deutlich verbessern und damit den jüngsten Marktentwicklungen entgegenwirken.“

Zukunft der Shared Service Center

Durch die kontinuierliche Entzerrung der Wertschöpfungskette, strukturelle Veränderungen sowie eine anhaltende Finanzmarktkonsolidierung und -regulierung, müssen SSCs steigenden Ansprüchen gerecht werden. Die BearingPoint-Studie identifiziert vier wesentliche Trends, die künftige SSCs und ihre Funktion prägen werden:

  • Neue SSC-Modelle werden die traditionelle Form ablösen: Sogenannte „Centres of Expertise“ (32 Prozent), die Experten-Know-how sammeln und unternehmensweit zur Verfügung stellen, gewinnen an Relevanz.
  • Mitarbeiter werden zu internen Kunden der SSCs, die für Leistungen zahlen. Demnach werden Qualität, Risiko- und Service-Level-Management immer wichtiger, um den reibungslosen Betrieb der Zentren zu gewährleisten.
  • Zusätzlich werden komplexe „nicht-transaktionsbasierte“ Prozesse das Leistungsspektrum der SSCs erweitern und den Mehrwert für interne Kunden erhöhen.
  • Der Standort Ost-Europa wird relevanter: Während heutige Zentren vorrangig im eigenen Land (47 Prozent) operieren, plant ein Drittel der Befragten künftige Zentren in Ost-Europa (gegenwärtig 23 Prozent) und Asien (30 Prozent, inklusive Indien).

Unternehmensgröße und -strategie sind Schlüssel zum Erfolg

Die Ergebnisse machen deutlich, dass große internationale Firmen durch den Einsatz von SSCs relativ gesehen eine höhere Kosteneinsparung erreichen können, als kleine.

80 Prozent der Institute mit mehr als 50.000 Mitarbeitern haben ihre Ausgaben um ein Fünftel und mehr gesenkt. Auch eine Top-Down-Implementierung wurde als Erfolgsfaktor identifiziert: Fast alle Befragten, die diesem Ansatz folgen (70 Prozent), haben große Einsparungen erzielt und waren erfolgreicher als Unternehmen, in denen die Nutzung der Shared Services optional ist.

Des Weiteren werden alle durch den Einsatz von SSCs verbesserten qualitativen Kriterien und Aspekte der Prozessexzellenz von einer optimierten IT-Infrastruktur sowie gesteuerten Service-Level-Agreements unterstützt. Unternehmen, bei denen Innovation Priorität hat, sind erfolgreicher: Sie haben früher mit der Einführung von SSCs begonnen, erste Hürden bereits gemeistert und eine höhere Kostensenkung erzielt. Jens Raschke fügt hinzu:

„Trotz der beachtlichen Erfolge, die wir durch den Einsatz von SSCs beobachten, konzentriert sich die Branche derzeit noch auf die schnell zu erreichenden Ergebnisse. Nun gilt es, bestehende Leistungen weiter zu optimieren, die Kundenzufriedenheit zu steigern, weitere Prozesse einzubinden und neue Leistungen zu entwickeln, durch die zusätzlicher Mehrwert für die Kunden realisiert werden kann. Mit Prozessoptimierung und Maßnahmen zur IT-Anpassung können finanzielle und qualitative Vorteile weiter ausgebaut werden.“

Zur Studie

Durchgeführt wurde die Studie unter 138 europäischen Bank- und Versicherungsunternehmen. Die vollständige Studie „Shared Services Industry Specifics and Trends in the European FS Market” finden Sie hier:

Studien von BearingPoint

Weitere umfassende Informationen zum Thema Shared Service Center finden Sie in unserem Handbuch:

Shared Service Center: Servicefunktionen bündeln und auf Mitarbeiter ausrichten

[Quelle: BearingPoint; Bild: KonstantinosKokkinis - Fotolia.com]

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