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Sicherheit mit SystemSo schützen Sie Ihr Unternehmen vor unbefugtem Zugang

Ist in Ihrem Unternehmen ein ständiges Kommen und Gehen? Das Zutritts-Management erlaubt Ihnen die Kontrolle darüber, wer Zutritt erhält und wer nicht.
erschienen: 23.02.2010
Schlagwörter: Risikomanagement

Die Risiken feststellen

Was könnte schlimmstenfalls passieren, wenn Unbefugte Ihr Unternehmen betreten? Definieren Sie das Szenario der schlimmsten fünf Ereignisse, die eintreten können. Dazu gehören zum Beispiel Brandstiftung, Diebstahl und Geheimnisverrat, aber auch Vandalismus und Personenschäden durch Gewalteinwirkung. Prüfen Sie, welche Auswirkungen diese Ernstfälle auf Ihr Unternehmen haben können. Dies hängt nicht nur vom Ausmaß der Schäden, sondern auch von den Versicherungen, die Sie bisher schon abgeschlossen haben, ab: So verfügen Sie vermutlich über Versicherungsverträge, die den Brandfall abdecken. Nicht versichert ist aber meist das Risiko, Kunden vorübergehend nicht mehr beliefern zu können. Schätzen Sie für alle denkbaren Fälle die Kosten, die bei Schadenseintritt für Sie entstehen, ab. Diese können Sie dann später allen denkbaren Schutzmaßnahmen gegenüberstellen und entscheiden, ob sich diese lohnen oder nicht. Gegebenenfalls stellen Sie hier auch fest, dass Sie unter- oder überversichert sind und können dies korrigieren.

Nachts: Gebäude und Gelände schützen

Mit Videokameras können Sie den Außenbereich überwachen, wobei Sie dabei die gesetzlichen Bestimmungen beachten müssen. Dazu gehört zum Beispiel, dass keine Bereiche außerhalb des Unternehmens überwacht werden dürfen und dass der Betriebsrat in den meisten Fällen einbezogen werden muss. Bringen Sie an den Zäunen sogenannte Mikrofon-Kabel an, die Alarm schlagen, sobald jemand den Zaun überklettert oder Drähte durchschneidet. Betreten Unbefugte Ihr Gelände dennoch, lösen Trittschallsensoren im Erdboden Alarm aus. Prüfen Sie auch Dienstleister: Wachdienste, die an das Sicherheitssystem angeschlossen sind, sind in wenigen Minuten bei Ihrer Firma und schauen nach dem Rechten. Diese Wachdienste sollten natürlich auch mit Rauch- und Wassermeldern verbunden sein, um gegebenenfalls schnell die Feuerwehr verständigen zu können.

Tags: Darf jemand das Haus betreten oder nicht?

Schlösser sind nicht sicher, da Schlüssel entwendet oder nachgemacht werden können. Wesentlich besser sind Chip-Karten mit Kennungen, die Sie jeden Monat automatisch beim Einlesen durch die Zutritts-Geräte verändern können. Auf diese Weise kann niemand mit einer älteren Chip-Karte, die gestohlen wurde oder von einem ehemaligen Mitarbeiter stammt, eindringen. Aufwändigere Systeme verfügen über eine biometrische Identifikation, die Fingerabdruck und Gesicht prüft. Eine andere Möglichkeit sind kleine Chips, die Berechtigte - zum Beispiel am Schlüsselbund - bei sich tragen. Das Türschloss öffnet sich erst, wenn ein angeschlossener Computer den Zugangsberechtigten anerkennt. Der Einbau solcher Systeme ist heute weitaus weniger aufwändig als früher, weil die Kommunikation per Funktechnologie erfolgt und damit das Verlegen von Leitungen entfällt.

Abends: Sind alle draußen?

Ein weiteres Problem bei frequentierten Räumen ist die Gefahr, dass sich jemand einschließen lässt und nach Feierabend sein Unwesen treibt. Hier helfen Infrarot- und Bewegungsmelder, die bei Bewegungen im Gebäude die Alarmanlage in Gang setzen und angeschlossene Wachdienste herbei rufen. Problematisch bei solchen Systemen ist allerdings, dass sie häufiger Fehlalarme produzieren. Das kann teuer werden, weil die Wachdienste in der Regel alle Anfahrten extra berechnen. Hier helfen flexible Wachroboter, die vor der Auslösung des Alarms vermutete Eindringlinge mittels Abtaster in „Augenschein“ nehmen und dann erst entscheiden, ob ein begründeter Verdacht vorliegt oder nicht.

Fünf Tipps für Ihr Zutritts-Management

  1. Pförtner einsetzen: Der klassische Pförtner hat auch heute noch seine Berechtigung: Im Gegensatz zu seinen elektronischen „Kollegen“ kann er Erfahrung und Instinkt einsetzen und auf Situationen und Gefahren flexibel reagieren.                                           
  2. Zeiterfassung organisieren: Wenn Sie neue Maßnahmen für die Zutritts-Kontrolle planen, überlegen Sie auch, ob Sie die Zeiterfassung im Unternehmen neu organisieren. Denn viele Geräte und Software-Pakete bieten Lösungen für beide Themen an.  
  3. Versicherungsprämien prüfen: Sobald Sie Ihr Sicherheitskonzept umgesetzt und entsprechende Einrichtungen installiert haben, prüfen Sie, ob Sie sich diese Anstrengung nicht mit niedrigeren Versicherungsprämien honorieren lassen können.
  4. Zutritt zeitweilig sperren: Sperren Sie den Zutritt zu bestimmten Tageszeiten komplett, zum Beispiel von 0 bis 6 Uhr oder am Wochenende. Nur wenigen ausgewählten Personen mit entsprechenden Sicherheitscodes sollte der Zutritt dennoch gestattet sein.
  5. Langzeitarchivierung: Viele Schäden, wie zum Beispiel Lagerdiebstähle, fallen nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit auf. Sorgen Sie deshalb dafür, dass die Zutritts-Protokolle und Video-Mitschnitte so lange wie möglich archiviert werden.