SmalltalkDas kurze Gespräch beherrschen

Welche Themen eignen sich für Smalltalk, welche nicht? Wie lassen sich Hemmungen überwinden und wie steigt man richtig ins Gespräch ein und wieder aus?
erschienen: 19.03.2014

Viele tun sich schwer mit dem zwanglosen Plausch. Sie wissen nicht, was sie in der Smalltalk-Situation sagen sollen. Dabei ist dieses kurze Gespräch etwa beim Netzwerken oder auch fürs Kennenlernen neuer Kollegen wichtig.

Wie gelingt der Einstieg in den Smalltalk?

Suchen Sie sich Personen aus, die alleine am Tisch stehen. Jemanden, der – so wie Sie – suchend umher schaut und mit Ihnen Blickkontakt aufnimmt. Der Blickkontakt und ein kleines Lächeln sind die Erlaubnis und die Aufforderung, auf eine Ihnen bis dahin fremde Person zuzugehen. Dann kommt es zur Vorstellung und zum Händeschütteln. Nennen Sie dabei Ihren Namen laut und deutlich, damit Sie Ihr gegenüber versteht – gerade, wenn viele Nebengeräusche im Raum sind. Wiederholen auch Sie den Namen der anderen Person, vor allem dann, wenn Sie ihn nicht verstanden haben. Jeder mag es, mit Namen angesprochen zu werden und diesen ab und zu im Gespräch zu hören.

Welche Einstiegsfragen brechen das Eis beim Smalltalk?

Nehmen Sie beispielsweise Bezug auf die Veranstaltung, die Örtlichkeit oder die Situation. Legen Sie sich fünf oder mehr Fragen zurecht, die sie überall einsetzen können. Hier einige Beispiele, die das Eis brechen können:

  • Was führt Sie zu dieser Veranstaltung?
  • Welche Verbindung haben Sie zum heutigen Thema beziehungsweise zum Gastgeber?
  • Von wo sind Sie heute angereist? Hatten sie eine gute Anreise?
  • Was halten Sie von den letzten aktuellen Ereignissen (Bezug zur aktuellen Nachrichtenlage oder zu einem aktuellen Thema aus den Medien)?
  • Was machen Sie beruflich?

Spätestens auf die letzte Frage sollten Sie eine gute Antwort parat haben und das, was sie selbst beruflich tun, einprägsam, neugierig machend, kurz und prägnant zusammengefasst in wenigen Sätzen sagen. Das ist die Kunst des sogenannten Elevator Pitchs. Ein Kollege sagt zum Beispiel immer: „Ich mache sie reich“. Da gibt es nur Wenige, die nicht nachfragen und mehr wissen wollen. Entscheidend ist, Fragen zu stellen und Fragen auszulösen. Dann gelingt es leichter, im Gespräch zu bleiben.

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Magda Bleckmann
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Welche Themen eignen sich für Smalltalk und welche nicht?

Tabuthemen sind Geld, Krankheiten, jammern über die eigene Situation, schlecht reden über andere oder über den Veranstalter, Politik und Religion sowie persönliche Überzeugungen, die andere verletzen oder von vornherein Gegenwind auslösen könnten. Nicht gesprochen wird heutzutage auch über den Familienstand und wie es dem Partner geht.

Auf der anderen Seite sprechen wir gerne über unsere Kinder, Freizeitaktivitäten, Hobbies, Ausbildungen, unseren Beruf, Urlaub, Essen und Trinken, insbesondere Wein oder aktuelle Themen aus den Nachrichten und den Medien. Wenn es Ihnen gelingt, hier Gemeinsamkeiten zu finden, dann bauen sie schnell eine Sympathieebene auf und haben die Chance, auch nach dem Smalltalk-Dialog in Kontakt zu bleiben und ein Folgetreffen zu vereinbaren. Bei diesem können Sie dann Ihre Themen wesentlich intensiver diskutieren.

Welche Körpersprache ist beim Smalltalk angezeigt?

Eine offene und lockere Körperhaltung. Die Hände und Beine nicht verschränkt und auch sonst möglichst ruhig. Stellen Sie sich auch einmal neben Ihren Gesprächspartner, denn das lockert die Situation auf. Bleiben Sie unverkrampft – Smalltalk soll Freude machen. Es braucht keine große Gestik, denn Smalltalk ist keine Bühne. Einfach lächeln und parlieren.

Wie lassen sich Hemmungen beim Smalltalk überwinden?

Zuerst einmal geht es um die innere Einstellung. Sie müssen selbst davon überzeugt sein, dass Sie etwas Spannendes zu erzählen haben und als Person interessant sind. Es geht also zuerst um Ihre eigene Selbstsicherheit. Wenn Sie diesbezüglich unsicher sein sollten, führen Sie sich vor Augen, was Sie schon alles erreicht haben und wo Sie schon einmal erfolgreich waren. Erleben Sie diese Situation nochmals vor Ihrem geistigen Auge – am besten kurz vor einem Gespräch. Dann werden Sie lächelnd und selbstsicher überzeugen.

Häufig geht es auch darum, den viel zitierten inneren Schweinehund zu überwinden und aktiv auf fremde Menschen zuzugehen. Stellen Sie sich ehrlich die Frage: „Was soll denn passieren?“ Schlimmstenfalls stellen Sie fest, dass der andere keine Lust hat, mit Ihnen zu sprechen. Gehen Sie dann einfach zum Nächsten. Ihre Lage hat sich dadurch nicht verschlechtert, denn nicht gesprochen haben Sie ja schon. Bestenfalls können Sie einen neuen und netten Kontakt oder sogar einen neuen Geschäftspartner auftun. Sie können also nur gewinnen.

Wie steigt man höflich aus dem Smalltalk aus?

Auch hier gilt, sich zuerst selbst die Erlaubnis zu geben, sich verabschieden zu dürfen und nicht endlos zuhören zu müssen. Smalltalk-Dialoge sind keine Fesseln. Sie dürfen und sollen an einem Abend mehrere Personen kennenlernen und müssen deshalb sogar das Gespräch beenden. Das wird Ihr Gesprächspartner auch verstehen, denn auch er möchte weiterkommen. Wenn es „funkt“, findet sich eine zweite Gelegenheit, die Sie ja auch aktiv anbieten können: „Wo setzen wir unser angenehmes Gespräch fort, Herr/Frau …?“

Andere Ausstiegsmöglichkeiten bieten diese Formulierungen:

  • „Ich habe mich sehr gefreut, Sie kennenzulernen. Auf Wiedersehen“.
  • „Es war mir eine besondere Freude, heute mit Ihnen zu sprechen. Wir haben viel gemeinsam, lassen Sie uns das Gespräch doch ein anderes Mal fortsetzen.“
  • „Ah, da drüben sehe ich Herrn Maier. Mit dem wollte ich heute unbedingt noch sprechen. Habe mich gefreut. Ihnen noch einen schönen Abend.“

Ganz elegant ist es, wenn Sie wissen, was Ihr Gegenüber beruflich macht und Sie eine andere Person im Raum kennen, die interessant für ihn sein könnte. Stellen Sie die beiden einander vor, aber nur, wenn es wirklich für beide von Interesse ist. So erweitern Sie die Runde, stiften Nutzen und haben sich an dem Abend um die Stimmung und das Wohlfühlen gleich mehrerer Menschen verdient gemacht.

Über die Autorin
Dr. Magda Bleckmann

Magda Bleckmann ist Expertin für Erfolgsnetzwerke und professionelles Mitglied der German Speakers Association (GSA) und der Experts Group Kooperation und Netzwerke der Wirtschaftskammer Österreich. Aufgrund ihrer langjährigen politischen Tätigkeit besitzt sie ausreichend Erfahrung zum Thema Kommunikation, Motivation und Netzwerken und begleitet mit diesem Wissen Führungskräfte auf ihrem Weg nach oben.

AnschriftMag. Dr. Magda Bleckmann Unternehmensberatung Coaching – Connecting – Consulting
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