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Smarte DistributionBeschaffung zwischen Lagerabbau und Lieferzeiten

Die Geschäftsführung fordert: Kosten runter ohne die Versorgung zu gefährden. Einen Ausweg aus diesem Dilemma um Lagerkosten und Verfügbarkeit bietet die neue und smarte Art der Distribution.
erschienen: 04.08.2010

Zahlreiche Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit einer ähnlichen Problematik: Anstatt die Lieferantenan­zahl zu redu­zieren, haben in der Vergangenheit viele Unter­nehmen und auch Distributoren ihre Lager heruntergefahren. Lange Zeit wurde hier nur die Kostenseite betrachtet, an­statt die Folgen abzuwägen: Wird weniger auf Lager gelegt, produzieren die Hersteller weni­ger, die logische Folge sind hö­here Lieferzeiten und damit ver­bunden auch höhere Preise. Ge­schieht dies, müs­sen Unterneh­men dringend benötigte Bauteile oft zu extrem ungünstigen Konditionen beziehen. Am Ende be­zahlen die Un­ternehmen oft weitaus mehr als die vermeint­lich eingesparten Lager­kosten.

Vorteile hat im Beschaffungs­markt hingegen eher das Unternehmen, das langfristig plant und sich antizyklisch ver­hält: Also wenn Ware ausreichend zur Verfügung steht, diese zu gu­ten Preisen einzukaufen und auf Lager zu legen. Zumal die Be­schaffung einer Kleinmenge den gleichen (und in Zeiten von Lieferengpässen sogar nicht mehr) Aufwand macht wie beim größeren Bedarf.

C-Teilemanagement – Potenzialquelle im Einkauf

In der Regel verursachen gerade C-Bauteile sehr hohe Kosten bei der Beschaffung, der Bestandsführung und der Daten­pflege. Der Einkauf konzentriert sich aber vor allem auf den A- und B-Bedarf und achtet in diesen Bereichen auf eine Reduzie­rung der Kosten und Steigerung der Performance. Nur selten überprüfen Unternehmen ihr C-Teile-Management, ansonsten würden sie sehr wohl erkennen, welch hoher Prozessaufwand und große Lieferantenanzahl sich oft dahinter verbirgt. Werden hier bestehende Strukturen genau betrachtet, können enorme Einsparungspotenziale, zum Beispiel in einer Optimierung von Bezugsmengen und Beschaffungszeiträumen, ausgeschöpft werden.

Ausgelagertes Lager

Eigentlich sind heutzutage große Lagerbestände nötig, um schnell und flexibel zu reagieren. Doch das bindet unnötig Kapi­tal. Eine Alternative bieten sogenannte Konsignationslager, wie sie von Distributoren angeboten werden. Hier erfolgen der Ei­gentumsübergang und damit die Berechnung nach vereinbar­ten Fristen oder nach Abruf der Ware durch den Kunden. So verringern sich nicht nur der organisatorische Aufwand und die erforderlichen Mittel, auch die Planungen auf Kundenseite wer­den gleichzeitig entscheidend vereinfacht.

Von Vorteil ist in die­sem Zusammenhang auch das Kanban-System. Im Gegensatz zu zentralen Steuerungssystemen zeichnet sich die­ses durch eine dezentrale Steuerung aus. Es funktioniert nach einem sehr einfachen Prinzip auf der Grundlage des jeweiligen Kundenbedarfs: Der Abnehmer entnimmt nur das aktuell benö­tigte Material. Das Lager wird dank Kanban als Informationsträger automatisch wieder aufgefüllt. Das Unternehmen infor­miert den Distributor nur über die Produktionen, die mit dem Kanban-System ausgestattet werden sollen. Aus den Details wie Materialien, Fertigungs- und Transportzeiten sowie der Abnah­meintervalle werden Puffer- und Sicherheitslager errechnet, mit denen der Distributor anschließend die termingerechte Liefe­rung garantiert.

[Bild: Fotolia.com]

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Über den Autor
Klaus Denis

Klaus Denis ist seit 30 Jahren Vollblutunternehmer. Nach dem Verkauf seines Unternehmens MGV, das Netzgeräte produziert, widmet er sich heute mit „smart distribution“ der Aufgabe, den Markt und die Bezugsmöglichkeiten speziell für Kunden mit mittlerem und kleinem Abnahmevolumen attrak­tiver zu gestal­ten.

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