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Soziale NetzwerkePersonalberater informieren sich im Web über Bewerber

Geben Sie acht, was Sie im Internet über sich preisgeben! Es könnte Ihre Karriere negativ beeinflussen.
erschienen: 02.09.2010
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"Die Personalberatung steht vor einem Umbruch, bei dem durch den demographischen Wandel in Deutschland ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entsteht. Gleichzeitig wächst eine Generation heran, die "digital Generation", die eine Nutzung sozialer Netzwerke zur Personalsuche in der Zukunft unumgänglich macht",

sagt Stephan Füchtner, Managing Partner bei GEMINI und Herausgeber der Studie.

Direktansprache als vorrangige Suchmethode bei Führungskräften

Die Studie ergab, dass die Direktansprache bei der Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften bei den Top 15 Personalberatungen mit 73 Prozent die vorrangige Suchmethode bleibt, um Kandidaten zu identifizieren. Soziale Netzwerke wurden eher nachrangig genannt.

Internetsuche bei Nachwuchskräften zu 70 Prozent Bestandteil der Suchmethode

Um frühzeitig Nachwuchsführungskräfte zu entwickeln, wird bei der jungen "digital Generation" vorrangig über Internetsuche (70 Prozent) - also über soziale Netzwerke, Suchmaschinen und Online-Jobbörsen - recherchiert, da die Kandidaten aufgrund ihrer Präsenz im Web 2.0 und mangels Berufserfahrung eher selten über klassische Suchstrategien zu finden sind.

Soziale Netzwerke zur Informationsbeschaffung über Kandidaten

Bereits heute halten sich 25 Prozent der Personaler und Personalberater täglich in sozialen Netzwerken auf, um Kandidaten zu identifizieren. 85 Prozent nutzen die internetbasierte Recherche und 35 Prozent davon sogar soziale Netzwerke für die Informationsbeschaffung zu Kandidaten. Dabei schätzen 56 Prozent der Personalberater den Einfluss von auffindbaren Informationen im Internet auf die zukünftige Karriere als wichtig ein. Bei 47 Prozent der Befragten führte die Recherche auch bereits zum Ausschluss von Kandidaten aus dem Auswahlprozess.

Informationen aus dem Web 2.0 dienen dem Berater primär zur Gesprächsvorbereitung (29 Prozent), dem ersten Eindruck (28 Prozent), der Vervollständigung des Kandidatenprofils (21 Prozent) aber auch zur Überprüfung des Wahrheitsgehalts von Aussagen (19 Prozent). Adriane Stiegler, Research Associate bei GEMINI und Studienautorin, sagt:

"Die Selbstdarstellung, und damit das Reputationsmanagement der Kandidaten im Internet wird an Gewicht gewinnen. Personalberater werden daher zunehmend mehr auch in sozialen Netzwerken Kandidaten beobachten und sich speziell bei Nachwuchskräften auf internetbasierte Suchmethoden einstellen müssen."

Zur Studie

Es wurden 126 Entscheider in Personalberatungen und Unternehmen mit solchen Abteilungen zu ihrem Umgang mit Web 2.0 befragt.

[Quelle: GEMINI Executive Search GmbH; Bild: auremar - Fotolia.com]

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