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Soziale NetzwerkeSocial Media ist in der Geschäftswelt angekommen

Welche Bedeutung haben soziale Netzwerke wie Twitter & Co. in der Geschäftswelt? Eine Studie klärt auf.
erschienen: 21.10.2010

Dass sich nur Jugendliche in den Social Networks tummeln würden und die Unternehmen diesem Phänomen mehr oder minder hilflos gegenüberstünden, ist längst eine Mär, erklärt Studienherausgeber Dieter Böttcher, Mitglied im Präsidium der Software-Initiative Deutschland.

Prof. Wolfgang Prinz, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT meint, dass sich weit über die Hälfte der Firmen der Bedeutung der sozialen Netzwerke nicht nur bewusst sei, sondern diese auch schon in irgendeiner Form für geschäftliche Zwecke einsetze.

Indes ist Social Media oft nicht direkt Chefsache, wie die Forscher von Software-Initiative, Fraunhofer FIT und Hochschule ermittelt haben. Bei 45 Prozent der Unternehmen sind Facebook, Twitter & Co in der Pressestelle oder der PR angesiedelt, wobei allerdings diese Funktionen häufig am Vorstand oder an der Geschäftsführung hängen. Bei 33 Prozent kümmern sich Marketing und Vertrieb um die sozialen Netze. Die IT-Abteilung ist übrigens nur in 11 Prozent der Firmen mit dem Thema befasst.

Ein knappes Drittel der Unternehmen nutzen Netzwerke wie Facebook auch für die betriebsinterne Kommunikation, wie die Studie ausweist.

"Wichtigste Zielsetzung für Unternehmen beim Einsatz von Social Media ist die schnellere Kommunikation – intern wie extern",

erläutert Valentina Kerst, Mitglied des Präsidiums bei der Software-Initiative Deutschland. An erster Stelle steht dabei der rasche Informationsaustausch. An zweiter Stelle steht das zielgruppenorientierte Marketing und an dritter das Konzept, Social Media als Kanal für den Kundensupport einzusetzen. Recht weit hinten liegt die Steigerung der Prozesseffizienz.

Als größte Hürden für die Nutzung von Social Networks für berufliche Zwecke hat die Studie das Thema Datensicherheit (76 Prozent) herausgefunden. Ebenfalls hoch ist die Angst vor dem Verrat von Geschäftsgeheimnissen (58 Prozent) über Twitter & Co. Dennoch haben sich die meisten Firmen auf eine wachsende Bedeutung eingestellt.

"Über 80 Prozent der Unternehmen gehen von einer weiter steigenden Bedeutung der sozialen Netzwerke aus",

bringt Thomas Gronenthal, Vorsitzender des Deutschen Social Media Forums (DSMF), eine weitere wichtige Erkenntnis auf den Punkt. Prof. Dr. Andreas Schümchen von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ergänzt:

"Eines der größten Probleme der Wirtschaft wird schon in naher Zukunft darin bestehen, genügend Fachkräfte zu rekrutieren, die sich mit Social Media im betrieblichen Umfeld auskennen."

Zur Studie

Der SID/FIT Social Media Report 2010/11" wurde von der Software-Initiative Deutschland e.V. (SID) und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT mit der mit Unterstützung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg erarbeitet. Für die Studie wurden 100 Fach- und Führungskräfte aus der deutschen Wirtschaft nach ihrer beruflichen Nutzung von Social Media befragt.

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