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Spielerische MarketingmethodenSpielen Sie doch mit der Positionierung

Jeder Mensch und jedes Unternehmen positioniert sich jeden Tag – bewusst oder unbewusst. Bilder können spielerisch in der Positionierung und Kommunikation eingesetzt werden.
erschienen: 04.06.2010

Fehlt der Absatz oder der Ansatz?

Zum Thema Positionierung und Kommunikation gibt es unzählige Veröffentlichungen. Auch hat jedes Buch zum Thema Positionierung und Kommunikation seine eigene und richtige Sichtweise. In der Medizin vertrauen doch heute auch Menschen beispielsweise auf die Homöopathie oder die Schulmedizin. Zwei scheinbar völlig andere Ansätze. Einige Ärzte öffnen sich diesen alternativen Erkenntnissen und vereinen die möglichen Heilungsprozesse. Andere hingegen schwören allein auf die Homöopathie oder die Schulmedizin, um bei diesem Beispiel zu bleiben.

Für mich ist oft überraschend, wie sicher sich viele Könner mit dem angehäuften Wissen fühlen. Auf der anderen Seite empfinden Menschen den Mangel an Wissen als großes Defizit und bewegen dann kaum etwas.

Das ganze Wissen der Positionierungs- und Kommunikationswelt konnte bisher viele Unternehmens-Niedergänge nicht verhindern. Alles marktorientierte Wissen ist kein Garant für Umsatzerfolge! Und so viele Menschen und Unternehmensführungen sind sich immer noch so sicher die Mechanismen zu beherrschen. Wobei die Ereignisse der letzten Jahre doch eine deutlich andere Sprache sprechen. Das eigentliche Wissen bewerte ich deshalb auch „nur“ als einen wichtigen Baustein.

Unternehmen leben von der Geschäftsidee und den „Machern“. Auch Computer wissen oder können im Grundsatz nur Ergebnisse von den Menschen verarbeiten. Hat der einzelne Mensch eigentlich eine (sichere) Position für sein Leben, egal was passiert? Wenn wir in Ruhe und Klarheit unser Leben leben, können wir einen weiteren Denkbaustein bewusst umsetzen – die Botschaften der Intuition.

Denn heute ist auch wissenschaftlich völlig unstrittig, dass die Intuition keine mystische Gabe mehr ist, sondern ein ganz normaler Teil des Denkvermögens. Die Intuition ist fehlbar, wohl wahr, doch sie kann trainiert werden. Und aus meiner Sicht braucht sie auch ihren Platz in der Unternehmenskultur.

Spielen Sie einfach mit dem Gedanken der Positionierung und Kommunikation und dann machen Sie es einfach! Das wäre doch ein Ansatz.

Das „Online-Gefühl“

Heute darf alles schnell gehen. Nur an gewisse Dinge glauben, das fällt Menschen oft schwerer als gedacht. Übrigens gilt dies auch Ärzten. Denn zwei große Krankenkassen haben zum Beispiel die Akupunktur auf Rezept durchgesetzt. Gemäß der chinesischen Medizin werden bei der Akupunktur sogenannte Meridiane/Kanäle, in denen die Lebensenergie Qi fließt, mit Nadeln angestochen. Nach diesen Vorstellungen gibt es zwölf Hauptmeridiane. Jeder Meridian ist einem Organ bzw. Organsystem zugeordnet. Auf den Meridianen liegen die Akupunkturpunkte. Es ist heute bekannt, das auch falsch gesetzte Nadeln Heilerfolge erbringen. Trotzdem, Tausende von Ärzten setzten sich dafür nicht ein. Heute gibt es diese andere Technik, andere Heilweise auf Rezept. An was Sie glauben, wird Sie heilen. In meinem Verständnis sind Unternehmen manchmal voller Geschwüre oder es wird von kranken Unternehmungen gesprochen. Wenn wir online sind, fühlen sich Menschen verbunden mit der realen und sichtbaren Welt. Ich biete Ihnen jetzt den Gedanken an, gehen Sie doch auch online mit der unsichtbaren Welt der Gedanken und Gefühle.

Heute-ist-ein-Innovationstag!de

Albert Einstein soll gesagt haben „Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern, als ein Atom.“ Innovationsmanagement braucht ein bestimmtes Klima! Ansonsten werden technische, organisatorische, institutionelle und soziale Innovationen bei der Umsetzung bzw. Verwertung aus meiner Sicht scheitern. Aus historischer Sicht gibt es Zeiten der Innovation, in denen offenbar schubartig Neuerungen auftraten, sodass die allgemeine Meinung vertreten wird, dass Innovation ein bestimmtes Klima braucht. Doch es braucht auch den Mut Innovationen umzusetzen oder zu verwerten. Stellen Sie sich auf die Möglichkeit von intuitiven und spielerischen Erkenntnissen ein. Auch eine Einstellungssache, go on-line!

Das Spiel beginnt!

Alles geht. Ja, im positiven Sinne! Activity pur – führt zum Austausch von Ansichten und vor allen Dingen an den Rand unserer Sprache. Wenn eine Leserin oder ein Leser das gleichnamige Gesellschaftsspiel schon einmal gespielt hat, weiß jeder, wovon ich jetzt spreche. Ansonsten könnten manchmal Ausdruckslosigkeit und mangelnde Phantasie zwei Stichwörter sein. Auf in die Welt der kreativen Möglichkeiten?

Beispiel: Kommunikations-Tangram

Die Idee, ein chinesisches Tangram zweckentfremdet anzuwenden und zur Kommunikations-Übung zu nutzen, ist wahrlich nicht wirklich neu. Doch entdecke ich sehr schnelle Lernerfolge. In meinem Übungsaufbau sitzen drei Personen zusammen. Zwei spielen Rücken an Rücken den Kommunikationstransfer, die dritte Person sitzt etwa 1,5 Meter entfernt und schreibt markante Sätze auf und schaut auf die „Gesamt-Kommunikation“ ohne das Ergebnis zu sehen. Sind die eigentlichen zwei Kommunikationspartner der Meinung, dass das von mir vorgegebene Bild 100-prozentig auf die Spielfläche beim Partner aus den sieben Teilen erzielt wurde, spreche ich mit dem Beobachter. Er konnte nur sehen und hören, jedoch nicht das Spielbrett mit dem Ergebnis. Wenn der Beobachter das Gefühl hat, das Team hat es nicht geschafft, dann fangen immer Diskussionen mit zunächst ungewissen Ausgang an. Sind sich die Beteiligten trotzdem sicher, es geschafft zu haben, dann drehen sich natürlich alle Teilnehmer zueinander.

Die Mehrheit der Teilnehmer findet maximal Teilerfolge, die Kommunikationsbilder weichen oft weit von Ist-Zustand der Vorlage ab. Die Frage in der Gruppe, wie denn das neue Auto ausgeliefert aussieht, mache ich dann am dem erstellten Bild auf der Arbeitsspiel-Fläche fest. Die Abweichungen schlagen dann oft phantasievolle Blüten, besonders dann, wenn das Übungsbild von Ist-Zustand abweicht. Das Wunschauto in diesem Fall zeigt die illusionäre Kommunikation, in der sich die Teilnehmer vorher doch so sicher waren.

Die Kultur der Einstellung, der Akzeptanz oder der Sprache kommen auf den Tisch. Neue Festlegungen werden getroffen etc. In meinem Trainings setzt sich die dritte Person beim nächsten Mal anders herum und ich nehme den „Sinn Sehen“ quasi weg. Ich bitte das erklärte Bild mit zu zeichnen, ohne jedoch nachfragen zu dürfen. Irritierende Sätze dürfen natürlich notiert werden. Das Vermitteln von Bildern wird in diesem Spiel immer deutlicher. Querformate fallen aus dem Rahmen, weil sie überstehen. Bezugslinien finden keine Beachtung etc. Der bildhafte Vergleich liefert Metapher, die eine konsequentere Kommunikation nachhaltig begünstigen.

Gespielte Position

Wie SOLL und HABEN können die bildhaften Ergebnisse also auch bewertet werden. Es gibt jedoch auch ganz andere Erkenntnisse, „Es fühlte sich an der Stelle der Kommunikation einfach nicht gut an.“ Unternehmensberater und Ratgeber-Autoren propagieren unentwegt, wir müssten bei Entscheidungsfindungen möglichst analytisch vorgehen, Vor- und Nachteile auflisten und genau gegeneinander abwägen. Der Ansatz ist zunächst logisch, aber er setzt voraus, dass die menschliche Intelligenz wie eine Rechenmaschine funktioniert.

Gerd Gigerenzer, Jahrgang 1949 bearbeitet Gebiete über begrenzte Rationalität und Heuristiken, das heißt, wie kann man rationale Entscheidungen treffen, wenn Zeit und Information begrenzt sind und die Zukunft unsicher ist. Er ist der international meistzitierte Psychologe im deutschsprachigen Raum und seit 1997 Direktor des Center for Adaptive Behavior and Cognition (ABC) am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Für ihn ist die Logik nur eines von vielen Werkzeugen der Intelligenz. Gigerenzer führt selbst weiter aus: „In sehr viel mehr Fällen stützten wir uns auf Bauchgefühle – wir entscheiden intuitiv.“

Das Unternehmer-Magazin „impulse“ Januar 2010 zitiert Gigerenzer im Zusammenhang bei einem Versicherungsunternehmen: „Komplexe Berechnungen können sehr gut Ereignisse der Vergangenheit erklären. Wer aber Entscheidungen über die Zukunft zu treffen habe, fährt mit einfachen Faustregeln besser.“

Positionierungs-Tipp: Eine Positionierung besser unperfekt gespielt und beginnen, als perfekt aufgeschoben!

Führungskraft voraus, denn Mitarbeiter denken auch

Klingt Ihnen mein ausgesprochener Positionierungs-Tipp noch in den Ohren? Gut, denn viele Aufgaben werden aufgeschoben, da alles augenscheinlich „100-Prozentig“ gemacht werden soll.

Das Lebensprinzip vom Fußball-Manager Uli Hoeneß beschreibt er selbst mit dem englischen Grundsatz „learning by doing“. Er sieht sich als suchender Praktiker und ist offen für überraschende Lösungsansätze.

Wenn Menschen in Unternehmen oder Teilnehmer an Workshops zum Beispiel mit einem Positionierungsspiel agieren dürfen, begreifen sie nicht nur das Spielmaterial, sondern auch das Bild der Entscheidungen verfestigt sich bei allen Mitarbeitern.

Aus vielleicht nebligen Verhältnissen wird ein lebendiges Miteinander. Denn Nebel rückwärts gelesen schafft das Wort „Leben“. Und gelebte Positionierungen sind ein echtes Kapital und führen zu Eigenverantwortung bei Mitarbeitern. Viele Wege führen nach Rom, doch wenn Sie Mitarbeitern vertrauen und sie an dem Positionierungsweg authentisch und bildhaft beteiligen, werden viele Beteiligte aus innerer Überzeugung das Bild weiter ausfüllen. Mit dem Unterschied, sie bleiben im Rahmen! Im Rahmen der Positionierung füllen Sie ihre Aufgabe aus.

Intuition und Co.

Heute werden von verschiedenen Verlagen emotionale Karten fürs Management angeboten. Damit sollen Gefühle geweckt werden und bestenfalls auch zum Ausdruck kommen. Der schon zitierte Gerd Girgerenzer betont:

„Nach den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung verhalten sich Menschen keineswegs bewusst und rational. Über 95 Prozent aller menschlichen ´Entscheidungen` werden anhand unbewusster und emotionaler Bewertungskriterien getroffen.“

Diese menschliche verankerte Grunderkenntnis funktioniert doch nicht nur beim Kauf von Produkt oder Dienstleistungen, sondern auch in jeder anderen Situation. Hatten Sie schon dieses Bild „Intuitive Entscheide“ in Kopf? Oder in Ihrem Bewusstsein? Denn der Kopf weiß längst nicht alles.

Fazit

Jeder Mensch und jedes Unternehmen positioniert sich jeden Tag – bewusst oder unbewusst. In Unternehmen entscheiden die Führungskräfte zuerst über die „gezielte“ Ansprache von Emotionen oder Nutzung der Intuitionen. Dieser mitentscheidende Wettbewerbsvorteil ist ein Bewusstseins-Sprung und kann durch Spielunterstützungen gefördert werden. Ein echter Klimawandel, wenn Ziele einfacher und spielerisch mit Bildern erreicht werden – erfahrungsgemäß auch viel schneller. Und dies sowohl in der Positionierung als auch in der Kommunikation. Oder wollen Sie Ihr Unternehmen aufs Spiel setzen? Übrigens, die „Spiel-Dosis“ bestimmen Sie! Homöopathische Mengen reichen schon aus. Einfach trainieren und bleiben Sie spielerisch.

[Bild: Fotolia.com]

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Über den Autor
Peter Köstel

Peter Köstel ist Coach und Trainer, ohne jedoch den Praxisbezug und die Umsetzung aus den Augen zu verlieren. Er ist Gründer und Inhaber von marketing-pur.

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