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StorytellingMit guten Geschichten bei Präsentationen jedes Publikum begeistern

Eine druckfrische Boulevard-Schlagzeile, die Anekdote eines Bekannten oder Neuigkeiten aus der Chefetage – bei einer guten Geschichte spitzen wir gerne die Ohren. Diesen Effekt können Sie gezielt bei Vorträgen und Präsentationen einsetzen und damit ihr Publikum in Ihren Bann ziehen.
erschienen: 30.11.2009
Schlagwörter: Präsentieren

Wer mitten in der Präsentation zu einer Geschichte ansetzt, muss mit einem verblüffend aufmerksamen Publikum rechnen. Das Flüstern verstummt, die Blicke richten sich aufs Rednerpult und der gesamte Vortragssaal ist plötzlich hellwach. Der Grund: Eine Story macht nicht nur neugierig, sie spricht den Zuhörer auch unmittelbar emotional an, weil er das Erzählte sofort vor dem inneren Auge visualisiert und mit eigenen Erlebnissen abgleicht. Es entsteht ein persönlicher Bezug zum Gehörten  – und genau in diesem Bezug liegt das Geheimnis einer guten Geschichte. Der Redner sorgt für echte Begeisterung und stellt sicher, dass jede Botschaft, die über eine Story vermittelt wird, nachhaltig im Kopf des Zuhörers haften bleibt – selbst wenn dieser sich nicht eine einzige Notiz gemacht hat.

Welchen Effekt Referenten außerdem nutzen sollten: Kleine Anekdoten und persönliche Erlebnisberichte lockern die Atmosphäre während der Präsentation auf und machen es möglich, sogar ein technik- oder faktenlastiges Thema unterhaltsam an den Mann oder die Frau zu bringen, weil sie selbst komplexe Zusammenhänge verständlich machen. Natürlich braucht es anfangs etwas Mut, um Geschichten – vor allem persönlicher Art – zu erzählen, aber ein überzeugender Auftritt vor einem begeisterten Publikum lohnt es einem.

Die passende Geschichte finden

Das klingt nach vielen guten Gründen, schon im nächsten Vortrag zum Geschichtenerzähler zu werden. Aber wo findet sich die passende Story zum jeweiligen Thema? Die Antwort: Überall! Gute Witze, Anekdoten & Co. lassen sich sowohl in antiken Mythen, in Sagen oder Fabeln als auch in der Tageszeitung oder im Kino entdecken. Selbst der eigene Bekannten- oder Freundeskreis entpuppt sich oft als wahres Geschichten-Eldorado.

Um den reichhaltigen Erzählstoff allerdings verwerten zu können, sollte er vorab gesammelt und gesichtet werden – so schaffen sich Redner einen soliden Fundus, auf den sie bei Bedarf immer wieder zurückgreifen können, um ihre Auftritte stets abwechslungsreich und interessant zu gestalten.

Ein Tipp: Der Story-Suche sollten Redner bewusst keine Grenzen setzen, denn viele der Geschichten, die auf den ersten Blick ungeeignet scheinen, erweisen sich im Nachhinein als idealer Opener oder echter Publikumsschlager. Deshalb gilt: Erst wenn das Story-Sammelsurium steht, sollten Referenten wählerisch werden.

Die Moral von der Geschicht’ – Wie Storys in die Rede passen

Ob eine Geschichte endgültig in den Vortrag passt, hängt von zwei maßgebenden Faktoren ab – der Argumentation und den Zuhörern der Rede. Wer beispielsweise ein Unternehmen oder eine Abteilung leitet und seine Mitarbeiter anspornen oder inspirieren möchte, erzählt am besten von Erlebnissen, in denen das eigene Leben wieder „auf Kurs gebracht“ wurde, denn diesen Geschichten wohnt meist eine große Moral inne. Den gleichen Effekt erzielen Fabeln, Volksweisheiten oder Märchen. Weil diese in der Regel schon bekannt sind und ein kleiner Anhaltspunkt meist ausreicht, um die Erinnerung daran zu wecken, eignen sie sich besonders gut, um ausgewählte Aspekte einer Rede zu veranschaulichen.

Persönliche Geschichten mit mehr Erklärungsbedarf sollten dagegen besser an den Anfang der Rede gestellt werden. Das gilt auch für tagesaktuelle Ereignisse oder Skandale aus den Medien, die das eigene Unternehmen beziehungsweise – im Fall von Skandalen – Konkurrenzfirmen betreffen. Als Opener sind sie ideal, um sich mit dem Publikum „zusammenzutun“, indem man von Anfang an eine gemeinsame Ebene beziehungsweise ein gemeinsames „Feindbild“ schafft. Vor allem bei Unternehmensvorträgen über die aktuelle Marktlage oder Zukunftsprognosen hat sich diese Storyart bewährt.

Bleiben noch die klassische Anekdote und die sogenannte Tollpatsch-Geschichte, in der amüsante Fettnäpfchen gefragt sind. Während letztere der perfekte Eisbrecher bei nervösem Publikum ist, das hierarchisch unter einem steht, gehört erstere zum Allroundtalent unter den Storys. Sei es die Freude über einen gefundenen Geldschein oder der Frust über den verpassten Bus – die kleinen Glücks- und Unglücksfälle des Alltags würzen jeden Vortrag und stellen schnell eine emotionale Bindung zum Zuhörer her.

Wer sich jetzt fragt, wie man mitten in der Präsentation eine Überleitung schafft, für den gibt es einen einfachen Trick: Mit den Worten „Dazu eine Geschichte…“ oder „Da fällt mir eine spannende Sache ein, die mir erst kürzlich passiert ist“, ist jeder Story ruckzuck der Weg geebnet. Zum Thema zurück kommt man am leichtesten mit der Wendung „Warum erzähle ich Ihnen das?“. Der Vorteil: So geht der Bezug zum Thema nicht verloren und das Publikum spitzt noch einmal aufmerksam die Ohren.

Es war einmal – Geschichten spannend erzählen

Damit die Story zum Highlight der Präsentation wird und ihre Wirkung voll entfaltet, gilt es ein paar Hinweise zu beachten, wie

  • langsam zu sprechen,
  • bei Spannungsmomenten dramaturgische Pausen zu setzen und
  • eine ganz natürliche Sprechweise an den Tag zu legen.

Um das Publikum zu packen, braucht es kurze Sätze mit vielen Verben und wenigen Substantiven, am besten in der Gegenwartsform, denn so nimmt der Zuhörer besonders intensiv Anteil an dem, was gesagt wird und kann es sich außerdem leichter merken. Fortgeschrittene wechseln beim Plaudern zudem zwischen Lautstärke und Geschwindigkeit, um ihrer Story noch mehr Lebendigkeit zu verleihen.

Ein Extratipp: Zum unvergesslichen „Botschafter“ wird eine Geschichte mit den passenden Requisiten. Wer etwa über einen Stein gestolpert ist, sollte ihn mit aufs Podium nehmen und symbolisch auf dem Pult platzieren. Das ungewöhnliche Mitbringsel bleibt den Zuhörern garantiert im Gedächtnis – genau wie die entsprechende Rede dazu.

[Bild: nyul - Fotolia.com]

Hinweis

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Über den Autor
René Borbonus

René Borbonus gehört zum renommierten Kreis der Top 100 Excellence Speakers und bewegt sich – als Buchautor, Vortragsredner und einer der führenden Kommunikationstrainer im deutschsprachigen Raum – bewusst an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis.

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