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TeamworkEmotionale Intelligenz im Team

Gerade in der Teamarbeit spielen Gefühle eine wichtige Rolle. Diese Tatsache muss zunächst akzeptiert und die relevanten Gefühle müssen erkundet werden, um auf sie bauen zu können.
erschienen: 30.03.2010

In einem Beitrag für Harvard Business Manager arbeiten Vanessa Urch Druskat und Steven B. Wolff heraus, wie im Team mit Gefühlen umgegangen werden kann. Wichtig für den Erfolg, für Beteiligung und effektive und effiziente Zusammenarbeit sind nach Meinung der Autoren zunächst folgende Faktoren:

  • Vertrauen zwischen den Teammitglieder,
  • Identifikation mit der Gruppe und
  • Glaube an das Leistungsvermögen der Gruppe.

Diese basieren auf der emotionalen Intelligenz der Gruppe. Sie äußern sich auf drei Ebenen:

1. Umgang mit den Gefühlen des Einzelnen durch die anderen Teammitglieder

Nicht immer sind alle Mitglieder in einem Team einer Meinung. Oft ist es gerade eine Person, die unzufrieden ist und sich quer stellt. Dies kann man dadurch erkennen und hinterfragen, indem die Gruppe innehält und sich die Meinung des „Abweichlers“ anhört. Alle Gruppenmitglieder müssen erleben, wie sich jeder mit der Sichtweise des anderen auseinandersetzt.

Ein geeignetes Instrument kann die Storyboard-Technik sein, bei der alle Teammitglieder ihre Vorstellungen auf einem Wandplakat skizzieren. Auf dieser Grundlage können die Befürchtungen und Wünsche aller angemessen berücksichtigt und gesteuert werden.

Wenn ein Teammitglied eine Gruppen-Norm verletzt, dürfte es den anderen auch nicht schwer fallen, den Verstoß offen anzusprechen. Dann lässt sich das Fehlverhalten leichter abstellen. Oft hilft dabei Humor, wenn ein grundsätzliches Vertrauen in der Gruppe da ist.

2. Mit Gruppengefühlen zurechtkommen

Ist Ihnen die Stimmung in Ihrem Team wirklich bewusst? Sehen Ihre Teammitglieder ihre Arbeit eher positiv oder negativ?

Auch ein Team kann als Ganzes einer Stimmung unterliegen, es hat Stärken und Schwächen, bestimmte Muster der Interaktion und der Arbeitsprozesse. Auch diese müssen wahrgenommen und artikuliert werden. In einer Teamsitzung am frühen Nachmittag kann eine Person dann durchaus sagen: „Sehen wir alle nicht ziemlich müde aus?“ Um zu erkennen, welche Stimmung in der Gruppe herrscht, sollten Sie möglichst viele Personen innerhalb und außerhalb der Gruppe um Feedback bitten.

Um solche Gruppengefühle zu steuern, kann das Team eigene Spielregeln und Redewendungen entwickeln, die alle nach und nach akzeptieren. Außerdem können gemeinsame Erlebnisse – auch in der Freizeit – Gruppengefühle erzeugen. Wichtig ist, dass Sie Hilfen bieten, die diese sichtbar werden lassen; sprechen Sie schwierige Probleme offen an. Außerdem müssen Sie ein positives Umfeld schaffen und die vorausschauende Problemlösung unterstützen. Packen Sie Aufgaben an, wenn andere untätig bleiben.

3. Mit Gefühlen außerhalb der Gruppe umgehen

Viele Teams haben zwar ihre eigenen Gefühle im Griff, übersehen aber, dass sie nicht allein im Unternehmen sind. So kommt es zu einer falschen Selbsteinschätzung des gesamten Teams – insbesondere dann, wenn man scheinbar sehr erfolgreich ist.

Deshalb ist es wichtig, auch Außenverbindungen zu entwickeln. Die Teammitglieder sollten Kontakt zu externen Gruppen, Abteilungen oder Vorgesetzten haben und deren Stimmungen erkennen und verstehen. Diese Erfahrungen müssen dann in das Team integriert werden, indem beispielsweise andere Personen zu Teamsitzungen eingeladen werden.

Das Team sollte sich auch bemühen, das Unternehmen, seine Strategien, Ziele und Erfolgsfaktoren insgesamt zu verstehen. Diese sollten in den internen Teambesprechungen immer wieder explizit angesprochen werden. Andernfalls kann die Enttäuschung groß sein, wenn eine Lösung des Teams, von der dieses so begeistert war, bei anderen auf Ablehnung und Kritik stößt.

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