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Unbesetzte AusbildungsstellenWarum Betriebe erfolglos bleiben

Das Phänomen ist nicht neu: Trotz starker Nachfrage vonseiten der Jugendlichen bleiben jedes Jahr zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt.
erschienen: 01.10.2009

Wer ist davon betroffen?

Insgesamt meldet laut BIBB-Befragung jeder siebte ausbildungsbereite Betrieb, dass er Ausbildungsstellen nicht besetzen konnte. Dabei haben vor allem kleinere und mittlere Betriebe Schwierigkeiten. Folgende Branchen sind davon betroffen:

  • das Verkehrs- und Nachrichtenwesen,

  • das Gastgewerbe und

  • die sonstigen Dienstleistungen, zum Beispiel die Reinigungs- und Körperpflegebranche oder die Entsorgungswirtschaft.

Zudem sind die Besetzungsschwierigkeiten der Unternehmen in den östlichen Bundesländern größer als in den westlichen.

Warum werden Ausbildungsstellen nicht besetzt?

Die Ergebnisse der Befragungen zeigen: Betriebe können aktiv darauf Einfluss nehmen, ob ihre Ausbildungsstellen besetzt werden oder nicht. Ursachen für unbesetzte Ausbildungsstellen sind:

  • Die betroffenen Betriebe beginnen erst relativ spät, das heißt kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres mit der Suche nach geeigneten Bewerbern. Eine frühzeitige Personalplanung ist extrem wichtig.

  • Hohe Anforderungen erwecken den Eindruck, als würden bereits fertig ausgebildete Fachkräfte gesucht und nicht Jugendliche, die gerade erst in die Berufswelt eintreten. Ein breit aufgestelltes Angebot von Vermittlungskanälen kann sehr nützlich sein.

  • Die Attraktivität der Ausbildungsstellen oder Branchen ist nicht sehr hoch. Die Arbeitgeberattraktivität (Employer Branding) insgesamt spielt eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Stellenbesetzung.

Wie lässt sich dies in Zukunft vermeiden?

Die Anwerbe- als auch die Bewerbungsstrategien müssen verbessert werden, um die Informationen über offene Stellen und nachfragende Bewerber und Bewerberinnen zu optimieren. Um dies zu erreichen, sollten alle Akteure der beruflichen Bildung eng zusammenarbeiten. Konkrete Ansatzpunkte wären den BIBB-Analysen zufolge etwa:

  • Eine bessere Vernetzung zwischen Schule und Wirtschaft.

  • Das Werben für weniger bekannte Berufe.

  • Die Unterstützung der Betriebe bei der Durchführung von Auswahlverfahren.

  • Die Nutzung vielfältiger Rekrutierungswege.

  • Die nachhaltige Veränderung des Images bestimmter Berufe.

  • Eine attraktivere Gestaltung von Berufsinhalten sowie

  • bessere Verdienstmöglichkeiten.

Diese Ansatzpunkte könnten die Suche der Betriebe nach geeigneten Auszubildenden in Zukunft erfolgreicher machen.

Zur Studie

Die komplette Studie zum kostenlosen Herunterladen finden Sie hier:

„Unbesetzte Ausbildungsplätze - warum Betriebe erfolglos bleiben. Ergebnisse des BIBB-Ausbildungsmonitors"

[Svetlana Miassoedov; Quelle: BIBB; Foto: amridesign - Fotolia.com]