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Unternehmen profitieren von Kooperationen im Marketing und in der Produktion

Durch Kooperationen lassen sich Produkte und Dienstleistungen besser vermarkten. Das Crossroads-Konzept des Musikers Eric Clapton könnte als Vorbild dienen.
erschienen: 08.06.2011
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Eric Clapton blickt auf eine fast 50-jährige Musikerkarriere zurück. Als Brite hat er den amerikanischen Blues in leicht verdaulicher Form nach Europa gebracht und auf diese Weise Generationen von Musikern den Nährboden für ihre musikalischen Innovationen geliefert. Nun bestellt er mit visionärer Strategie sein Erbe und veranstaltet alle drei Jahre das „Crossroads Guitar Festival“. Zu diesem Open-Air-Konzert lädt er Blues-, Bluesrock- und Rockmusiker aus aller Welt ein. Generationenübergreifend treffen dort musikalische Urgesteine jenseits der 80 auf den 20-jährigen Nachwuchs und spielen miteinander. Doch Crossroads ist nicht nur ein Ereignis der musikalischen Spitzenklasse, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für die Entwicklung gewinnbringender Kooperationen.

Durch Kooperationen Kundenkreis erweitern

Der Crossroads-Grundgedanke ist einfach: gemeinsam für die Kunden regelmäßig etwas veranstalten, damit daraus ein festes Ritual wird. Auf ähnlichen Kooperationen basieren Weihnachtsmärkte und Verkaufsoffene Sonntage. Auch hier arbeiten Wettbewerber zusammen, um gemeinsam mehr zu erreichen. Das Crossroads Festival geht aber noch einen Schritt weiter: Jeder kann durch die Anwesenheit des anderen profitieren. Dieser Grundgedanke von Kooperationen zielt besonders auf den Zeitraum nach der Veranstaltung ab. Wer sich die CD oder DVD des Festivals kauft, hört zwangsläufig auch die Musik anderer Teilnehmer. So kann jede teilnehmende Band ihren Kundenkreis erweitern.

Unternehmenslenker können vom Crossroads-Konzept profitieren, indem sie für sich folgende Fragen ableiten:

  • Was ist die Botschaft der eigenen Branche, des eigenen Produkts oder der angebotenen Problemlösung und ist sie es wert, an die nächste Generation weitergegeben zu werden?
  • Können Unternehmen sich dafür genauso begeistern wie Clapton für seinen Musikstil?
  • Welche Kooperationen könnten mit dem Mitbewerb auf die Beine gestellt werden?

Das Crossroads-Konzept besticht durch drei Eigenschaften:

  • Jemand muss das Ganze initiieren
  • Die übergeordnete Idee braucht Leuchtkraft
  • Das Gemeinsame dominiert das Einzelne

Wenn diese drei Punkte zusammenkommen, werden die Kräfte gebündelt und das Anliegen erregt mehr Aufmerksamkeit. Im Folgenden werden beispielhaft Branchen aufgeführt, auf die das Crossroads-Konzept – jeweils mit Berücksichtigung der spezifischen Situation – praktisch übertragen werden könnte:

Einzelhandel

Bestimmte Einzelhändler könnten innerhalb eines Ortes regelmäßig in Kooperationen zusammenarbeiten. Sie könnten Produkte der anderen Händler bei sich ausstellen und einen gemeinsamen Newsletter für alle Kunden herausbringen. Es wäre möglich, auf Facebook oder anderen Plattformen eine gemeinsame Einkaufs-Community anzubieten. Sie könnten gemeinsam PR betreiben und Aktionstage durchführen.

Hersteller oder Dienstleister

Viele Unternehmen profitieren im B2B-Bereich vom Erfolg ihrer Kunden. Unter dem Motto „We make you better“ könnten sie Kooperationen bilden und Leistungspakete zusammenstellen, die ihren Kunden helfen, deren Performance zu verbessern. Denkbar wäre dies beispielsweise für Handwerksunternehmen, Fachhändler oder Gastronomen.

Automobilindustrie

In der Automobilindustrie ließe sich die Entwicklung bestimmter Projekte in Kooperationen schneller vorantreiben, zum Beispiel bei den aktuellen Themen Energieversorgung und Antrieb.

Druckindustrie

Wenn sich die verantwortlichen Druckereibesitzer überregional in der Vermarktung und Produktion zusammenschließen würden und bereit wären, Kapazitäten zu drosseln, könnte so manche kränkelndes Unternehmen betriebswirtschaftlich wieder gesunden.

Die Anregungen für gewinnbringende Kooperationen lassen sich mit ein wenig Phantasie beliebig erweitern. In der Praxis gibt es bereits vereinzelt Initiativen, etwa den Zusammenschluss führender Mauerziegelhersteller unter dem Namen „Mein Ziegelhaus“, die den Tonziegel im Hausbau vorantreiben wollen. Oder die Vereinigung der Verpackungsmaschinenhersteller unter der Bezeichnung „Packaging Valley“. Diese wollen ihre gesamte Region als Synonym für exzellenten Verpackungsmaschinenbau international promoten.

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