Archiv

VerhaltenAndere Länder, andere Sitten

Geschäftsbeziehungen ins Ausland sind heute die Regel. Dabei sind Kenntnisse um die kulturellen Besonderheiten ausländischer Geschäftspartner besonders gefragt. Denn nur wer die Spielregeln beherrscht, läuft nicht Gefahr ins Fettnäpfchen zu tappen.
erschienen: 01.10.2009

Kulturunterschiede als Stolpersteine im Business

Kontakte rund um den Erdball sind für deutsche Unternehmen heute die Tagesordnung, Berührungspunkte mit den ausländischen Geschäftspartnern finden sich nicht nur bei gegenseitigen Treffen beider Parteien, sondern auch bei Einsätzen Deutscher in der jeweiligen Auslandsniederlassung.

Doch was zu Hause als richtiges Vorgehen bei Gespräche und Verhandlungen gilt, bringt im interkulturellen Zusammentreffen möglicherweise unerwünschte Folgen mit sich. Unterschiede bei Begrüßungsritualen, Gepflogenheiten und Körpersprache sollten nicht unterschätzt werden. Gibt ein Geschäftsführer in Portugal beispielsweise eine geschäftliche Anordnung heraus, so würde diese in Deutschland oder auch der Slowakei kommentarlos von den betreffenden Mitarbeitern ausgeführt. Man nimmt an, das etwas gemacht werden muss und es wird erledigt. Bei den portugiesischen Arbeitern aber laufen die Dinge anders. Hier muss er damit rechnen, dass nach dem Warum gefragt und diskutiert wird. Die Portugiesen müssen erst von der Notwendigkeit einer Sache überzeugt werden.

Sprachkenntnisse und Weltoffenheit sind nicht genug

Schon an diesem einfachen Beispiel wird deutlich, dass Auslandsaufenthalte und –einsätze sowie der Besuch ausländischer Partner gewisser Kenntnisse und Vorbereitung bedürfen. Neben dem notwendigen sprachlichen Hintergrund ist ein gutes Gespür für die jeweilige Situation und die Menschen eine weitere Voraussetzungen. Zu leicht jedoch gehen Unternehmen davon aus, dass ihre Mitarbeiter weltoffen sind, sich auf jede Kultur einstellen können und deshalb keine interkulturelle Vorbereitung brauchen. Offenheit und Sensibilität sind jedoch längst nicht genug. Konkretes Wissen über die Spielregeln der fremden Kultur ist unerlässlich, um erfolgreich mit den ausländischen Partnern umgehen zu können.

Vorbereitung ist unerlässlich

Der nächste Besuch der schwedischen Partnerfirma steht ins Haus? Die Koffer für einen Asien-Aufenthalt sind schon fast gepackt? Dann sollte, wer auf der internationalen Geschäftsbühne nicht sicher agiert, sich schleunigst Gedanken machen, um nicht in das erstbeste Fettnäpfchen zu treten. Denn wem nicht bekannt ist, dass weiße Kleidung in China unangemessen ist, weil es dort als Trauerfarbe gilt, oder im Small-Talk mit irischen Partnern die grüne Insel mit England vergleicht, der begeht womöglich einen nur schwer wieder gutzumachenden Fauxpas. Generell gilt: Information ist das A und O. Sofern das eigene Unternehmen nicht dafür sorgt, gibt es auch Möglichkeiten die Vorbereitungen in die eigene Hand zu nehmen:

  • Bücher zum Thema und/oder zu dem jeweiligen Land für die Erstinformation;
  • Kulturinformationsseminare, die mit Referaten und Diavorträgen Fakten vermitteln und Verhaltenstipps geben;
  • Gespräche mit Kollegen, die bereits Erfahrungen mit ausländischen Geschäftspartnern sammeln konnten;
  • sogenannte Culture-Awareness-Seminare.

Letztere werden in der Regel von Organisationen oder Instituten angeboten und sind für Mitarbeiter gedacht, die über längere Zeit in verschiedenen Ländern eingesetzt werden oder die Projekte in unterschiedlichen Länder von Deutschland aus koordinieren.

Hat man dann doch - aller Vorbereitung zum Trotz - in der Begegnung mit den ausländischen Geschäftspartner ein Fettnäpfchen erwischt, dann heißt es, bloß nicht so tun, als wäre nichts geschehen. Besser: Alles nicht zu ernst nehmen, lächeln und sich höflich entschuldigen. Mit etwas Humor und der richtigen Haltung läßt sich fast jede unangenehme Situation entspannen.

[ak/bg; Svetlana Miassoedov; Bild: Fotolia.com]

(keine Bewertung)  Artikel bewerten