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Weibliche BewerberFrauen bewerben sich seltener für Positionen im mittleren Management

Eine Analyse belegt den weiter sinkenden Anteil weiblicher Bewerber auf Positionen im mittleren Management. Grund: Viele Frauen scheuen sich vor der Unvereinbarkeit von Beruf und Familie.
erschienen: 11.11.2010

„Das Ergebnis war vor zwei Jahren bereits ernüchternd. Heute mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel ist dies alarmierend“,

sagt Goran Baric, Managing Director bei Michael Page. Es belegt, dass sich Frauen zunehmend weniger auf Positionen im mittleren Management bewerben. Als Begründung nennt Baric, dass es nicht einzig am Willen der Kandidatinnen liege. Viele scheuten sich trotz Qualifikation davor aus Angst einer Unvereinbarkeit von Beruf und Familie. Für das weitere wirtschaftliche Wachstum in Deutschland sei es aber unabdingbar, dass gut ausgebildete Frauen gefördert und motiviert werden, einer Karriere nachzugehen sagt er weiter.

Auffallend ist der Rückgang von weiblichen Bewerbern in Bereichen mit traditionell hohem Frauenanteil wie im Vertrieb oder im Personalwesen. Von 2008 bis heute haben sich auf leitende Vertriebspositionen knapp 4 Prozent weniger Frauen beworben (2008 30,4 Prozent, 2010 26,09 Prozent). Auf Positionen im Personalwesen sogar knapp 5 Prozent weniger (2008 51,9 Prozent, 2010 46,38 Prozent).

Bereiche mit ohnehin geringem Frauenanteil, wie das gesamte Finanz- oder Ingenieurwesen verzeichnen gleichermaßen einen weiteren Rückgang an weiblichen Bewerbern auf Positionen im mittleren Management. Im Finanzwesen fällt der Anteil von 32,88 Prozent in 2008 um knapp 2 Prozent auf 30,38 Prozent in 2010. Der Frauenanteil bei Positionen in diesem Bereich mit einem Jahresgehalt von unter 50.000 Euro ist im Vergleich deutlich höher als der Männeranteil.

Im Ingenieurswesen sinkt der Anteil von geringen 11,27 Prozent in 2008 auf 10,69 Prozent in 2010. Insbesondere hier wären laut Baric weiterhin mehr Frauen erwünscht.

Nahezu unverändert im Vergleichszeitraum verdienten Frauen zum Beispiel auf Positionen im Finanzdienstleistungssektor wie als Controller oder Leiter Rechnungswesen durchschnittlich 10.000 Euro im Jahr weniger als ihre männlichen Berufskollegen. Das durchschnittliche Einkommen lag in 2008 bei 79.000 Euro bei Männern und 68.000 Euro bei Frauen. In 2010 liegt das durchschnittliche Einkommen bei Männern bei 78.000 Euro, während Frauen in gleicher Position unverändert 68.000 Euro verdienen.

Zur Studie

Die Auswertung basiert auf 150.000 Bewerbungen.

Quelle: Michael Page International