WeihnachtsfeierDie perfekte Rede für den Chef

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Mit diesen Tipps gerät die Weihnachtsrede nicht zur unwillkommenen Pflichtübung.
erschienen: 01.01.2016
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Mit Worten bewegen

Gute Reden produzieren Kino im Kopf. Eine Rede ist gut, wenn die Belegschaft interessiert lauscht. Eine Rede ist sehr gut, wenn der Redner die Zuhörer mit seinen Worten bewegt und sie in den Bann zieht. Wer fünf Minuten vor 100 Menschen spricht, bräuchte dazu in Einzelgesprächen einen ganzen Arbeitstag. Oder eine Menge Papier. Doch oft bestehen Reden aus Worten von der Stange, die das Herz der Zuhörer kaum erwärmen. Worte spüren, Bilder sehen, Botschaften schmecken: Zuhörer möchten bei einer Rede etwas erleben.

Nur Positives erwähnen

Die Weihnachtsansprache sollte positiv und gehaltvoll sein, schließlich feiert man im Kreise der Firma. Für Kritik an Mitarbeitern, Kunden oder Lieferanten ist kein Platz. Allerdings: Eine schnöde Formulierung wie „schön, dass wir alle zusammen sind“, reißt niemand von den Sitzen. Es hilft, zwei bis drei Höhepunkte des vergangenen Jahres herauszupicken, von denen keiner der Zuhörer denkt, der Chef habe sie bemerkt. Das können zum Beispiel die vielen geleisteten Überstunden der Versandabteilung oder das gute Image des Serviceteams bei den Kunden sein.

Persönlich werden

In ihrer Weihnachtsansprache müssen Chefs über Dinge sprechen, die sie erlebt haben und die ihnen am Herzen liegen. Beispiel: Ein Verkäufer reagierte im Kundengespräch gerade dann besonnen und ruhig, als es im Hintergrund stressig zuging. Das Lob kommt gut an, wenn es in eine „Ich-Botschaft“ verpackt wird. Beispiel: „Ich sehe, Sie haben dieses Jahr alle mit viel persönlichem Einsatz gearbeitet.“ Oder: „Ich erlebe, dass die Firma bei den Kunden gut ankommt.“ Oder: „Meine Erfahrung zeigt, dass ...“ Die Mitarbeiter wollen ihren Chef als Menschen erleben. Fehl am Platz sind deshalb PowerPoint-Präsentationen! Das einzig erlaubte Mittel ist die Sprache.

Zurück schauen und in die Zukunft blicken

Haben die Mitarbeiter im abgelaufenen Jahr eine umfangreiche Aufgabe bewältigt, wie etwa den Zusammenschluss von zwei Abteilungen oder die Zertifizierung des Betriebs, sollte dies auch erwähnt werden. Dafür eignet sich eine Situation, in die viele Beschäftigte involviert waren. Lob ist im Rückblick gut und wird gerne angenommen. Wichtig ist aber auch der Ausblick in die Zukunft: Die Mitarbeiter wollen wissen, wie es weitergeht. Ein idealer Zeitpunkt, um den Grundstein für neue Aufgaben zu legen.

Redezeit begrenzen

10 bis 15 Minuten sollten als Redezeit ausreichen. Gibt es mehrere Geschäftsführer oder Vorstände, die sprechen wollen, sollte eine gemeinsame Rede angedacht werden; ähnlich einem Moderatorenpaar, das sich die Bälle zuspielt.

Lob aussprechen

Gerade kleine Unternehmen sollten den Jahresrückblick nutzen, um neue Mitarbeiter noch einmal kurz vorzustellen, um Kollegen, die Besonderes geleistet haben, zu ehren, oder um einen Mitarbeiter für eine bestimmte Dauer der Betriebszugehörigkeit zu beschenken.

Die Weihnachtsfeier ist kein Meeting!

Manche Chefs verwechseln die Weihnachtsfeier mit einem Meeting. Einheizer- oder Motivationsreden sind also tabu. Stimmungskiller sind auch unpersönliche Ansprachen, die Distanz an einem Tag aufbauen, an dem es eigentlich besinnlich und persönlich zugehen soll. Selbstverständlich sollte auch sein, dass das Handy im Vorfeld der Rede abgeschaltet wird.

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Über den Autor
Peter Flume

Peter Flume hat Rhetorik studiert und bereits während des Studiums Trainings gegeben. Mit seiner Firma Rhetoflu coacht der Nürtinger Führungskräfte aus Großfirmen, aber zunehmend auch Mittelständler. Verkaufssituationen und Messetrainings sind seine Schwerpunkte. Der mehrfache Buchautor ist zudem Dozent der Uni Hildesheim.

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