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Weihnachtsfeier im BetriebWas Sie tun und was Sie besser lassen sollten

Einen über den Durst getrunken und mit der Kollegin geflirtet. Damit Sie sich auf der betrieblichen Weihnachtsfeier nicht dermaßen blamieren, hier ein paar passende Tipps zum richtigen Verhalten bei betrieblichen Festen.
erschienen: 02.12.2010

Selbst, wenn Sie der Gedanke abschreckt, einen ganzen Abend mit den Kollegen zu verbringen, die Sie ohnehin jeden Tag sehen - es ist wirklich eine gute Idee sich auf der Weihnachtsfeier sehen zu lassen. Damit zeigen Sie, dass Sie zum Team gehören (wollen).

Doch kann es eigentlich negative arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn Sie sich partout nicht zur Weihnachtsfeier hinbewegen können? Dr. Christopher Liebscher, Anwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei MEYER-KÖRING Rechtsanwälte Steuerberater, kann die ausgemachten Weihnachtsmuffel beruhigen:

„Die Teilnahme an Betriebsfeiern ist gesetzlich nicht geregelt und auch in Arbeitsverträgen finden sich in aller Regel keine Bestimmungen zu Betriebsfeiern."

Aber Vorsicht:

„Fällt die Feier in die reguläre Arbeitszeit und Sie wollen nicht mitfeiern, müssen Sie Ihre normale arbeitsvertragliche Verpflichtung erfüllen - also arbeiten."

Knüpfen Sie Kontakte mit Small Talk

Zur Weihnachtsfeier bieten sich sicher gute Gelegenheiten, mit Leuten zu reden, die Sie normalerweise nicht treffen, also auch mit dem Chef. Sie können auf sich aufmerksam machen und Kontakte knüpfen, die sich langfristig als nützlich erweisen könnten. Aber ...

... Reden Sie nicht nur über die Arbeit!

Wollen Sie als der Langweiler der Firma gelten? Wohl kaum. Also geben Sie sich und anderen die Chance, in einem lockeren Rahmen miteinander zu kommunizieren. Lernen Sie auch einmal die Menschen hinter den Kollegen und Kolleginnen kennen und dann sind diese vielleicht mehr als „Peter aus der Rechtsabteilung" oder „Renate vom Empfang".

Genießen Sie Alkohol in Maßen

Übermäßiger Alkoholgenuss ist der Hauptgrund für „Zwischenfälle" auf Betriebsfeiern. Vergessen Sie nicht, dass Sie einen langen Abend vor sich haben werden. Dies sollte Ihnen aber nicht erst klar werden, wenn der Abend schon fast rum ist und Sie sich die meiste Zeit über an der Bar vergnügt haben. Setzen Sie sich eine Grenze, trinken Sie langsam und trinken Sie zwischendurch immer mal ein Wasser. Und wenn es dafür zu spät ist, steigen Sie ganz auf Limonade um. Widerstehen Sie der Versuchung mit jedem ein Gläschen Schnaps auf Brüderschaft zu trinken, denn dann verlieren Sie garantiert mehr Hemmungen, als Ihnen lieb ist.

Und wenn im alkoholisierten Zustand mal etwas schief geht? Arbeitsrechtsanwalt Liebscher betont:

„Trunkenheit schließt den Versicherungsschutz nicht in jedem Fall aus. Nur wer so stark betrunken ist, dass der alkoholbedingte Ausfall seiner kognitiven oder motorischen Fähigkeiten von derart überragender Bedeutung ist, dass im Vergleich hierzu die versicherte Tätigkeit in den Hintergrund tritt, ist nicht mehr versichert."

Ein Argument mehr also, sich in Sachen Alkohol etwas zurückzuhalten.

Bandeln Sie mit niemandem an

Nach ein paar Stunden und ein paar Bier kann selbst Barbara aus der Buchhaltung wie eine Göttin aussehen. Eine Studie von CareerBuilder hat ergeben, dass 28 Prozent der Angestellten in Deutschland sich schon einmal auf eine Liaison am Arbeitsplatz eingelassen haben. Der Funke sprang dabei zumeist bei einer Betriebsfeier über. Bevor Sie sich jetzt aber fest entschlossen der Person nähern, auf die Sie das ganze Jahr schon ein Auge geworfen haben, überlegen Sie sich, ob die Weihnachtsfeier wirklich die ideale Gelegenheit dafür ist. Sie werden sich die Antwort schnell selbst geben können: „Eher nicht." Das Ganze könnte peinlich werden oder sogar Beschwerden nach sich ziehen, wenn Ihr Annäherungsversuch nicht auf Gegenliebe stößt. Und das wiederum könnte Ihren Job gefährden.

Halten Sie Ihr Mundwerk im Zaum

Rufen Sie sich ins Gedächtnis, warum Sie überhaupt auf dieser Weihnachtsfeier sind. Richtig: Sie arbeiten in dieser Firma. Vermeiden Sie also Dinge zu sagen, die Sie an einem normalen Arbeitstag auch nicht sagen würden. „Wer Kollegen oder Vorgesetzte beleidigt oder belästigt, riskiert eine verhaltensbedingte, in schweren Fällen sogar die fristlose Kündigung", sagt Liebscher dazu. Nehmen Sie also die lockere Atmosphäre der Party nicht zum Anlass, womöglich noch unter Alkoholeinfluss endlich einmal den Leuten die Meinung zu sagen, die Ihnen schon lange ein Dorn im Auge sind. Halten Sie sich auch von Kollegen fern, die als „Streithähne" bekannt sind.

Gehen Sie nicht zu früh nach Hause

Eine Runde um die Häuser ziehen mit den Mädels aus der Personalabteilung scheint verlockender als die Weihnachtsfeier mit Ihrer Abteilung. Aber selbst wenn es die langweiligste Party Ihres Lebens ist, bleiben Sie noch ein bis zwei Stunden. Letzten Endes sollte Ihnen mehr daran gelegen sein, einen guten Eindruck bei Ihrem Chef zu hinterlassen, wenn Sie in der nächsten Zeit mit einer Beförderung oder Gehaltserhöhung liebäugeln.

Eines sollten Sie aber mit allen guten Tipps im Hinterkopf nicht vergessen: Genießen Sie die Party, das Essen und auch die Leute!

Diesen Artikel veröffentlichen wir mit der freundlichen Unterstützung von CareerBuilder.de