WeiterbildungSo übernimmt der Arbeitgeber die Kosten

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Wer sich neben der Arbeit beruflich weiterbildet, muss nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Arbeitgeber können diese gegebenenfalls übernehmen. Vorausgesetzt, man vermittelt ihnen den Wert dieser Maßnahmen.
erschienen: 09.02.2015
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Wenn ein Mitarbeiter Zeit und Geld in die eigene Weiterbildung investiert, bezeugt das ein hohes Maß an Motivation. Wenn die Weiterbildung auch Vorteile für den Arbeitgeber hat, warum sollte der Arbeitgeber dann nicht auch die Kosten ganz oder teilweise übernehmen? Dazu ist Überzeugungsarbeit nötig und eine Verhandlungsstrategie, die zeigt, dass sich das finanzielle Engagement für den Arbeitgeber auszahlt.

Günstigen Zeitpunkt für das Gespräch wählen

Wer den Arbeitgeber von einer Kostenübernahme überzeugen will, sollte einen günstigen Zeitpunkt für das Gespräch wählen. Dafür bietet sich etwa die Zeit nach einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt an, oder nachdem feststeht, dass der Mitarbeiter die zuvor vereinbarten Ziele erreicht hat. Wichtig ist aber, dass der Mitarbeiter seinen Arbeitgeber nicht überrumpelt, sondern das Gespräch im Vorfeld plant. Dafür sollte er einen konkreten Termin vereinbaren.

Hilfreich ist zudem, das Gespräch mit einem Zuhörer vorab durchzugehen. Das können vertrauensvolle Kollegen sein oder jemand, der Erfahrung mit solchen Verhandlungssituationen hat. Dabei kann das Gespräch ruhig überzeichnet werden. Je mehr unangenehme Fragen der Zuhörer stellt, desto besser gelingt die Vorbereitung auf den Ernstfall.

Mehrwert der Ausbildung fürs Unternehmen vermitteln

Mitarbeiter, die von ihrem Arbeitgeber eine Weiterbildung bezahlt bekommen wollen, sollten den Wert der Weiterbildungsmaßnahme für die Firma herausstellen. Als Einkäufer beispielsweise sind neuste Rechtskenntnisse für die Ertragssteigerung des Unternehmens wichtig. Ein Verkäufer, der sich mit Psychologie oder Volkswirtschaft auskennt, kann im Kundengespräch mitunter höhere Margen erzielen, wenn er das Produkt wertiger verkaufen kann.

Wer verhandelt, sollte aufzeigen können, wo und wie er das neue Wissen einsetzen oder bei welchen Firmenprojekten er damit zum Erfolg beitragen kann. Die Inhalte der Weiterbildung müssen klar kommuniziert werden. Infobroschüren und Stundenpläne schaffen Transparenz.

Argumente mit Fakten untermauern

Die Argumente auf Seiten des Mitarbeiters sollten auch mit Fakten untermauert werden. Hier bietet sich an, auf Zahlen der Vertriebs- oder Einkaufsabteilung beziehungsweise des Controllings zurückzugreifen, um daraus eine logische Argumentationskette aufzubauen.

Ein weiteres Argument: Eine hohe Weiterbildungsquote bei Mitarbeitern trägt zur Imagepflege des Unternehmens bei. Als erfolgreicher Absolvent eines Lehrgangs wird jeder Mitarbeiter zum Aushängeschild des Unternehmens. Auch können erfolgreiche Absolventen weiteren Kollegen als Vorbild dienen und diese anspornen, sich ebenfalls weiterzubilden. Diese Botschaft sollte der Arbeitgeber hören.

Eigenleistungen detailliert darlegen

Wenn der Arbeitgeber feststellt, dass sein Mitarbeiter persönlichen Einsatz bringt, motiviert es ihn eher, sich finanziell an den Weiterbildungskosten zu beteiligen. Mitarbeiter sollten also detailliert aufzeigen, was sie an Eigenleistung einbringen. Hierzu gehört eine Auflistung der Wochenenden, Feierabende und Urlaubstage, die sie in die Weiterbildungsmaßnahme investieren werden. Auch die Erläuterung, wie diese Stundenzahl in der Praxis erreicht werden kann, dient dazu, den Chef zu überzeugen.

Klares Bekenntnis zum Unternehmen abgeben

Einige Arbeitgeber haben Bedenken, besser qualifizierte Mitarbeiter könnten sich einen neuen Job suchen. Diese Bedenken kann der betroffene Mitarbeiter entkräften. Dafür sollte er im Gespräch mit seinem Arbeitgeber ein klares Bekenntnis zum Unternehmen abgeben und somit um Vertrauen in seine Person werben. Sich für die Kostenübernahme im Gegenzug länger ans Unternehmen zu binden, ist ein in der Praxis oft beschrittener Weg. Wer sich zwei Jahre lang nebenberuflich weiterbildet, sollte sich für die zwei darauf folgenden Jahre an die Firma binden. Wer geschickt verhandelt, kann sich möglicherweise auch Aufstiegsmöglichkeiten zusichern lassen.

Finanzielle Vorteile für den Arbeitgeber erwähnen

Für Unternehmen ist eine Übernahme von Qualifizierungskosten grundsätzlich lukrativ, können sie diese doch als betriebliche Ausgabe von der Steuer absetzen. Auf den Zuschuss zur Weiterbildung fallen außerdem keine Sozialversicherungsabgaben an. Er ist somit günstiger als eine Gehaltserhöhung.

Eine weitere Option ist die erfolgsabhängige Vergütung des Arbeitnehmers, ähnlich einer Punkteprämie im Fußball: Der Arbeitgeber bezahlt die Weiterbildung rückwirkend, wenn der Mitarbeiter seinen Lehrgang absolviert und die Prüfungen bestanden hat.

Über die Autorin
Simone Stargardt

Simone Stargardt ist Geschäftsführerin der privaten Weiterbildungsakademie carriere & more mit Sitz in Korb bei Stuttgart. Dort bereiten sich Erwachsene nebenberuflich auf IHK-Prüfungen vor. Zuvor arbeitete sie bei Deutschlands größtem Lebensmitteldiscounter im mittleren Management.

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