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ZahlungsverzögerungenSteigende Zahlungsausfälle in Indien und China

Handelsbeziehungen europäischer Firmen mit Indien und China bergen ein Risiko: Zahlungsausfälle. Diese werden immer häufiger durch Lieferantenkredite gedämmt.
erschienen: 10.09.2009

Die Zahl europäischer Firmen, die Handelsbeziehungen zu China und Indien aufnehmen, steigt. Dabei erhöht sich das Risiko der Zahlungsausfälle der asiatischen Zukunftsmärkte. Lieferanten warten häufig bis zu 30 Tage nach Fälligkeit auf ihr Geld. Vor zehn Jahren jedoch war China und Indien die Lieferung auf Zahlungsziel relativ unbekannt. Heute sind Lieferantenkredite gängige Praxis, wie eine Studie von Coface zum Zahlungsverhalten der Unternehmen in diesen beiden Ländern belegt.

Demnach werden von 65 Prozent der chinesischen und 72 Prozent der indischen Unternehmen Lieferantenkredite gewährt. Beide Länder passen sich damit allmählich den internationalen Standards an. Der Trend scheint sich auch noch weiter zu verstärken, denn seit einer Untersuchung im Vorjahr ist der Wert in China um elf Prozentpunkte gestiegen. In Indien gab sogar jede dritte Firma an, die Lieferungen auf Ziel im letzten Jahr erhöht zu haben. Benoît Claire, der Vorstandsvorsitzende von Coface Deutschland, erklärt:

"Während der Trend in Indien auf die starke Wettbewerbssituation zurückzuführen ist, wird er in China aufgrund der Liquiditätsschwierigkeiten vor allem der privatwirtschaftlichen Abnehmer zur Notwendigkeit".

In Indien räumen über 70 Prozent der Unternehmen ihren Abnehmern ein Zahlungsziel von 30 Tagen ein, in China 45 Prozent sogar ein Ziel von 60 Tagen und fast 20 Prozent bis zu 90 Tagen und mehr.

"Doch die teilweise sehr großzügig bemessenen Lieferantenkredite werfen die Frage auf, inwieweit die Unternehmen in den beiden Ländern ihre Forderungen überhaupt noch im Griff behalten können",

hebt Benoît Claire hervor. Weiterhin kämpfen Unternehmen in Indien sowie in China mit ausstehenden Zahlungen.

Ursachen für Zahlungsschwierigkeiten

Allzu häufig werden die Zahlungsziele nicht eingehalten. Während in Indien immerhin davon ausgegangen werden darf, dass spätestens 30 Tage nach Fälligkeitsdatum die Rechnungen beglichen werden, sind in China ungeachtet der meist längeren Zahlungsziele die Fälligkeitsüberschreitungen um mehr als 30 Tage nochmals um 8 Prozent angestiegen. Im Vorjahr machten sie bereits 67 Prozent der Zahlungsverzögerungen aus. Nur 25 Prozent der verspäteten Zahlungen treffen demnach innerhalb von 30 Tagen ein. Benoît Claire erklärt die Situation Chinas damit, dass Wirtschaftsbereiche Überkapazitäten aufweisen, die Industrie niedrige Erträge erwirtschaftet und die Unternehmen mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Große Unterschiede gibt es bei der Beitreibung der Forderungen in den beiden Ländern. Bei offenen Forderungen setzen chinesische Unternehmen auf das Verhandeln mit dem Kunden.

"Jeder dritte Inder zieht lieber vor Gericht, die Chinesen tun das fast nie. Gründe dafür sind der schwache Gläubigerschutz und die mangelnde Rechtssicherheit in China",

sagt Benoît Claire. Indische Firmen könnten sich auf ein stabileres Geschäftsumfeld stützen und es stünden ihnen eine Reihe von gerichtlichen Beitreibungsmaßnahmen zur Verfügung.

Zur Studie

Mehr zur Studie von Coface im Newsbereich auf www.laenderrisiken.de.

Neben einer Grafik zu den Zahlungszielen in China und Indien sind auf dem Portal außerdem alle Länderratings und Informationen zu Zahlungsausfällen gebührenfrei abrufbar.

Weitere Informationen zum Thema Länderrisiken finden Sie hier:

Länderanalyse: Risiken beim Auslandsgeschäft minimieren

 

[Svetlana Miassoedov; Quelle: Coface; Bild: Falko Matte - Fotolia.com]

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