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ZuversichtFrauen brauchen mehr Selbstvertrauen für Führungspositionen

Der Anteil der Frauen in Führungspositionen ist immer noch gering, denn oft fehlt das nötige Selbstbewusstsein, um sich als Frau in einer männlich geprägten Unternehmenskultur durchzusetzen.
erschienen: 01.10.2009

Gläserne Decke

Weiter als bis zur mittleren Führungsebene geht der Weg nach oben für die meisten Frauen nicht. Hier stoßen sie auf unsichtbare Schranken, die ihren Karriereambitionen oft einen Strich durch die Rechnung machen. Dieses Phänomen wird auch als „Gläserne Decke“ bezeichnet. Stereotypen, die in der erlernten Geschlechterrolle ihren Ursprung haben, begünstigen hierbei die Meinung, Frauen gehörten eher an die betriebliche Kaffeemaschine als an die Spitze eines Unternehmens.

Vorurteile

Frauen müssen mit vielen Vorurteilen kämpfen. Sie seien launisch, hätten keine Durchsetzungskraft, redeten lieber als zu handeln und seien sowieso nur so lange karriereorientiert, bis ihr Familienwunsch die Oberhand gewinnt. Jedoch befinden sich viele Frauen bereits in einer festen Partnerschaft und haben auch schon Kinder. Die Entscheidung für oder gegen einen Posten erfordert in diesem Fall nur ein wenig mehr strategische Planung.

Anders = schlechter?

Dass Frauen bei ihrer Arbeit andere Prioritäten setzen, bestreitet niemand. Dass sie weniger effektiv und effizient als ihre männlichen Kollegen arbeiten, allerdings schon. Warum sollte man bestehende Vorurteile gegenüber Frauen nicht unter positivem Vorzeichen aktivieren? Unternehmen, die eher Team-Player als Einzelkämpfer suchen, finden die benötigten Strategien häufig in der „weiblichen“ Art Aufgaben zu erledigen. Die meisten Frauen verfügen über ein hohes Maß an „Soft and Social Skills“ wie Kommunikationsfreude und Integrationsvermögen. Werden diese Eigenschaften mit analytischem Denken und der notwendigen Entschlusskraft kombiniert, steht der erfolgreichen Arbeit zumindest auf fachlicher Ebene nichts mehr im Weg.

Typ: Lady Boss

Schon Alice Schwarzer stellte einmal klar:

„Frauen sind nicht etwa die besseren Menschen, sie hatten bisher nur nicht soviel Gelegenheit, sich die Hände schmutzig zu machen.“

Dass sich diese Gelegenheit für viele Frauen nicht bietet, liegt auch an der Einstellung zu sich selbst, denn oft fehlt das nötige Selbstbewusstsein, um sich in einer männlich geprägten Unternehmenskultur durchzusetzen. Nur all zu gern werden dann althergebrachte Klischees bemüht, um den Beschützerinstinkt der männlichen Kollegen zu wecken und sich somit Vorteile zu verschaffen. Fatal ist dies für jene Frauen, die allein durch fachliche Kompetenzen punkten wollen und jene Vorgehensweise folglich ablehnen. Sie müssen entweder gegen das Prädikat „Mannweib“ kämpfen oder gegen die Mutmaßung, sie hätten sich auf der Karriereleiter „hochgeschlafen“. Beides ist für Frauen mit ernstgemeinten Karriereambitionen wie ein Schlag ins Gesicht.

Die Stärken einer Frau

Letztlich helfen weder feministische Parolen noch das Pochen auf Gesetze zur Gleichstellung. Wenn sich Frauen ihrer Talente in vollem Umfang bewusst werden, heißt es auch in ihrem Arbeitsalltag irgendwann „mittendrin statt nur dabei“. Denn wie sagte schon Whitney Houston in einem ihrer Lieder „I`m every woman. It`s all in me...“

[Svetlana Miassoedov; Bild: Fotolia.com]

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