Ärgern, aber richtig!

Fachbeitrag von INTEGRAL-MANAGEMENT
Was geschieht, wenn Sie sich ärgern? Irgendjemand hat in Ihnen einen "Ärger-Misthaufen" hinterlassen. Dies kann der Fall sein, wenn eine getroffene Vereinbarung nicht eingehalten oder eine gültige Werte- und Verhaltensnorm verletzt wurde.<br />Anstatt Herumzulamentieren oder einen inneren "Ärgerberg" bis zum unlösbaren Konflikt anwachsen zu lassen, ist allen Seiten am besten damit gedient, wenn Sie ein klares Gespräch führen. Im Übrigen lassen sich Gespräche und Verhandlungen zur Sache nur dann vernünftig führen, wenn Beziehungshindernisse ausgeräumt sind.

Als Führungskraft werden Sie nicht nur in Sonnenscheinzeiten, sondern auch bei Ärger und Frust wahrgenommen. Und es zeigt sich im realen Leben immer wieder, dass Ärgern gelernt sein will:
Ärgern Sie sich richtig; schleppen Sie keinen "Ärgermüll" mit sich herum

Wie läuft es bei Ihnen ab, wenn Sie sich über jemand ärgern? Mitarbeiter, Kollegen, den eigenen Chef oder Menschen in Ihrem privaten Leben.

Gehören Sie zu den "NachÄrgerern", welche gute Streitgespräche erst im Nachhinein führen oder im Schlaf die Messer wetzen?
Zu den "VerzweiflungsÄrgerern", die schon im Gespräch merken, dass Ihr Ärger vom anderen nicht für voll oder wahrgenommen wird?
Möglicherweise sind Sie ein "VermeidungsÄrgerer", der einige Konflikte mit sich herumträgt, weil Ärger für ihn selbst ärgerlich ist oder er die Auseinandersetzung scheut?  
Oder liegt Ihnen der "HaudraufÄrgerer" näher. Einen Kopf kürzer machen, Drohung aussprechen und dann geht es wieder an die Arbeit?
Keine dieser Ärgereien ist für Sie wirklich zielführend und letztendlich befriedigend. Im Gegensatz zu einem gut geführten Ärgergespräch haben Sie es, in welcher Form auch immer, mit Nachwirkungen zu tun. Und Ihr Ärgerpartner meist auch.

Was geschieht, wenn Sie sich ärgern? Irgendjemand hat in Ihnen einen "Ärger-Misthaufen" hinterlassen. Dies kann der Fall sein, wenn eine getroffene Vereinbarung nicht eingehalten, oder eine gültige Werte- und Verhaltensnorm verletzt wurde.
Anstatt Herumzulamentieren oder einen inneren "Ärgerberg" bis zum unlösbaren Konflikt anwachsen zu lassen, ist allen Seiten am besten damit gedient, wenn Sie ein klares Gespräch führen. Im Übrigen lassen sich Gespräche und Verhandlungen zur Sache nur dann vernünftig führen, wenn Beziehungshindernisse ausgeräumt sind.

So kann es gehen:

  1. Sagen Sie der anderen Person in einem Satz, was Sie festgestellt haben
    • "Entgegen unserer Abmachung XY haben Sie sich nicht an das Vereinbarte gehalten."
  2. Drücken Sie unbedingt Ihr schlechtes Gefühl aus
    • Das kann von "Ich bin enttäuscht" bis zu "Das nervt mich voll an" usw. inklusive variabler Lautstärke gehen. Es geht um SIE!
  3. H A L T E N   S I E   D A N N   U N B E D I N G T   D E N   MU N D . SCHWEIGEN SIE!
    • Ihre "Ärgerfaust" im Magen des anderen muss sich etwas drehen, damit sie wirkt.
  4. Erst nach Einsicht und Entschuldigung vereinbaren Sie ein verbindliches, zukunftsorientiertes Vorgehen.
    • "Wie gehen wir in Zukunft mit getroffenen Vereinbarungen um?" "Wie verbleiben wir, wenn Sie eine Vereinbarung/Termin usw. nicht einhalten können?"
  5. Lassen Sie keine (zu erwartenden) Ausweichmanöver in die Sache zu, wie: "Sie wissen doch, der Stau in der Stadt ..." oder "Ist Ihnen das noch nie passiert?" oder "Ach kommen Sie, wegen der 5 Minuten / dem Tag."
    • Einmal (eine Sache/Rechtfertigung) zugelassen und darauf eingegangen, kommen Sie nie wieder zu Ihrem Gefühl (Ärger-Misthaufen) zurück.
  6. Wenn Sie nach diesem Gespräch das Gefühl und Vertrauen haben, dass Sie dem Anderen und sich geholfen haben, dann haben Sie sich "richtig" geärgert.

Neben der Konsequenz sich richtig aufzuregen, würde es einigen Menschen auch gut tun, wenn diese an Ihrer inneren Einstellung und Durchlässigkeit arbeiten würden:
- Sie können sich über alles aufregen, müssen es aber nicht!
- Eine Nacht darüber Schlafen kann Ärger in Nichts auflösen!
- Lernen Sie, Kleinigkeiten vom Wesentlichen zu trennen!
- Verlangen Sie keine "Heiligen", solange Ihr Heiligenschein nicht offensichtlich und für jedermann zu sehen ist.
- Lassen Sie Charakterstudien anderer Menschen weg, solange Ihr eigenes Ich nicht vollständig für Sie geklärt ist!
- Lernen Sie zu vergeben und zu verzeihen.
- und Sie halten sich an das folgende Zitat:

"Jeder Mensch, den Du triffst, der führt einen inneren Kampf, von dem er nichts weiß. Darum sei freundlich und gnädig, denn auch Du ...."Sie sagen: "Das kenn´ ich schon!", dann lautet meine Frage: "Setzen Sie es schon nachhaltig um und ein?"

Herzliche Grüße
Ihr Spezialist für das "Eigentlich" Peter Saulus

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» http://www.integral-management.de/

erstellt am: 02.03.2016

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