Arbeitsbilanz kontra Leistungsbilanz

Fachbeitrag von INTEGRAL-MANAGEMENT
Zu schnell unterliegen viele Führungskräfte ihrem "pastoralen Krankenschwesterntrieb" (Pfarrer und Krankenschwester in einem), wenn Mitarbeiter ob ihrer vielen Arbeit stöhnen. Sicherlich ist Arbeitseinsatz zu würdigen, und wenn jemand mehr als das Übliche tut, im Besonderen. Aber, was ist mit der Leistungsbilanz?

Ganz stolz erzählen Mitarbeiter immer wieder, was sie über den Tag so leisten. Und oft berichten Teilnehmer unserer Trainings, wie erschöpft sie von der vielen Arbeit sind. Dazu mein Monatsimpuls:
Verhindern Sie, dass sich Ihre Mitarbeiter in die Tasche lügen

Zu schnell unterliegen viele Führungskräfte ihrem "pastoralen Krankenschwesterntrieb" (Pfarrer und Krankenschwester in einem), wenn Mitarbeiter ob ihrer vielen Arbeit stöhnen. Sicherlich ist Arbeitseinsatz zu würdigen, und wenn jemand mehr als das Übliche tut, im Besonderen.
Dennoch sollten Sie gerade den "Dauer-Stöhnern", "Schnell-Erschöpften" und "Arbeit-Missverstehern" nicht auf den Leim gehen. Überprüfen Sie immer, ob der Einsatz auch Leistung, sprich die gewünschten Resultate bringt.

So kann es gehen:

  1. Sie definieren und kommunizieren klar, welche Leistung/-en Sie in welcher Zeit erwarten und vereinbaren dies verbindlich.
    • Je nach Art der Tätigkeit sollten Sie ggf. Spielräume für Kreativität, Recherche, Beziehungsaufbau/-pflege u. ä. Puffer berücksichtigen.
  2. Reagieren Sie bei diesem Thema sofort!
    • Eine Verschiebung lässt jede spätere Reaktion Opfer falscher Wahrnehmung werden.
  3. Sie reagieren auf das "viel gearbeitet" parallel. Das heißt, Sie hinterfragen Leistung bzw. Ergebnis:
    • "Danke für Ihren Einsatz. Was ist genau dabei herausgekommen?"
    • "Wie viel haben Sie dadurch erreicht?"
    • "Welchem Ihrer Ziele sind Sie dadurch näher gekommen?"
    • "Welche Chancen haben Sie in dieser Zeit wahrgenommen?" "Was genau?"
  4. Achten Sie auf Rechtfertigungen!
    • a. Wer sich zu viel über die „viele“ Arbeit auslässt, beklagt sich in der Regel über seine fehlenden Resultate (Spiegel).
    • b. Beachte: Es kann aber auch an fehlender Wertschätzung durch die Führungskraft liegen.
    • Verwechseln Sie a nicht mit b !!!
  5. Keine Opferhaltung zulassen!
    • Kein Mit-leiden: "Sie Ärmster", "O weh, das ist ja Wahnsinn" usw.
    • Sondern Chancen-Kommunikation: "Da freue ich mich schon auf die guten Ergebnisse Ihrer vielen Arbeit / Ihres außerordentlichen Einsatzes."
  6. Seien Sie verbindlich!
    • "Wann sprechen wir über die konkreten Ergebnisse Ihrer "vielen" Arbeit bzw. Ihres außerordentliche Einsatzes?"

Wie sieht es im Übrigen mit Ihrem ganz persönlichem Verhältnis Arbeits- zur Leistungs-/Erfolgsbilanz aus?
Unterliegen Sie selbst gelegentlich oder des Öfteren der Täuschung, dass das Dringende, das Sie tun, auch das Wesentliche Ihrer Funktion ist? Dann wird es schon im Rahmen Ihrer Vorbildfunktion günstig für Sie sein, diese scheinbar wichtige "Arbeitsecke" gelegentlich auszumisten.
Eine weitere (unbeliebte) Frage an Sie selbst ist: "Neige ich dazu, durch "spontanes" Delegieren von Dringlichem, andere von ihrem Wesentlichen abzuhalten?"
Beide Punkte haben mit ehrlicher Selbstreflexion zu tun. Einem Primärmerkmal von Führungskompetenz, dem sich keine zukunftsorientierte Führungskraft verschließen sollte.

Hierzu wieder einmal ein sympathischer Aphorismus, diesmal von Khalil Gibran:
„Es sagte ein Philosoph zu einem Straßenfeger: Ich bedaure dich. Hart und schmutzig ist dein Tagewerk. Und der Straßenfeger sagte: Vielen Dank, Herr. Aber sage mir, was für eine Arbeit hast du? Und der Philosoph antwortete: Ich studiere des Menschen Geist, seine Taten und sein Verlangen. Da fuhr der Straßenfeger fort, zu fegen, und sagte mit einem Lächeln: Ich bedaure dich auch.“

Dieses Thema alltagstauglich zu machen, kann Ziel eines Business-Coachings sein. Sprechen Sie mich an.

Sie sagen: "Das kenn´ ich schon!", dann lautet meine Frage: "Setzen Sie es schon nachhaltig um und ein?"

Herzliche Grüße
Ihr Spezialist für das "Eigentlich" Peter Saulus

Zu diesem und weiteren Führungsthemen veranstalten wir Kompetenz-Seminare für Führungskräfte in München.

Weitere spannende Themen können Sie auch in meinem Buch "Führen ohne Leiden" ausführlicher und mit Praxiserlebnissen nachlesen.

» http://www.integral-management.de/

erstellt am: 02.03.2016

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