Innovationsfaktor Diversity

Fachbeitrag von AGENTUR ohne NAMEN GmbH
Immer noch sind die meisten Unternehmen hierzulande sehr Deutsch geprägt, es gibt nach wie vor zu wenige Frauen in Top-Führungsebenen und auch in der Durchmischung der Generationen haben Unternehmen oft noch Aufholbedarf. In dem globalen Umfeld, in dem wir agieren, kann Eindimensionalität sehr schnell zum Wettbewerbsnachteil werden. Digitalisierung und Industrie 4.0 erfordern neue Denkweisen und Ideen, Prozesseoptimierungen und verschiedene Sichtweisen auf unterschiedliche Frage- und Problemstellungen.

Eine vielfältige Belegschaft bietet einen großen Reichtum an Lebenseinstellungen, Kenntnissen und Erfahrungen. Dementsprechend groß ist das (innovative) Potenzial, das eine Firma während eines Transformationsprozesses entfalten kann.

Homogene Teams können aus drei Gründen scheitern. Zum einen fehlen unterschiedliche Blickrichtungen auf Probleme, Ideen und Produkte. Ihr Beobachtungsbereich ist eingeschränkt. Zudem legen sie ähnliche Routinen und Verhaltensmuster an den Tag und nehmen Dinge nur eingeschränkt wahr. Und drittens zeichnen sie sich durch ähnliche Denkstrukturen aus. In homogenen Teams wächst dadurch die Gefahr, dass Innovationspotenzial unentdeckt bleibt und Produkte an den Zielgruppenbedürfnissen vorbei entwickelt werden.

Was können Unternehmen tun, um innovativer zu sein?
Es macht Sinn, die Zusammensetzung der Belegschaft kritisch zu durchleuchten. Die eigene Belegschaft sollte durch alle Unternehmensebenen hindurch die Zusammensetzung unserer Gesellschaft widerspiegeln. Und die ist nicht nur zur Hälfte weiblich, sondern zunehmend auch multikulturell. In vielen Unternehmen herrscht nach wie vor eine hierarchische Führungskultur und Präsenzpflicht. Innovative Teams benötigen aber Frei-Räume. Gelockerte Arbeits- und Anwesenheitszeiten, die Möglichkeit, die Arbeitsräume mit zu gestalten und vor allem die Chance, sich als Arbeitnehmer entwickeln und eigene Talente gewinnbringend einsetzen und zum Experten werden zu dürfen, bilden eine gute Grundlage für eine höhere Innovationskraft. Das allein reicht allerdings noch nicht, denn die Ideen-Produktion erfolgt nur in seltenen Fällen automatisch. Vielmehr muss eine kreative Unternehmenskultur aktiv gefördert werden durch das Schaffen von Denk-Räumen, also Zeiten, in denen Mitarbeiter kein operatives Alltagsgeschäft bewältigen, sondern ganz bewusst und von oben gesteuert, neue Ideen generieren dürfen. Eine gesunde Fehlerkultur darf dabei nicht fehlen. Wir sind in Deutschland sehr auf Leistung getrimmt. Scheitern ist ein Stigma. Fehler gehören aber zu jedem Entwicklungsprozess dazu – und sie sind so lange gut und wichtig, so lange aus Fehlern gelernt und eine Konsequenz gezogen wird.

Wie können Mitarbeiter lernen, innovativ zu sein?
Bevor Mitarbeiter innovativ sein können – also in der Lage sind, Lösungen oder neue Ideen zu generieren – müssen sie zuerst einmal lernen, die richtigen Fragen zu stellen. Eine Idee ist immer der Zwilling von einem Problem. Oft entstehen Innovationen nämlich an genau den Stellen, wo Menschen kürzere oder längere Zeit über eine scheinbar unlösbare Fragestellung nachgedacht haben. Um innovativ sein zu können, muss man also zuerst einmal den Mut haben auch unbequeme Fragen zu stellen, Dinge nicht als gegeben hinzunehmen und über den Tellerrand zu schauen.
Zusätzlich gibt es verschiedene Kreativtechniken, die helfen, Ideen zu generieren und Menschen befähigen, „quer“ zu denken. Innovationsfähigkeit ist aber vor allem auch eine innere Denkhaltung. Von Leonardo da Vinci, einem der kreativsten und visionärsten Menschen, der je gelebt hat, wissen wir, dass er seine kindliche Neugier nie verloren hat. Er forschte scheinbar ziel- und antriebslos – und doch war er getrieben von dem Wnsch, die Welt zu verstehen. Und gerade diese angstfreie Neugier hat es ihm ermöglicht, Querverbindungen herzustellen, Dinge und Vorkommnisse neu zu kombinieren und daraus eben innovative, neue Ideen zu generieren.

Jeder Mensch sollte sich daher „Denk-Räume“ schaffen – also Zeiten und/oder Orte, die inspirieren und helfen, den eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen. Diese kleinen Auszeiten vom Alltag helfen nicht nur, Beruf und Privates in Balance zu halten, sondern sie klären auch den Kopf. In diesen Auszeiten haben wir dann oft genau die Gedankenblitze, über die wir am Schreibtisch und im Büro stundenlang verkrampft gegrübelt haben. Zum innovativ sein gehört aber auch die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Thomas Edison hat mal gesagt: „Ich bin ein Glückspilz. Ich kenne über 5000 Möglichkeiten, wie man keine Glühbirne herstellt.“ Das allein zeigt, man muss nicht nur Fehler zulassen und aus ihnen lernen. Innovativ zu sein ist harte geistige Arbeit. Man braucht eine große Widerstandskraft, um Misserfolge verkraften zu können.

Über die Autorin:
Melanie Vogel ist seit 1999 Unternehmerin aus Überzeugung, Andersdenkerin aus Begeisterung und Impulsgeberin aus Leidenschaft. Als Veränderungs- und Transformations-Expertin, Innovation-Coach und salutogen orientierte Beraterin engagiert sie sich für das Thema Zukunftsfähigkeit von Menschen und Organisationen und bietet inspirierende Impulse, um Veränderungsprozesse sinnstiftend und gesund erhaltend zu gestalten.

Ihr aktuelles Buch "Futability® - Veränderungen und Transformationen bewältigen und selbstbestimmt gestalten" (ISBN 978-3-946302-00-1, EUR 14,99) ist vor wenigen Tagen erschienen und kann online bestellt werden unter www.futability.com.

» http://www.melanie-vogel.com

erstellt am: 27.02.2016

Über den Autor
AGENTUR ohne NAMEN GmbH

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Die Andersdenker