Nicht nur Aufgaben delegieren, auch das Denken!

Fachbeitrag von INTEGRAL-MANAGEMENT
Gehören Sie zu denen, die bei neuen Zielen, Vorhaben und Plänen vor lauter Ideen sprudeln? Die bei anstehenden Veränderungen sofort das Ziel und den Weg dorthin vor Augen sehen? Das Sie aber nur gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern verwirklichen können.<br />Dann ist der folgende Führungstipp, motivierend auf die Bremse zu drücken, vielleicht genau richtig für Sie.

Aufgrund von Beobachtungen in unseren Trainings und auch Schilderungen während Mitarbeiterseminaren möchte ich diesmal folgenden Führungs-Impuls bei Ihnen setzen:
"Drücken Sie hin und wieder motivierend auf die Bremse."

Nicht bei Ihren Mitarbeitern. Nein, bei sich selbst.

Gehören Sie zu denen, die bei neuen Zielen, Vorhaben und Plänen vor lauter Ideen sprudeln? Die bei anstehenden Veränderungen sofort das Ziel und den Weg dorthin vor Augen sehen? Das Sie aber nur gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern verwirklichen können.
Oft sieht dann das Zielvereinbarungsgespräche so aus: "Lieber Mitarbeiter, wir wollen bis zum Termin XY das Projekt ABC ins Laufen gebracht haben. Dazu schlage ich Ihnen vor, dass Sie ersten ..., zweitens ... und drittens folgenden Weg gehen ......."

Spätestens jetzt besteht die Gefahr, dass sich Ihr Gegenüber mental verabschiedet. Gedacht wird dann u. a.:
- "Gut dass der/die weiß wie es geht."
- "Schön dass ich jetzt nicht mehr denken muss."
- "Wunderbar, dann trägt er/sie auch die Verantwortung wenn es nicht klappt."
- "Schade, dass ich hier mein Wissen nicht einsetzen darf und kann."
- "Immer diese/-r Besserwisser/-in. Könnte mich ja mal nach meinen Ideen fragen."
usw.

In diesem Zielvereinbarungsprozess gibt es ein gravierendes Hindernis: Die Führungskraft!
Die nicht fordert um zu fördern, die dem Mitarbeiter nicht hilft, seine Potenziale zu nutzen, die vielleicht auch keinesfalls bereit ist, den "Ruhm" zu teilen.
Bei aller Wichtigkeit von Erfahrungen, Wissen und Dynamik ist es sinnvoll, diese bewusst im Griff zu haben und sich mit rhetorischen "Vorschlags-Tsunamis" zurück zu halten. Dies gilt im Besonderen für die schnellen, zeitgebeutelten Überdynamiker.

Die Lösung ist einfach:

  1. Sie verlautbaren oder erarbeiten mit Ihrem Mitarbeiter ein realistisches, anspornendes und überprüfbares Ziel.
  2. Sie honorieren die Bereitschaft des Mitarbeiters wertschätzend.
  3. Sie drücken jetzt unbedingt auf Ihre innere Bremse und halten sich mit Ihrem Erfahrungsschatz zurück!!!
  4. Sie nutzen stattdessen die Kapazitäten des Mitarbeiters:
    • "Welche Ideen haben Sie, dieses Ziel zu erreichen?"
    • "Wie kann der Weg aussehen?"
    • "Welches Wissen können wir/Sie einsetzen, damit das Ziel erreicht wird?"
    • "Wie wollen Sie vorgehen?"
    • "Bis wann sind Sie wo?"
  5. Sie sammeln so viele Ideen wie möglich (lassen Sie sich Zeit, damit sich Mitarbeiter auch zur Klarheit reden können).
  6. Sie wählen gemeinsam den besten Weg aus und entscheiden.
  7. Sie vereinbaren Termine, an welchen Wegmarkierungen Sie sich über den Fortgang informieren. Und halten sich unbedingt an diese Termine!

So macht Mitarbeitern das Arbeiten sicher mehr Freude. Und konsequent durchgeführt schonen Sie Ihre Nerven und haben mehr Kapazitäten für die wesentlichen Führungsaufgaben. 

Delegieren Sie nicht nur Aufgaben, sondern ruhig auch das Denken.
Das macht sich im Übrigen auch sehr gut, wenn Sie Kinder haben und mit diesen Vereinbarungen treffen. Die haben zwar oft andere Wege, aber wer sagt denn, dass nur unserer nach Rom führt?

Ihr Spezialist für das "Eigentlich"

Peter Saulus

» http://fuehren-ohne-leiden.de/

erstellt am: 02.03.2016

Über den Autor
INTEGRAL-MANAGEMENT

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