Qualität 4.0: umfassender QM-Lösungsansatz für die Prozessdigitalisierung (Industrie 4.0)

Fachbeitrag von Prof. Binner Akademie
Qualität 4.0 ergänzt den Industrie 4.0- und den Organisation 4.0-Ansatz bei der Digitalisierung der Geschäftsprozesse innerhalb der End-to-End-Wertschöpfungskette um den Qualitätsmanagement-Aspekt. Automatisierte Mess-, Prüf- und Bildverarbeitungssysteme sind in die Produktionsprozesse zu integrieren und informieren durch Big Data in Echtzeitauswertung die Prozessverantwortlichen und Prozessbeteiligten mithilfe von Smartphone oder Tablet-PC über Störungs- und Fehlermeldungen.

Qualität 4.0 ergänzt den Industrie 4.0- und den Organisation 4.0-Ansatz bei der Digitalisierung der Geschäftsprozesse innerhalb der End-to-End-Wertschöpfungskette um den Qualitätsmanagement-Aspekt. Automatisierte Mess-, Prüf- und Bildverarbeitungssysteme sind in die Produktionsprozesse zu integrieren und informieren durch Big Data in Echtzeitauswertung die Prozessverantwortlichen und Prozessbeteiligten mithilfe von Smartphone oder Tablet-PC über Störungs- und Fehlermeldungen. Hierbei werden auch organisatorische und logistische Qualitätsmängel mit erfasst, um von vornherein Kundenunzufriedenheit zu vermeiden. Darüber hinaus umfasst Qualität 4.0 neben diesen technologischen Industrie 4.0-Bezug die Sicherstellung der weiteren in Abbildung 1 gezeigten 4 Gestaltungsfelder das ganzheitlichen Prozessmanagement. Damit ist gemeint:

·         die Mitarbeiterqualität im Kontext mit Qualifizierung 4.0

·         die Managementqualität im Kontext mit Leadership 4.0

·         die Prozessqualität im Kontext mit Organisation 4.0

Für diese umfassende Unternehmensqualität wird der qualifizierte Mitarbeiter im Sinne von Qualifikation 4.0 gefordert, der mit den neuen Informationstechnologien vernetzt im Team aber selbstbestimmt für die Qualität seines Prozesses bzw. seines Prozessschrittes verantwortlich ist. Hierbei schafft im ersten Schritt Organisation 4.0 auf der Grundlage der MITO-gestützten Implementierung eines prozessorientierten Zielsystems, eines unternehmensspezifischen Prozessmodells und der Bereitstellung von prozessorientierten Führungsinstrumenten für die Prozessverantwortlichen die notwendigen Ordnungsstrukturen, wie sie seit dem Jahr 2000 auch in der DIN EN ISO 9001 gefordert, aber selten in der Praxis vollständig umgesetzt wurden. Nach wie vor ist eine durchgängige Prozessorganisation ohne arbeitsteilige Schnittstellen und ohne hierarchische Barrieren nur äußerst selten anzutreffen. Das in Abbildung 1 gezeigte MITO-Modell gibt dabei den Bezugs- und Ordnungsrahmen für die Kombination von Industrie 4.0 mit Organisation 4.0, Leadership 4.0, Qualifizierung 4.0 und Qualität 4.0 vor.

Abbildung 1: Organisation 4.0: Schaffung von prozessorientierten, digitalisierten Ordnungsrahmen

Das MITO-Modell beinhaltet eine ganze Anzahl unterschiedlicher Modell-Gestaltungssichten und lässt sich deshalb auch in Form eines Strukturmodells, Gestaltungsmodells, Konfigurationsmodells, Beschreibungs- oder Klärungsmodells sehr gut für die Prozessdigitalisierung verwenden.

Konfiguriert, strukturiert, beschrieben und erklärt wird beispielsweise:

1.     Der prozessorientierten Ansatz mit:

 

Prozesse: 1. identifizieren, 2. planen, 3. durchführen, 4. kontrollieren und 5. verbessern,

 

2.     Das unternehmensspezifische Prozessmodell mit den dort zugeordneten Geschäftsprozessen:

·         Führungsprozesse (Führungssegment 1)

·         Vorgelagerter Unterstützungsprozess (Inputsegment 2)

·         Kernprozesse (Transformationssegment 3)

·         Nachgelagerter Unterstützungsprozesse (Outputsegment 4)

·         Leitungsprozesse (Leitungssegment 5).

 

3.     Die vier TQM-Strategie- und Handlungsfelder:

·         Erfolgsorientierung (Segment 1 und 5)

·         Mitarbeiterorientierung (Segment 2)

·         Prozessorientierung (Segment 3)

·         Kundenorientierung (Segment 4)

 

unter Zuordnung der Komponenten einer ganzheitlichen Unternehmensqualität mit:

·         Führungsqualität (Segment 1)

·         Strukturqualität (Segment 2)

·         Prozessqualität (Segment 3)

·         Ergebnisqualität (Segment 4)

·         Leitungsqualität (Segment 5)

 

4.     Den PDCA-Zyklus mit Abbildung des KVP-Kreislaufes:

·         Plan (Segment 2)

·         Do (Segment 3)

·         Check (Segment 4)

·         Act (Segment 1 und 5)

 

5.     Die einzuhaltende High Level-Struktur von den aktuellen Integrierten Managementsystemen (IMS), wie Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Gesundheitsmanagement, Risikomanagement und viele weitere.

 

6.     Die 4 Komponenten der Balanced Score Card (BSC) mit

·         kundenorientierten Kennzahlen (Segment 4)

·         prozessorientierten Kennzahlen (Segment 3)

·         mitarbeiterorientierten Kennzahlen (Segment 2)

·         finanzorientierten Kennzahlen (Segment 1 und 5)

im Kontext mit den o. g. Handlungsfeldern, den PDCA-Zyklus und dem prozessorientierten Ansatz.

 

7.     Die RADAR-Logik des EFQM-Modells mit

R = Result (Führungssegment 1)

A = Approach (Inputsegment 2)

D = Deployment (Transformationssegment 3)

A = Assessment (Outputsegment 4)

R = Review (Leitungssegment 5)

In gleicher Weise lassen sich noch weitere Konzepte und Vorgehensweise im MITO-Modell abbilden und dabei miteinander verknüpften. Durch die Verwendung des MITO-Modells im Rahmen des Veränderungsmanagements ist eine ganzheitliche Betrachtung aller Veränderungsparameter und Wechselwirkungen möglich.

Im zweiten Schritt erfolgt die rollenbasierte Abbildung des End-to-End-Businessprozesses mit allen darin eingesetzten IT-Applikationen als Grundlage für die Einbindung von Industrie 4.0-QM-Komponenten. Das Ziel dieses Vorgehensmodells ist eine durchgängige Prozessdigitalisierung ohne arbeitsteilige Schnittstellen und funktionsorientierten, d.h. hierarchischen Barrieren. Gleichzeitig wird ein Führungskulturwechsel vorgenommen, der es den Führungskräften ermöglicht, ihre Mitarbeiter partizipativ in diesen Veränderungs- und Prozessgestaltungsprozess mit einzubinden. Bezugspunkt ist die rollenbasierte Abbildung des End-to-End-Businessprozesses mit allen darin eingesetzten IT-Applikationen als Grundlage für die Einbindung von Industrie 4.0-QM-Komponenten. Gleichzeitig wird im Sinne von Leadership 4.0 ein Führungskulturwechsel vorgenommen, der es den Führungskräften ermöglicht, ihre Mitarbeiter partizipativ in diesen Veränderungs- und Organisationsprozess mit einzubinden.

Das von Prof. Binner in Hannover entwickelte MITO-Methoden-Tool mit einer großen Anzahl verknüpfter Management-, QM-, Kreativitäts- und KVP-Methoden liefert umfassende Transparenz über unternehmensspezifische Anforderungen, Stärken/Schwächen, Chancen/Risiken, Strukturen, Ressourcen, Prozesse, Schwachstellen, Maßnahmen und Ergebnissen. Dem Anwender stehen in digitalisierter Form webbasiert eine Reihe von bekannten und bewährten Methoden wie Portfoliotechnik, Matrix- und Relationsdiagramme, Ursache-Wirkungs- und Ziel-Maßnahmenketten, ABC-, XYZ-, Korrelations- oder Sensitivitätsanalyse, FMEA und RMEA, Reifegradbewertung, SWOT-und Nutzwertanalyse für die prozessorientierte Organisationsentwicklung mit Implementierung eines Prozessmodells und Führungssystems zur Verfügung. Zielsicher und detailliert werden für die einzelnen Prozessschritte die Handlungsansätze lokalisiert und Verbesserungspotenziale aktiviert.

 

Weitere Informationen unter www.pbaka.de

 

PROF. BINNER AKADEMIE

Schützenallee 1, 30519 Hannover,

Telefon (0511) 84 86 48-120, Telefax (0511) 84 86 48-199,

eMail: info@pbaka.de, Internet: www.prof-binner-akademie.de

Akademieleiter: Prof. Dr.-Ing. Hartmut F. Binner, , UST-ID: DE 115 464 106

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erstellt am: 03.02.2016

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