Rhetorik und Überzeugungskraft

Fachbeitrag von Management-Institut Dr. A. Kitzmann
Gibt es etwas Langweiligeres als Reden? Aus Sicht der Zuhörenden, die unzählige Redebeiträge hören mussten, weil etwas eröffnet, gefeiert, geehrt wurde, lautet die Antwort schnell: Nichts ist furchtbarer als einer langweiligen Rede zuhören zu müssen. Aus Sicht der Person, die sprechen muss, heißt es: Nichts ist furchtbarer als eine Rede halten zu müssen! Denn wer will schon derjenige sein, der die anderen langweilt?

Gibt es etwas Langweiligeres als Reden? Aus Sicht der Zuhörenden, die unzählige Redebeiträge hören mussten, weil etwas eröffnet, gefeiert, geehrt wurde, lautet die Antwort schnell: Nichts ist furchtbarer als einer langweiligen Rede zuhören zu müssen. Aus Sicht der Person, die sprechen muss, heißt es: Nichts ist furchtbarer als eine Rede halten zu müssen! Denn wer will schon derjenige sein, der die anderen langweilt?

Um eine interessante, informative oder vielleicht sogar witzige Rede zu halten, muss ein Sprecher eines haben: Spaß an der Selbstdarstellung! Nur dann gelingen Auftritte und Reden, wenn der bzw. die Sprechende das Publikum begeistert und mitnimmt. Dafür sind Charisma, Überzeugungskraft und eine gute Rhetorik notwendig. Und das lässt sich lernen.

Mut ist eine Voraussetzung, um sich auf eine Bühne oder hinter ein Rednerpult zu stellen. Das Bewusstsein, dass dreißig, hundert oder gar dreihundert Leute einen anschauen, etwas erwarten und hinterher darüber reden werden (oder es vielleicht sogar sollen), ist eine Herausforderung und nichts Anderes.

TIPP: Schauen Sie sich den Ort des Geschehens vorher an, versuchen Sie ein Gespür dafür zu   bekommen wie es sein wird, wenn die Stuhlreihen gefüllt sind. Prüfen Sie, wo Sie Ihr Wasserglas hinstellen, wo Ihre Notizen liegen werden und ob die Technik funktioniert. Das vermittelt Sicherheit.

Um eine Rede halten zu können, muss sie zuvor geschrieben bzw. konzipiert werden. Anfang, Mitte, Ende sind noch immer die Bestandteile eines Textes und wenn dieser frei gesprochen werden soll, dann sind zu bedenken:

  • Dauer
  • Gliederung
  • roter Faden

Tucholskys Ratschläge für einen guten Redner beinhalten eine Sprechdauer von 40 Minuten. Für heutige Verhältnisse ist dies eine sehr lange Zeit, in der es schwerfällt, zuzuhören. Deshalb: Wie viel Zeit ist vorgesehen? Je mehr Zeit zur Verfügung steht, desto ausführlicher kann ein Thema dargestellt werden. Eine Gliederung auf dem Papier ist notwendig, das Thema zu strukturieren. Was nicht vergessen werden darf: Die Zuhörenden wollen mitgenommen werden. Also muss für sie klar sein:

  • Worum geht’s ?
  • Wo sind wir ?
  • Was kommt noch ?

Mit der schriftlichen Gliederung eines Themas werden Spannungseffekte, Überraschungen und der so genannte rote Faden geplant und organisiert. Diese Elemente sind notwendig, um dem Publikum das Zuhören zu erleichtern und sie zu unterhalten. Je unterhaltsamer der Vortrag, desto besser die Beurteilungen.

TIPP: Schreiben Sie Ihre Rede erst einmal auf. Sie werden sie niemals so halten, aber dann haben  Sie wenigstens Ihre Ideen und Argumente auf dem Papier. Damit lässt sich arbeiten.

Während Vor- und Nachteile, einzelne Argumente hin und hergeschoben werden können, so dass eine nachvollziehbare Gliederung entsteht, die überzeugt, lassen sich rhetorische Elemente ebenfalls gestalten. Wichtig dafür sind:

  • ein großer Wortschatz
  • sprachliche Bilder
  • eine lebendige Stimme

Die Liste der rhetorischen Mittel ist lang und vielseitig. Es funktionieren nur solche Stilmittel, die sowohl zum Redner als auch zum Publikum passen. Besteht das Ziel darin, das Publikum zu unterhalten und mitzunehmen, sollten die Rhetorik für Überraschungen und Aha-Effekte sorgen. Erst dann lohnt sich das Zuhören.

Ein Auditorium lässt sich gerne auf Geschichten bzw. sprachliche Bilder ein, die es nachempfinden kann. Mit anderen Worten: Bergsteiger wollen keine Bergsteiger-Geschichten hören, sondern Geschichten, in denen Herausforderung, Gefahr, Ehrgeiz, Sicherheit und Erfolg eine Rolle spielen. Diese Emotionen müssen ankommen, packen und mitreißen. Dann hängt das Publikum an den Lippen des Redners und belohnt ihn mit Applaus.

Die Stimme ist ein Teil des Kapitals eines Redners. Sie muss funktionieren, sie muss laut genug sein und klar genug sein. Stimmtraining ist ein Teil der Vorbereitung für eine gute Rhetorik. Für Stimme braucht es Luft und die sollte im günstigsten Fall aus dem Bauch kommen. Atmung erzeugt darüber hinaus:

  • Beruhigung
  • Sicherheit

Um Nervosität zu bekämpfen, sind Atemübungen ein hervorragendes Mittel. Sie sorgen dafür, dass Entspannung im Inneren einkehrt, dass aufgeregtes Herzklopfen zur Ruhe kommt, dass genügend Sauerstoff im Blut ist, um das Gehirn ausreichend zu versorgen. Zugleich ist es eine Strategie der Meditation und Besinnung. Konzentration und Aufmerksamkeit sind voll da, wenn es heißt: Und nun begrüßen Sie mit mir den Redner des heutigen Abends!



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erstellt am: 17.02.2017

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