Wie wirke ich auf Andere?

Fachbeitrag von Management-Institut Dr. A. Kitzmann
Im Zeitalter von Postings, Selfies und Likes steht das Ich im Mittelpunkt. Jemand sein, etwas zu sagen haben, gemocht werden – ein Hype in der digitalen Welt, der auch im Berufsalltag gedankenlos umgesetzt wird.

Im Zeitalter von Postings, Selfies und Likes steht das Ich im Mittelpunkt. Jemand sein, etwas zu sagen haben, gemocht werden – ein Hype in der digitalen Welt, der auch im Berufsalltag gedankenlos umgesetzt wird.

- Fortlaufendes Kommentieren,

- penetrantes Posing,

- schüchternes Verschwinden hinter dem Bildschirm

was die digitale Welt erlaubt, stößt bei Vorgesetzten, Kollegen und Kolleginnen an Grenzen. Weder Narzissten noch Waschlappen sind gefragte Teamspieler, denn bei den einen ist es heiße Luft, bei den anderen mangelnde Verlässlichkeit. Wer viel redet, ohne etwas zu sagen, wird rasch aussortiert, denn er bzw. sie zieht mehr Energie als vorhanden ist. Diejenigen, die ihr Fähnchen nach dem Wind richten, um gemocht zu werden, sind in Krisengesprächen nicht zu gebrauchen und Plaudertaschen erzählt man besser gar nichts mehr. Wer in Teams und Netzwerken

     

- ein guter Mitspieler,

- ein zuverlässiger Partner und

- ein vertrauensvoller Freund

werden möchte, sollte sich der Frage „Wie wirke ich auf Andere?“ stellen. Für die berufliche Zukunft sind Werte wichtig und keine Klicks.

Wer die Frage „Wie wirke ich auf Andere?“ beantwortet, hat die Verpflichtung, ehrlich zu sein. Nur ehrliche Antworten bergen die Chance für die persönliche Entwicklung, auch wenn es im ersten Moment weh tut.

- Unpassende Kleidung

- ungepflegte Hände bzw. Nägel

- falsches Lächeln

dies sind Antworten, die verletzen können. Aber es sind auch Zeichen, die sich hinterfragen lassen. Und zumeist gibt es Erklärungen, in denen sich persönliche Interessen und berufliches Auftreten vermischen: Auch wenn das Reparieren des eigenen Autos viel Spaß macht und der Entspannung dient – wer tags darauf mit Kunden im Büro zu tun hat, möge zukünftig Handschuhe tragen. Auch Schuhe mit hohen Absätzen müssen eingelaufen werden, um bei privaten Feiern im richtigen Glanz erscheinen zu können. Jedoch weiß dies nicht jeder und schnell ist ein Wort geäußert, dass die Kollegin in einen anderen Kontext stellt. Gerade in großen Unternehmen sind Flurfunk und Gerüchteküche nicht zu unterschätzen. Schon allein deshalb empfiehlt es sich, täglich das äußere Erscheinungsbild zu hinterfragen. Schwieriger ist es mit unbewusster Mimik und Gestik, mit automatisiertem Verhalten.

- Zupfen Sie häufig am Ohrläppchen?

-  Kratzen Sie sich am Kopf?

- Ist Ihr Lächeln echt?

Wie immer Ihre Antwort lautet: Sind Sie sich dessen bewusst? Vielfach entsteht Körpersprache „einfach so“, sie ist da, ohne gezielt eingesetzt worden zu sein. Und sie sagt etwas aus, was beim Gegenüber ankommt und sein Verhalten wiederum beeinflusst. Diese Faktoren zu kennen, bereichert zum Einen persönliches Wissen. Zum Anderen eröffnet es eine neue Wahrnehmung auf andere und bietet einen Schlüssel, um eigene Gefühle zu erkennen. Emotionen sind immer präsent, aber nicht immer gefragt. Deshalb bahnen sie sich ihren Weg unbewusst in den Körper und veranlassen zu irritierendem Handeln. Anhand der Handlungen die Emotionen zu erkennen, ist ein Schlüssel, um sich zu fragen: Will ich das? Weiß ich das überhaupt? Warum sage ich etwas, von dem ich nicht überzeugt bin?

Gerade am falschen Lächeln ist zu erkennen, ob jemand von seinen Worten, seinem Tun überzeugt ist. Wer falsch lächelt, ist weder mit den Augen noch mit dem Herzen bei der Sache. Und wer nicht bei der Sache ist, ist weder zuverlässig noch gewissenhaft und schon gar nicht vertrauenswürdig. Ein falsches Lächeln ist professionell, aber nicht ehrlich. Welches Verhalten im Vordergrund steht, möge jede und jeder selbst entscheiden. In der Wahrnehmung durch Andere gilt Authentizität: Handeln, Reden und Tun stehen in einem Zusammenhang. Erst dann ist jemand glaubwürdig.

» Imagefilm Management-Institut Dr. A. Kitzmann

erstellt am: 16.02.2017

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