Bossing und Staffing Mobbing zwischen Chef und Mitarbeitern

Teil 3: Staffing – Wenn Mitarbeiter gegen den Chef vorgehen

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Mitarbeiter fühlen sich aufgrund ihrer hierarchischen Unterstellung zum Chef häufiger als Opfer als umgekehrt. Gerade einmal 2,3 Prozent der Vorgesetzten geben an, von Mitarbeitern gemobbt zu werden. Auch hier beantwortet die Statistik nicht die Frage, ob die Chefs das Mobbing vielleicht gar nicht bemerken beziehungsweise es gar nicht wirkt. Es ist auch eine Sache der Empfindung, ob ich mich als Mobbing-Opfer fühle oder nicht.

Mobbing-Versuche ersticken im Keim, wenn sie keine Wirkung erzielen. Chefs lassen sich seltener von Mitarbeitern piesacken, denn sie haben aufgrund ihrer Stellung bessere Chancen, sich zu wehren. Und selbst wenn Staffing vorliegt, welche Führungskraft will schon zugeben, dass sie gemobbt wird? Die Angst ist zu groß, an Ansehen, Würde und Autorität zu verlieren. Die Dunkelziffer der Staffing-Opfer ist daher höher als die offiziellen Zahlen verraten.

Beim Staffing verfolgen die Mitarbeiter das Ziel, einzelne oder mehrere Vorgesetzte oder sogar das ganze Unternehmen zu ruinieren. Ist eine Führungskraft zu schwach und kann sie ihre Autorität nicht einsetzen, ist die Gefahr groß, dass sie zum Spielball der Mitarbeiter wird. Besonders gefährdet für Angriffe von unten sind neue Chefs. Die Gründe dafür sind beispielsweise:

  • Das Team ist misstrauisch, weil sie den „Neuen“ noch nicht kennen.
  • Ein Mitarbeiter aus dem Kollegenkreis wird zum Teamleiter befördert. Deshalb erntet er Neid und Missgunst und hat sogar eventuell keine Führungskompetenz, sodass es ihm schwerfällt, sich durchzusetzen.
  • Ein anderer aus dem Team hatte auf den Posten gehofft und hetzt nun seine Kollegen auf.
  • Die Erwartungen sind zu hoch und können vom neuen Vorgesetzten nicht erfüllt werden. Das ist enttäuschend.
  • Der neue Chef ist viel jünger als der Altersdurchschnitt des Teams. Ihm wird daher wenig Kompetenz zugesprochen.
  • Die Führungskraft soll ein Projekt leiten, ist aber kein anerkannter Vorgesetzter, sondern hat einen Kollegenstatus. Sie besitzt daher keine disziplinarische Macht. Hier erfahren Sie, wie Sie trotzdem anerkannt werden: Laterale Führung Führen ohne disziplinarische Macht

Hinweis

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Akzeptanz: Wie Sie als neuer Chef schnell akzeptiert werden

Insbesondere Führungskräfte in der mittleren Leitungsebene sind von Staffing gefährdet. In der „Sandwich-Position“ agieren sie in einem Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten. Sie sind sowohl auf einen guten Informationsfluss der Unternehmensleitung als auch auf das Engagement ihrer Mitarbeiter angewiesen. Von oben kommt Druck, und wenn die Mitarbeiter von unten ebenfalls Druck machen, ist die Belastung oft zu groß.

Die Führungskraft hat zwar auch Druckmittel gegenüber ihren Mitarbeitern. Sie kann ihnen zum Beispiel kündigen, wenn sie ihre Arbeit nicht angemessen erfüllen. Dies ist in vielen Fällen jedoch nicht so einfach und das wissen die Mitarbeiter. Der Vorgesetzte ist abhängig von den Mitarbeitern, etwa in Phasen, in denen dringende Termine anstehen oder die Arbeitsauslastung hoch ist. Wenn die Mitarbeiter ihn dann hängen lassen, weil sie beispielsweise krankmachen, sitzt er in der Zwickmühle. Deshalb stellt er sich gut mit ihnen und lässt sich von ihnen auf der Nase herumtanzen.

Untergebene gehen beim Mobbing oft dezenter ans Werk, damit die Opfer keinen direkten Rückschluss auf den Urheber ziehen können. Das gelingt ihnen mit:

  • Streuen von Gerüchten,
  • Intrigen,
  • Erpressungen oder
  • Andeutungen über Affären oder unprofessionelles Führungsverhalten.

Ist so etwas erst einmal im Umlauf, hat der Betroffene wenig Chancen, dort wieder sauber herauszukommen. Einzelne Mitarbeiter, die den Vorgesetzten schädigen möchten, suchen sich häufig Bündnisse mit Gleichgesinnten, um das Machtgefälle zu ihren Gunsten zu verändern. Das macht es für den Chef noch schwieriger, dagegen vorzugehen.

Mitarbeiter werden häufig zu Tätern, wenn sie unsicher und unzufrieden mit ihrer Arbeitssituation sind. Um dies zu verhindern, sollte die Unternehmenskultur entsprechend gestaltet sein, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen und nicht mit fragwürdigen Mitteln gegen die Vorgesetzten revoltieren müssen.

Hinweis

In dieser Arbeitsvorlage lernen Führungskräfte, wie sie mit Konflikten umgehen können:

Konfliktmanagement: Konflikte erkennen und konstruktiv bewältigen

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