Moderne Mitarbeiter sollen möglichst flexibel sein. Das hat den Vorteil für die Unternehmen, dass sie die Arbeitskräfte je nach Bedarf einsetzen können. Ist viel zu tun, arbeiten die Angestellten mehr, ist wenig zu tun, bauen sie Überstunden ab. Flexibel bedeutet auch, dass die Unternehmen in länger anhaltenden Phasen mit weniger Aufträgen Mitarbeiter ganz „freistellen“ möchten. So ist mittlerweile fast jeder Zehnte in Deutschland geringfügig beschäftigt. Laut Statistischem Bundesamt sind immer mehr Beschäftigungsverhältnisse nur befristet. Dadurch können sich Arbeitgeber leichter wieder von Arbeitnehmern trennen, wenn es die wirtschaftliche Lage erfordert.
Ein weiterer Trend ist, dass Unternehmen die Mitarbeiter „auslagern“. Das heißt, sie sollen als Selbstständige auf Rechnung weiter arbeiten (Freelancer oder Freier Mitarbeiter). Und es gibt immer mehr Selbstständige, die für mehrere Auftraggeber tätig sind. So registrierte das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) rund 410.000 Existenzgründungen im Jahr 2009. Nach vier rückläufigen Jahren ist das gegenüber 2008 einen Anstieg um drei Prozent. Und dabei fehlen sogar die freien Berufe und Gründungen im Nebenerwerb.
Laut Prognosen des IfM werden auch dieses Jahr vermehrt Erwerbstätige den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Es sind spezielle Berufsgruppen, die sich dafür entscheiden oder auch gezwungen sind, auf selbstständiger Basis zu arbeiten, weil in diesen Branchen feste Arbeitsverhältnisse rar sind. Das sind beispielsweise Grafikdesigner, Journalisten, Werbefachleute, Informatiker, Dolmetscher und so weiter. Es gibt für sie die Wahlmöglichkeiten:
- permanente Praktika,
- befristete Arbeitsverträge,
- Arbeitslosigkeit
- oder eben Freiberuflichkeit.
Das Problem für viele Freiberufler ist dabei, dass sie weder geregelte Arbeitszeiten einhalten müssen, noch einen festen Ort haben, an dem es heißt: Jetzt wird gearbeitet und zwar produktiv! Auf der einen Seite empfinden viele Selbstständige diese Freiheit als angenehm, auf der anderen Seite erfordert sie jedoch viel Selbstdisziplin. Wer diese nicht hat, kann sich nur schwer motivieren und wird ständig abgelenkt. Auch Wissenschaftler der Universität Bologna konnten nachweisen, dass Menschen, die alleine zu Hause arbeiten, weniger produktiv sind. Für alle diejenigen, die zwar die Freiheit weiterhin haben möchten oder auch müssen, gibt es die neue Arbeitsform Coworking. Arbeitsmarktexperten halten diese neuen Bürogemeinschaften für die Zukunft der Selbstständigkeit.
Stichwort
Coworking ist englisch und heißt „zusammen arbeiten“. Freiberufler, Selbstständige oder kleinere Startups, die unabhängig voneinander in unterschiedlichen Unternehmen oder Projekten aktiv sind, arbeiten in einem Gebäude oder größeren Raum zusammen, in dem sie ihren eigenen Arbeitsplatz oder Raum gemietet haben. Diese Räumlichkeiten heißen auch „Coworking Spaces“ oder „Coworking Areas“. Der Trend kommt aus New York. In Deutschland gibt es mittlerweile etwa zwei Dutzend dieser Coworking Spaces, beispielsweise in Berlin, Frankfurt, München und Leipzig.
Der Unterschied zu Bürogemeinschaften liegt darin, dass diese von mehreren Freiberuflern aus Eigeninitiative gegründet werden; ähnlich wie Ärzte eine Gemeinschaftspraxis eröffnen. Sie teilen sich die Räume, möglicherweise das Personal und vielleicht auch die Kunden. Falls Sie vorhaben, eine Bürogemeinschaft zu gründen, gibt es bei vorlagen.de eine Vorlage für den Vertrag:
