Coworking Einsame Freiberufler arbeiten in einem Büro produktiv zusammen

Teil 3: Doch lieber im Home-Office arbeiten?

Das Büro zu Hause hat ebenso seine Vorzüge. Der Selbstständige hat viel mehr Entscheidungsfreiheit. Das gilt sowohl für die Raumgestaltung als auch die Arbeitszeiten. Außerdem muss er keine großen Wege zurücklegen und kann jederzeit zwischen Küche, Büro und Wohnzimmer pendeln. Dies bringt eine Menge Kosten- und Zeitersparnis mit sich. Meistens muss er zu Hause auch auf niemanden Rücksicht nehmen und es herrscht nicht so viel Lärm.

Auch die Kosten sind geringer. Wer zu Hause sowieso schon einen Schreibtisch und Internetzugang hat, kann sich die Kosten für die Miete in einem Coworking-Gebäude sparen. Es kommt immer darauf an, um welche Tätigkeit es sich handelt und wie die Lebenssituation in der eigenen Wohnung ist, aber meistens ist das Home-Office die günstigere Variante. Allerdings kann das gemietete Büro leichter als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Das Home-Office kann zwar laut Beschluss des Bundesfinanzhofes (BFH VI B 69/09) in der Steuererklärung geltend gemacht werden, jedoch nur unter verschiedenen Voraussetzungen wie etwa, dass es vom Rest der Wohnung räumlich abgetrennt ist.

Im Home-Office fällt es schwer, Privates von der Arbeit zu trennen.
Bild: Fotolia.com

Zu bedenken ist auch, dass ein Raum zu Hause schnell zu klein werden kann, wenn Produktionsgeräte oder größere Arbeitsgeräte dazu kommen. Ein weiterer Aspekt ist, wenn Kundenbesuch ansteht. Dann ist die eigene Wohnung nicht gerade repräsentativ.

Und beim Arbeiten zu Hause können die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit schwer eingehalten werden. Es ist immer etwas zu tun und daher ist die Arbeit immer präsent. Abzuschalten fällt schwer, auch wenn ein eigener Raum zur Verfügung steht. Nicht von der Arbeit loszukommen, kann schlimmstenfalls zu Burnout führen.

Fazit

Nicht für jeden Selbstständigen ist das Coworking eine gute Sache, aber auch das Home-Office ist nur empfehlenswert, wenn die Work-Life-Balance nicht darunter leidet und ein gewisses Maß an Disziplin vorhanden ist. Jeder Freiberufler sollte für sich abwägen, was für ihn die richtige Arbeitsform ist, um die bestmöglichen Arbeitsergebnisse zu erzielen.

Coworking ist jedenfalls eine gute Alternative zum klassischen Arbeiten im Heimbüro und bietet eine Menge Vorteile. Es kommt aber immer darauf an, welche Arbeit ausgeführt wird und ob die Persönlichkeit zum Arbeiten in Gemeinschaftsbüros passt. Und natürlich müssen auch im Umkreis Coworking Spaces angeboten werden. Aber wenn die Anzahl der Freiberufler steigt, wird bestimmt auch das Angebot von Bürogemeinschaften weiter steigen. Tipp: Um eine bessere Entscheidungsgrundlage zu haben, schauen Sie sich doch einfach mal in den Coworking Spaces um. Oft werden spezielle Veranstaltungen angeboten, bei denen über die Mietobjekte informiert wird.

Quellen und weiterführende Links

Artikel auf sueddeutsche.de:
Coworking-Areas für Freiberufler - Kollegen zur Miete

Adressen deutscher und internationaler Coworking-Büros gibt es unter:

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