Job-Frustration Wie Sie die richtige Berufswahl treffen

Teil 3: Konsequenzen falscher Berufswahl und Wege zum Traumjob

Woher weiß ich, dass ich den falschen Beruf habe?

Wenn Sie bereits einen Beruf haben und unzufrieden damit sind, müssen Sie herausfinden, was die Ursache dafür ist. Um festzustellen, ob die Frustration an der Berufswahl liegt und nicht etwa an schlechten Rahmenbedingungen, hier die Kriterien, die für eine schlechte Berufswahl sprechen:

Sind Sie auch von ihrer Arbeit genervt? Vielleicht haben Sie den falschen Beruf.

Überforderung: Sie merken, dass Sie die Arbeit nur mit großer Mühe erledigen können. Das kann viele Gründe haben. Zum Beispiel wissen Sie nicht, wie Sie am besten vorgehen, weil Sie vielleicht schlecht eingearbeitet wurden. In diesem Fall können Sie das Problem einfacher beheben, als gleich den Beruf zu wechseln. Wenn Sie aber beispielsweise mit Kunden zu tun haben und bemerken, dass Sie kein gutes Händchen für Kunden mit Reklamationen haben und ständig nur genervt sind, dann liegt Ihnen der Beruf womöglich nicht. Anzeichen von Überforderung ist Stress und dieser kann langfristig sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Unterforderung: Das Gegenteil ist, wenn Sie alles als sehr einfach empfinden und schnell mit den zu erledigenden Aufgaben fertig sind. Das verursacht aber auch Fehler, da Sie nachlässiger werden. Zudem ist Ihnen oft langweilig und Sie fühlen sich nicht richtig gefordert. Das kann auch stressen und macht sehr unzufrieden. Ist dieser Zustand nur vorübergehend, brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Fühlen Sie sich aber ständig unterfordert, liegt es entweder an der Berufswahl oder aber an der falschen Position. Sie haben den richtigen Beruf, aber sitzen an der falschen Stelle. Abhilfe kann dabei auch eine Weiterbildung schaffen.

Desinteresse: Wenn Sie keine Freude bei der Arbeit empfinden und keine Lust haben, morgens aufzustehen, um zur Arbeit zu gehen, dann liegt wahrscheinlich chronisches Desinteresse vor. Es ist ganz klar, dass es solche Tage gibt, an denen man einmal keine Lust hat, zu arbeiten. Es ist nun mal Arbeit und keine Freizeit. Aber wenn dies zum Dauerzustand wird, haben Sie den falschen Beruf.

Rahmenbedingungen: Wenn Ihre Unzufriedenheit nicht an den Kollegen und dem Chef liegt, weil diese größtenteils in Ordnung sind, dann liegt es vielleicht an der Bezahlung, weil Sie denken Sie werden ausgebeutet? Wenn auch das nicht der Fall ist, dann spricht einiges dafür, dass die Berufswahl Schuld an der Job-Frustration ist.

Umsteiger, Quereinsteiger und Existenzgründer

Wenn Sie sich für den falschen Beruf entschieden haben, weil Sie beispielsweise auf andere gehört haben oder einfach nicht wussten, was Sie sonst machen könnten, besteht jederzeit die Möglichkeit, die Tätigkeit zu wechseln. Dazu müssen Sie sich allerdings trauen und Mut aufbringen. Denn man weiß nicht so genau, was einen erwartet. Sie haben zwei Möglichkeiten, wenn Sie unzufrieden mit Ihrem Job sind:

  1. Entweder Sie finden sich mit der Situation ab. Dann dürfen Sie aber auch nicht mehr darüber klagen! Oder
  2. Sie tun etwas dagegen und machen sich auf den Weg zu Ihrem persönlichen Traumberuf.

Sie haben diverse Möglichkeiten, Punkt zwei umzusetzen: Weiterbildung, Umschulung, Studium, zweite Ausbildung, oder Existenzgründung. Sie müssen selbst herausfinden, was die am besten geeignete Variante ist, Ihre derzeitige berufliche Lage zu verbessern. Die Selbstständigkeit ergibt sich meistens schon durch die Berufswahl. Heilpraktiker oder Journalisten sind häufig selbstständig. Krankenschwestern oder Piloten sind so gut wie immer in einem Angestelltenverhältnis.

Der Weg zum Traumjob

Der Einstieg in ein neues berufliches Feld ist oft das Schwierigste. Diese Tipps machen es Ihnen etwas leichter:

  • Je mehr Sie über den Bereich wissen, indem Sie arbeiten möchten, desto besser. Sammeln Sie alle Informationen über den Beruf, die Sie bekommen können. Wenn Sie die Chance dazu haben, befragen Sie am besten auch Menschen, die diesen Beruf ausüben. Das macht Sie zum Insider. Vorteil: In Vorstellungsgesprächen bei potenziellen Arbeitgebern beweisen Sie, dass Sie sich wirklich für den Bereich interessieren. Oder bei Selbstständigkeit können Sie den potenziellen Kunden imponieren.
  • Viel zu wissen und zu kennen, hilft Ihnen auch dabei, Ideen zu entwickeln. Neue Ideen brauchen Sie, um auf sich aufmerksam zu machen und erfolgreich im neuen Beruf zu sein.
  • Bauen Sie sich ein Netzwerk auf. Systematisch die richtigen Kontakte zu pflegen, ist sehr wichtig, da sich dadurch viele Türen öffnen, die Ihnen ansonsten verschlossen bleiben würden.
  • Sammeln Sie erste praktische Erfahrungen bei Praktika, Ehrenämtern oder Aushilfstätigkeiten.
  • Schaffen Sie doch Ihre erste Arbeitsstelle selbst, indem Sie Eigeninitiative ergreifen. Das heißt, wenn Sie irgendwo Bedarf sehen, bieten Sie an, das zu übernehmen.
  • Gehen Sie gezielt auf Ihren Wunscharbeitgeber zu, zum Beispiel auf Fachmessen.

Vorteile für Arbeitgeber

Wenn sich die Mitarbeiter im Unternehmen nach ihren eigenen Interessen und Fähigkeiten den Beruf auswählen, hat dies auch Vorteile für den Arbeitgeber. Denn die von sich aus motivierten Mitarbeiter arbeiten besser und engagierter. Sie haben mehr Ausdauer, bauen von sich aus Fähigkeiten und Kenntnisse aus und bilden sich mit Freude weiter. Das Unternehmen hat zufriedene Mitarbeiter. Dies steckt auch den Rest der Belegschaft an und das wirkt sich positiv auf den Erfolg des Unternehmens aus.

Das gesamte Dossier hier als PDF-Datei zum Herunterladen und Ausdrucken:

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