Business-Smalltalk Mit einfachen Themen ins Gespräch kommen

08.12.2010 – Kommunikation gehört mittlerweile zu den bedeutendsten Soft Skills im Beruf. Deshalb wird auch die Fähigkeit des Smalltalks, also zwanglos ein Gespräch aufzunehmen, zunehmend wichtiger. Doch worauf kommt es beim lockeren Plausch an? Welche Themen sind geeignet und welche sollten tunlichst vermieden werden? Und welche Rolle spielt die Körpersprache?
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Kann Smalltalk unglücklich machen? Ja, er kann. Zumindest wenn man zu viel davon praktiziert. Zu diesem durchaus bemerkenswerten Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der University of Arizona. Psychologen der Hochschule gingen in ihrer Untersuchung der Frage nach, ob die Art der Unterhaltungen das Lebensglück bestimme. Ihr Fazit: Zufriedene Menschen reden mehr über entscheidende Themen. Wer wenig oberflächlichen Smalltalk und viele tiefergehende Gespräche führt, ist auch im Leben zufriedener. Die Forscher konnten wissenschaftlich belegen, was die Gespräche von Personen, die sich als „glücklich“ bezeichnen, von denen unglücklicher Menschen unterscheidet. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Zeitschrift „Psychological Science“.

Die Herangehensweise war dabei so kurios wie die Forschungsfrage an sich: 100 Freiwillige trugen vier Tage lang ein Aufnahmegerät bei sich, das automatisch jede Viertelstunde 30 Sekunden Gespräche mitschnitt. In der Folge galt es über 20.000 Aufnahmen auszuwerten, wobei die Forscher die Tonbeispiele in „triviale Smalltalks“ oder „substanzielle Gespräche“ einordneten. Außerdem befragten sie die Studienteilnehmer, wie zufrieden sie mit ihrem Leben waren. Die Erkenntnis: Glückliche verbringen mehr Zeit mit anderen und führen auch viel mehr Gespräche. Die Allerglücklichsten führen dabei doppelt so viele tiefsinnige Gespräche als die Unglücklichsten und zwei Drittel weniger an Smalltalks. Ein Zitat der Forscher bringt es auf den Punkt:

„Glücklich ist man im Leben eher dann, wenn man soziale Kontakte pflegt und in den Konversationen an die Substanz geht.“

Beispiel Xing: Das richtige Thema zum richtigen Anlass

Es gibt unzählige Ratgeber, die den perfekten Einstieg in den Smalltalk verraten. Aus meiner eigenen Erfahrung als jemand, der Netzwerken als eine sehr wichtige Aufgabe erachtet, kann ich nur sagen: Es kommt auch immer auf den konkreten Umstand beziehungsweise die Situation, in der man sich befindet, an. Es dürfte einleuchten, dass bei einem Fachkongress andere Themen gefragt sind als auf der privaten Geburtstagsfeier. Zu Beginn möchte ich ein Beispiel aus der Praxis anbringen, das mancher Leser aus eigener Erfahrung auch kennt: Die Business-Treffen regionaler Xing-Gruppen.

Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland solche regional organisierten Xing-Business-Treffen, die nur eines zum Ziel haben: den Austausch und die geschäftliche Vernetzung der Teilnehmer. Nicht umsonst findet man, zumindest bei meiner Xing-Gruppe, ausschließlich Stehtische vor, denn auf diese Weise lässt es sich gar nicht vermeiden mit anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Ohne Smalltalk kann das Netzwerken aber ganz schön schwierig werden. Er ist unabdingbare Voraussetzung, um erste, unverbindliche Kontakte zu knüpfen, das stelle ich jedes Mal wieder aufs Neue fest.

Seit ich Xing-Treffen besuche, benutze ich in der Regel ähnliche, immer wiederkehrende Strategien, um ein Gespräch aufzunehmen. Am ehesten bietet sich da natürlich Xing als Thema an sich an. Eine geeignete Einstiegsfrage, wenn man sich an einen dieser Stehtische begibt, könnte also sein: „Was hat Sie denn zum Xing-Treffen verschlagen?“ Diese Frage erlaubt es, je nach Antwort, an die Xing-Problematik anzuknüpfen, denn meine Erfahrung zeigt auch: Unternehmen nutzen die Social-Media-Plattform völlig unterschiedlich, mal mehr, mal weniger, mal fast gar nicht. Dies ist dann meistens mein zweiter Aufhänger, über den ich versuche, mich mit meinem Gegenüber über die eigenen Xing-Aktivitäten auszutauschen: „Nutzen Sie Xing auch regelmäßig? Betreiben Sie darüber auch Akquise und wenn ja, wie?“

So komme ich jedes Mal automatisch ins Gespräch – das Xing-Treffen bietet dann sozusagen den „Nährboden“, um über die Plattform selbst zu sprechen. Im Anschluss ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann mein Gegenüber und ich bei unserer beruflichen Tätigkeit landen – und wenn ich Glück habe, gehört er zu meiner anvisierten Zielgruppe und wir können mit dem eigentlichen Netzwerken beginnen. Falls nicht, ziehe ich eben weiter an den nächsten Tisch. 

Stichwort

Laut dem Oxford Dictionary bedeutet Smalltalk (gleichwertige Schreibweise "Small Talk") eine „unverbindliche soziale Konversation“ oder auch „Geschwätz“. Sprachpsychologen zufolge hat Smalltalk zwei Funktionen:

  • Er stellt eine soziale Verbindung zwischen den Gespächspartnern her und
  • vermeidet ein als peinlich empfundenes Schweigen.

Entscheidend ist meist das Thema, das für den Smalltalk gewählt wird. Im Allgemeinen gilt – unabhängig vom konkreten Umfeld oder der jeweiligen Situation –, das Thema sollte:

  • viele Menschen ansprechen
  • kein Fachwissen voraussetzen, um mitreden zu können
  • sich nicht um negative Nachrichten drehen
  • keinen Anwesenden ausgrenzen, etwa durch Diskriminierung oder Konfliktträchtigkeit

Gut geeignet sind solche Themen, bei denen es nicht um Meinungen, sondern um einfache Sachverhalte geht (bestes Beispiel: das Wetter). Die Gesprächspartner sprechen über das „Was“, das „Wie“ und andere einfache W-Fragen, aber nicht über das „Warum“. Sie geben keine Wertungen ab.

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