Wie kommen wir zu einem toleranteren Umgang, vielleicht sogar zu einer Wertschätzung anderer Arbeitsstile? Was könnte die positive Absicht sein, wenn ein anderer gern anders arbeitet als wir? Behindert oder fördert eine Vielfalt an Arbeitsstilen den gemeinsamen Erfolg?
Die beiden renommierten Managementforscher Margerison-McCann haben dazu empirische Untersuchungen durchgeführt. In ihren Interviews mit mehreren tausend Managern und Mitarbeitern wollten Sie die Erfolgsfaktoren von Führungskräften und ihren Teams herausfinden. Alle wurden zu den von ihnen bevorzugten Arbeits- und Kommunikationsstilen befragt.
Der konkrete Nutzen aus zwanzig Jahren Forschung: ein professionelles Feedback-Instrument wurde entwickelt, das Team Management Profil. Nach Beantwortung von 60 Fragen können arbeitsbezogene bevorzugte Verhaltensweisen zurückgemeldet werden, die auch Aufschluss über individuell verschiedene Arbeitsstile geben. Man erhält in seinem persönlichen Profil Hinweise darauf, wie man mit Mitarbeitern und Führungskräften, die eine andere Arbeitspräferenz– und damit in der Regel auch einen anderen bevorzugten Arbeits- und Kommunikationsstil haben als man selbst, gut umgeht und kommuniziert.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Man kommuniziert besser mit anderen, wenn man
- die Arbeitspräferenzen seiner Kolleginnen und Kollegen kennt
- die positive Absicht ihres bevorzugten Kommunikationsstils kennt und wertschätzen lernt
- in der Kommunikation mit ihnen bestimmte Verhaltensweisen kultiviert beziehungsweise vermeidet
Anderen gibt man die Gelegenheit, besser mit einem selbst zu kommunizieren, wenn man
- ihnen seine eigenen Arbeitspräferenzen offenbart
- ihnen die positive Absicht dahinter beschreibt
- sie bittet, in der Kommunikation mit einem selbst bestimmte Verhaltensweisen zu kultivieren beziehungsweise zu vermeiden
Dahinter steht das Modell des Pacen und Leaden, wie es auch von Thomas Bastian beschrieben wird.
Und hier sind sie - die allgemeinen Do’s und Don’ts einer guten internen Kommunikation für verschiedenen Arbeits- und Kommunikationspräferenzen, die im TMS-System „Teamrollen“ genannt werden.
Wo sehen Sie sich selbst?
Wo sehen Sie bestimmte Mitarbeiter?
Wie könnten Sie ihre Kommunikation durch Pacing und Leading optimieren?
Mehr dazu erfahren Sie, wenn Sie Ihr persönliches Team Management Profil erstellen lassen.
Informierte Berater
Informierte Berater bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:
- flexible Strategien
- Mitarbeiter, die persönliche Beziehungen wertschätzen
- Kooperation statt Konfrontation
- Wertschätzung und Dank für ihre Leistung
- Harmonie und Konsens
- Situationen, in denen sie ihre Anliegen vorbringen können
Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:
- Situationen, in denen Fakten mehr zählen als Gefühle
- Situationen, in denen sie unter Zeitdruck gesetzt werden und sich schlecht informiert fühlen
- Mitarbeiter, die nicht aufrichtig sind
Kreative Innovatoren
Kreative Innovatoren bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:
- Gelegenheiten, Ideen zu erforschen
- Mitarbeiter, die Begeisterung zeigen
- Mitarbeiter, die sich im Thema auskennen und konzeptionell denken können
- Wertschätzung und Dank für ihre Beiträge
- Mitarbeiter, die ihre unstrukturierte Art tolerieren
Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:
- extrem starke Strukturierung
- knappe oder nicht nachvollziehbare Terminsetzung
- konvergentes Schritt-für-Schritt-Denken
Entdeckende Promoter
Entdeckende Promoter bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:
- Gelegenheiten, Ideen zu erkunden
- Gelegenheiten, sprechen zu können
- Anerkennung ihrer Leistungen und Beiträge
- Gespräche über zukünftige Entwicklungschancen
- Mitarbeiter, die begeisterungsfähig sind
- Flexible Situationen
Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:
- Situationen, die Konzentration auf sehr viele Details erfordern
- Situationen, in denen ihre Ansichten fortwährend in Frage gestellt werden
- Diskussionen, die sich auf die Vergangenheit konzentrieren
Auswählende Entwickler
Auswählende Entwickler bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:
- Mitarbeiter, die gut vorbereitet sind
- Situationen und Fragestellungen, die vollständig analysiert worden sind
- Diskussionen, die sich auf die Fakten konzentrieren
- Klare, logische und präzise Kommunikation
- Mitarbeiter, die in mehrere Richtungen denken können (laterales Denken) und systematisch neue Möglichkeiten testen
- Mitarbeiter, die konstruktiv kombinieren „Was könnte wann, wo, wie funktionieren?“
Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:
- Mitarbeiter, die emotional über ihre dogmatischen Ansichten sprechen statt über Fakten
- Mitarbeiter oder Situationen, die spekulativ oder vage sind
- Situationen, die kein Ergebnis erbringen oder durch die sie ihre Zeit vergeuden
Zielstrebige Organisatoren
Zielstrebige Organisatoren bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:
- professionell auftretende Partner
- Diskussionen, die sich auf die Fakten konzentrieren
- Ziele und Leistungsanreize
- Termine, Meilensteine und Mitarbeiter, die Termine einhalten
- Mitarbeiter, die Pläne realisieren
- Gegliederte Zusammenfassungen als Zwischen- und Endbericht
Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:
- Kritik an ihrem Stil statt an ihrer Leistung
- Diskussionen, in denen die Fakten nicht berücksichtigt werden
- Mangelnde Klarheit oder mehrere Optionen zur Wahl
Systematische Umsetzer
Systematische Umsetzer bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:
- Mitarbeiter, die auf Strukturen und Verfahren Wert legen
- Frühzeitige Ankündigung von geplanten Änderungen
- Praktisch orientierte Mitarbeiter
- Mitarbeiter mit klarer Linie
- Terminsetzung und Resultate
Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:
- Mitarbeiter, die ihre Meinung ändern oder sich nicht entscheiden können
- Bla-bla
- Aufgaben, deren praktischen Wert sie nicht sehen können
- Abstraktes („abgehoben“) theoretisches Philosophieren
Kontrollierende Überwacher
Kontrollierende Überwacher bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:
- schriftliche Kommunikation, Aktennotizen und formale Tagesordnungen
- Mitarbeiter, die für eine große Aufgabe ein System kleiner Lösungsschritte entwickeln
- Zeit und Gelegenheit, ein Thema zu durchdenken und erst danach die eigene Meinung darzustellen
- Mitarbeiter, die erst nachdenken, bevor sie sprechen
- Führungskräfte, die auch Details Aufmerksamkeit schenken
- Mitarbeiter, die ihre Aufgaben gemacht haben
- Praktisch orientierte Mitarbeiter
Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:
- Mitarbeiter, die unerwartet hereinschneien
- Überraschungen
- Mitarbeiter mit überschwänglichem Optimismus
- Zeitdruck
- Mitarbeiter, die sich auf Kosten der Vergangenheit und Gegenwart
- auf die Zukunft konzentrieren
Unterstützende Stabilisatoren
Unterstützende Stabilisatoren bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:
- Situationen, in denen Wert darauf gelegt wird, persönliche Beziehungen aufzubauen
- Offene, faire und präzise Kommunikation
- Mitarbeiter, die sie ermutigen, über ihre Probleme zu sprechen
- Führungskräfte, die Unterstützung gewähren und sowohl Mitarbeiter- wie aufgabenorientiert sind
- Mitarbeiter mit ähnlichen Überzeugungen und Werten
Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:
- Mitarbeiter, die sich über Gefühle hinwegsetzen
- Führungskräfte, die Veränderung um der Veränderung willen befürworten
- Mitarbeiter, die Gespräche dominieren
Gastbeitrag von:
Hartmut Wagner
TMS-Zentrum
Mittelstraße 24
D-58511 Lüdenscheid
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