Die aktuelle Trendstudie des Swiss Centre for Innovations in Learning (scil) an der Universität St. Gallen zeigt: Bei knapp 150 Bildungsverantwortlichen in internationalen Unternehmen steht die transferförderliche Gestaltung von Bildungsmaßnahmen ganz oben auf der Agenda. Auch in den bereits vorangegangenen scil-Trendstudien rangierte das Thema auf dem ersten Platz. Nach einer Untersuchung der gleichen Institution aus dem Jahr 2007 zeigen 77 Prozent aller Bildungsmaßnahmen keine nachhaltige Wirkung.
Dieses Ergebnis ist auch heute noch aktuell, denn das Ergebnis einer Bildungsmaßnahme wird dann positiv beurteilt, wenn den Teilnehmern die Übertragung von Gelerntem in ihre berufliche Praxis gelingt. Dies ist zu unterscheiden von dem Lernzuwachs, der unmittelbar nach der Veranstaltung messbar ist – und der häufig mit Evaluationsbögen oder Abschlusstests ermittelt wird. Ergebnisse solcher Verfahren können Aufschluss über den unmittelbaren Lernerfolg der Veranstaltung geben – über den Transfer sagen sie indes nichts aus. Die häufigsten Gründe für das Misslingen des Transfers sind:
- Das Seminardesign passt nicht zu den Zielen der Maßnahme
- Die Inhalte der Bildungsmaßnahme, etwa Übungen oder Beispiele, weichen von den tatsächlichen Aufgaben und Gegebenheiten am Arbeitsplatz ab
- Mangel an Lern- und Umsetzungsmotivation auf Seiten der Teilnehmer
- Fehlende Nachbereitung der Veranstaltung
- Ausbleibende Unterstützung durch Vorgesetzte bei der Anwendung des Gelernten

