Gerade in Verhandlungssituationen spielt der Mensch die entscheidende Rolle – die Wirkung von Kreativität wurde bereits oben hervorgehoben. Kein Unternehmen kann sich Fehlbesetzungen im Einkauf erlauben. Schließlich sitzen an der anderen Seite des Verhandlungstisches häufig hochqualifizierte und sorgsam ausgewählte Vertriebsprofis. Erfolgreiche Unternehmen warten daher mit Einkaufsbereichen auf, deren Personaldecke ausreichend bemessen und klar strukturiert ist und deren Mitarbeiter hochkarätige Experten in ihrem jeweiligen Job sind. Damit sie diesen Anspruch erfüllen können, bedarf es einer fundierten Ausbildung, sehr guter Kenntnis sowohl des eigenen Unternehmens als auch der Beschaffungsmärkte sowie umfangreicher einschlägiger Berufserfahrung. Einkaufen kann also durchaus nicht jeder.
Aber selbst wenn die Kernmannschaft einer Einkaufsabteilung diese Qualifikationen mitbringt, stellt sich die Frage, wie Erfolg definiert ist. Die besten Mitarbeiter haben häufig einen hohen Anspruch an Führung und Entlohnung. Hier sind passende Instrumente wie etwa Zielvereinbarungen gefragt. Die Erfolgsbeteiligung an einem günstigen Vertragsabschluss kann es im Sinne der obigen TCO-Betrachtung nicht (immer) sein. Einkaufstätigkeit wirkt sich, wie hier beschrieben, in vielen Teilbereichen auf unternehmerischen Erfolg aus. Gerade das macht die Arbeit interessant und motiviert die Mitarbeiter. Insgesamt sollte ein Einkäufer etwa das Fünf- bis Siebenfache seiner Stellenkosten einspielen. Und das nicht nur über Verhandlungserfolge bei Abschlüssen, sondern eben auch durch Minimierung laufender Kosten, Schaffung von Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Flexibilität sowie stetiges Monitoring der Kernlieferanten und der für das Unternehmen wesentlichen Zuliefermärkte.


