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Kostenüberblick Was Unternehmen gegen steigende Strompreise tun können

Von Andreas Madel, KWH Preis
25.02.2010 – Trotz anderslautender Prognosen im Jahr 2009 werden die Strompreise im Jahr 2010 voraussichtlich weiter stiegen. Grund hierfür sind neben steigenden Beschaffungskosten auch die steigenden Ausgaben zur Förderung erneuerbarer Energien. Den besten Überblick über die Strompreise am Markt erhalten Unternehmen, wenn sie anhand von Tarifrechnern im Internet Strompreise vergleichen.

Die Stromnetzbetreiber haben nach Einschätzung von Experten bei der Kalkulation der geltenden sogenannten EEG-Umlage den Neubau-Boom bei Solarstromanlagen dramatisch unterschätzt. Schon zu Jahresbeginn haben über 160 Energieversorger die Preise noch einmal erhöht. Im Juli könnten bereits die nächsten Preiserhöhungen anstehen.

Was Sie als Unternehmer tun können

Als Unternehmer sind Energiekosten ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Nicht nur im verarbeitenden Gewerbe, sondern auch Kleinunternehmer und Mittelständler können je nach Energiebedarf durch einen regelmäßigen Anbietervergleich einige hundert bis tausende Euro pro Jahr einsparen. Verbraucht ein Unternehmen unter 100.000 kWh im Jahr, dann erhält man den besten Überblick über die Strompreise am Markt anhand von Tarifrechnern im Internet Strompreise kann man beispielsweise auf folgenden Internetportalen vergleichen:

  • stromklar.de [1]
  • stromanbieter-preisvergleich.com [2]
  • kwh-preis.de [3]
  • stromsparer.de [4]

Um einen Stromvergleich zu starten, muss man lediglich seinen Jahresstromverbrauch und seine PLZ in die Stromrechner eingeben. Den Stromverbrauch entnimmt man dabei am besten der letzten Stromrechnung oder schätzt ihn anhand von eigenen Erfahrungen.

Werden über 100.000 kWh Strom im Jahr verbraucht, dann bieten die Energieversorger oftmals günstigere Sondertarife an, die nicht von Internet Stromrechnern berücksichtigt werden. Die oben genannten Internetportale helfen in der Regel aber auch Großkunden, den günstigsten Energieanbieter zu finden.

Einsparpotenziale nutzen

Zwischen den Grundversorgungstarifen der örtlichen Energieversorger und den günstigsten Angeboten am Strommarkt klafft häufig eine sehr große Lücke. Pro 10.000 kWh können durch einen Anbieterwechsel sehr häufig einige hundert Euro eingespart werden. Die Strompreise sind aufgrund von regional unterschiedlichen Netznutzungsentgelten von Region zu Region leicht unterschiedlich.

Stromwechsel ist ohne Risiko möglich

Der Wechsel des Stromanbieters kann nicht zu einem Ausfall der Stromlieferung führen. Per Gesetz ist der lokale Stromversorger dazu verpflichtet, alle Haushalte stets zu versorgen – auch wenn er nicht mehr Vertragspartner ist. Er kann also den Strom nicht einfach abstellen, weil ein Kunde gekündigt hat. Auch bei einer Insolvenz des neuen Stromanbieters steht man nicht ohne Strom da. In diesem Falle würde erneut der lokale Grundversorger die Stromlieferung übernehmen. Er ist hierzu gesetzlich verpflichtet. Die “Notversorgung” mit Strom erfolgt immer zum allgemeinen Tarif des Grundversorgers. Ein neuer Stromzähler ist durch den Anbieterwechsel ebenso wenig erforderlich, wie andere technischen Umrüstungen. Ein Stromwechsel ist deshalb unproblematisch in der Praxis durchführbar.

Die Formalitäten übernimmt ihr neuer Anbieter

Sobald ein neuer Tarif des neuen Wunsch-Stromanbieters gefunden wurde, kann der Wechsel in die Wege geleitet werden. Sprechen Sie direkt Ihren neuen Stromanbieter an oder nutzen Sie das Internet, um den Stromwechsel online zu beantragen. Eine Kündigung bei dem alten Stromanbieter ist nicht erforderlich, dies erledigt der neue Stromanbieter. Wenn keine längeren Kündigungsfristen von Altverträgen bestehen, dann ist der Wechselvorgang in der Regel in 6-10 Wochen abgeschlossen.

Die richtigen Tarife wählen

In der Regel bestehen die Strompreise aus einer Kombination von einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis und einem verbrauchsunabhängigen Grundpreis. Bei manchen Stromanbietern entfällt der Grundpreis. Stattdessen ist der Arbeitspreis entsprechend höher. Die Tarife der einzelnen Anbieter unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich Grund- und Arbeitspreis, sondern auch aufgrund von gewährten Preisgarantien, Vertragslaufzeiten, Wechselboni, Zahlungszeitpunkte und Zahlungsmodalitäten. Daneben gibt es einige Sondertarife, beispielsweise Strompakete oder Stromtarife mit Vorkasse und Kaution. Nicht immer sind diese Tarifinnovationen zum Vorteil für Unternehmer. Beim Stromtarif-Vergleich ist also Vorsicht geboten. Gezielt wird von manchen Anbietern versucht, die Tarife so aufzubauen, um bei einigen Online-Stromtarifrechnern weiter vorne zu landen. Auf folgende Punkte der Konditionen beim neuen Versorger sollten Sie achten:

  • Vertragslaufzeit: Je kürzer die Vertragslaufzeit ist, desto flexibler sind Sie als Kunde. Verträge, die sich automatisch bei Nichtkündigung um einen langen Zeitraum verlängern, sollten Sie meiden.
  • Kündigungsfrist: Je geringer die Kündigungsfristen ausfallen, desto besser.
  • Gewährt der Anbieter eine Preisgarantie. Mit Preisgarantien sichern Sie Ihren Betrieb gegen steigende Energiekosten ab. Je länger die Preise garantiert bleiben, desto besser.
  • Die Mindestvertragslaufzeit sollten nicht zu lange sein, damit Sie auf Strompreissenkungen anderer Anbieter reagieren können und gegebenenfalls erneut den Anbieter wechseln können.
  • Bei sogenannten Strompaketen kauft man eine feste Menge Strom für einen Zeitraum von zum Beispiel einem Jahr ein. Braucht man das Paket nicht auf, verfällt die restliche Strommenge. Verbraucht man mehr Strom, muss man den zusätzlichen Strom mit einem höheren Strompreis bezahlen. Diese Tarifart rechnet sich vor allem für Unternehmen, die ihren Stromverbrauch genau prognostizieren können. Wer dies nicht kann, sollte lieber auf diese Tarif-Sonderform verzichten, da ein Strommehrverbrauch schnell relativ teuer werden kann.
  • Tarife mit Kaution oder hohen Vorkassebeträgen sollten nur abgeschlossen werden, wenn der Anbieter im Markt einen seriösen Ruf hat. Bei einer Insolvenz des Anbieters sind diese Vorleistungen verloren. Bei einem Anbieterwechsel müssen gegebenenfalls Unternehmer ihrem vorausgezahlten Geld hinterherlaufen.
  • Wechselboni sind gut für Stromwechsler. Unternehmer sollten sich allerdings nicht zu sehr von den hohen Einmalzahlungen locken lassen, sondern vor allem auf den Grund- und Arbeitspreis achten.

[Bild: Fotolia.com]


Über den Autor

Andreas Madel

Andreas Madel betreibt die Internetseite www.kwh-preis.de, die über den Strom- und Gasmarkt in Deutschland informiert. Neben der Möglichkeit Strompreise und Gaspreise zu vergleichen, erhält der Besucher viele Verbraucherinformationen, Tipps und Informationen rund um Strom, Gas und Ökostrom.

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