Püttjer, Christian; Schnierda, UweAssessment-Center-Training für Führungskräfte Die wichtigsten Übungen – die besten Lösungen

Wer sich für eine Position als Führungskraft bewirbt, muss seine Führungskompetenzen beweisen. Manche Unternehmen prüfen diese nicht nur im Einstellungsgespräch, sondern testen den Bewerber auf Herz und Nieren im Assessment-Center. Was den dabei erwartet, erfährt der Leser in diesem Ratgeber.

Frankfurt: Campus Verlag, 2010, 9., überarbeitete Auflage, 294 Seiten
ISBN-10: 3593393190
ISBN-13: 9783593393193
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 4 von 5 Punkten bewertet

Führungskräfte, die sich für einen neuen Job bewerben, müssen sich darauf einstellen, dass ihre Kompetenzen und Potenziale in einem Assessment-Center im Wettbewerb mit anderen Bewerbern überprüft werden. Wer sich dort beweisen will, sollte genau wissen, was auf ihn zukommen kann und er braucht konkrete Tipps, wie er auftreten sollte und wie er sich verhalten kann. Die Bewerbungsexperten und Bestseller-Autoren Christian Püttjer und Uwe Schnierda haben für diesen Zweck einen Ratgeber geschrieben.

Mit dem Assessment-Center wollen Unternehmen die Kompetenzen der Bewerber erkennen und deren Potenzial auslosten. Dazu führen sie Gruppendiskussionen durch, lassen die Bewerber einen Vortrag halten und beobachten sie in Rollenspielen. Auch wenn die Unternehmen ungern sagen, wie ihre Assessment-Center ablaufen und auch wenn jedes dementsprechend anders ist, so kann sich ein Bewerber doch besser darauf vorbereiten.

Dazu erklären Püttjer und Schnierda im ersten Teil des Buches, welche Funktion Assessment-Center für Unternehmen haben und welche Erwartungen die Personaler damit verbinden. Sie zeigen die Problematik auf, die mit der Bewertung von Bewerbern in Assessment-Centern verbunden sind. So erfährt der Leser, worauf er sich einlässt und was ihn erwartet. Das illustrieren sie auch an konkreten Beispielen, indem sie beschreiben, wie in ausgewählten Unternehmen ein Assessment-Center abläuft.

Dann gehen sie auf die einzelnen Elemente und mögliche Übungen eines Assessment-Centers ein und beschreiben, worauf der Bewerber achten sollte, welche Reaktions- und Verhaltensweisen angemessen sind und welche Fallen drohen. Diese Elemente und Übungen werden genau beleuchtet:

  • das Einzelassessment
  • Selbstpräsentation
  • Verhalten in den Pausen
  • Gruppendiskussion
  • Konstruktionsübungen
  • Rollenspiele
  • Vorträge
  • Aufsätze
  • Postkorb
  • Fallstudien
  • Tests
  • Job-Interviews
  • Selbst- und Fremdeinschätzung
  • Selbstpräsentation auf Englisch

Die Autoren beschreiben, was die Unternehmen mit solchen Übungen bezwecken und wie sie dabei vorgehen. Sie erklären, worauf der Bewerber achten muss und welches Verhalten im Allgemeinen erwartet wird. Hintergrund ist meist, dass es darum geht, seine fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen zu zeigen und das Potenzial als Führungskraft sichtbar zu machen. Püttjer und Schnierda geben konkrete Tipps, erläutern diese an Beispielen und fassen die wesentlichen Punkte am Ende immer noch einmal zusammen. Übungen sollen den Leser anregen, sich auf die jeweilige Situation einzustellen und vorzubereiten.

Problematisch dabei ist: Wie die meisten Bewerbungsratgeber leidet auch dieses Buch darunter, dass die vorgeschlagenen Lösungen recht statisch und nur idealtypisch zu verstehen sind. Was Püttjer und Schnierda für das richtige Verhalten sehen, muss längst nicht jeder Personalleiter oder Beurteiler im Assessment-Center genauso sehen. Und wer meint, dass er das, was hier im Buch steht, im Assessment-Center vorspielen könne, wird wohl schnell eines besseren belehrt. An einigen Stellen wirkt das Buch deshalb etwas floskelhaft. Und was die Autoren als „good Practice“ vorschlagen kann in manchen Unternehmen zum Durchfallen führen.

Püttjer und Schnierda kommen immer auf den Punkt. Als erfahrene Buchautoren wissen sie, wie sie ihr Thema möglichst konkret und dennoch ansprechend und interessant rüberbringen. Der Leser sollte nicht alle ihre Tipps und Beispiele eins zu eins auf seine Situation und sein Assessment-Center übertragen. Aber das erwarten die Autoren auch nicht. Sie wollen kein zuverlässiges Erfolgsrezept liefern, das man nur kopieren muss. Sie wollen den Leser zum selbst Denken und Reflektieren anregen und ihn motivieren, sein Verhalten und sein Auftreten in Assessment-Centern für Führungskräfte zu üben. Und sie wollen ein wenig die Angst vor diesem Auswahlverfahren nehmen. Das kann das Buch leisten.


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