Manager, die die Gefahr negativer Ergebnisse ignorieren, weil sie dem Positiven Denken oder einer Das-schaffen-wir-Mentalität verfallen sind, richten ihr Unternehmen zu Grunde. Eine klare Botschaft, die Tom DeMarco und Timothy Lister hier in ihrem Buch vermitteln. Wer als erfahrener Unternehmensberater und Bestseller-Autor seine Meriten bereits verdient hat, darf auf diese Weise provozieren.
In der Tat ist das Buch eine Provokation. Die beiden Autoren packen darin zwei ganz unterschiedliche Managementkonzepte zusammen: Projektmanagement und Risikomanagement. Dabei ist das Risiko der natürliche Feind jedes Projektleiters. Und deshalb ist das Buch empfehlenswert: Es macht deutlich, dass man Risiken im Projektmanagement nicht ausblenden oder gar negieren soll, sondern gezielt mit einbinden soll. So wird es am Ende nämlich kalkulierbar und beherrschbar.
DeMarco und Lister behandeln in ihrem Buch fünf Fragen, die jeden Risikomanager beschäftigen sollten; jeder Frage widmen sie einen Teil:
- Warum sollen wir uns mit Risikomanagement befassen?
- Warum sollten wir es nicht einführen?
- Wie gehen wir vor?
- Wie viel Risikobereitschaft sollte unsere Organisation mitbringen?
- Wie wissen wir, ob unser Risikomanagementansatz funktioniert oder nicht?
Die zweite Frage macht deutlich, dass Risikomanagement nicht ungefährlich ist. Wer nicht richtig vorbereitet ist oder die Sache falsch anpackt, läuft Gefahr, dass es schief geht. Man sollte sich also durchaus fragen: Wo lauern die Gefahren?
Schritt für Schritt beschreiben die Autoren, worauf es beim Risikomanagement ankommt und mit welchen Methoden man das Risiko bewältigt also kalkulierbar macht. Beispiele dafür sind das Nano-Prozent-Datum, Risikorückstellungen, das Mischen von Risiken etc. Dafür haben sie auch ein eigenes Werkzeug zur Simulation von Risiken entwickelt: Riskology. Diese Methoden und Werkzeuge sind auf die IT-Branche ausgerichtet also vor allem komplexe Softwareprojekte. Das Arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten ist ein zentraler Aspekt im Buch. DeMaro und Lister zeigen dazu immer wieder entsprechende Risikodiagramme. Sie drücken aus, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmter Projektzustand erreicht wird zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Endtermin eingehalten wird. Hier machen viele Manager den Fehler, das erste und früheste genannte Datum zum Endtermin eines Projekts zu erklären. Dass dies dann nicht eingehalten wird, darf einen nicht wundern.
Wie man es von Tom DeMarco kennt, ist dies nicht nur Fachbuch im eigentlichen Sinne, eher eine spannende Erzählung, mit vielen Beispielen, Anekdoten persönlichen Erfahrungen. Dazwischen werden dann die eigentlichen Inhalte, Konzepte, Methoden, Werkzeuge transportiert. In den Zwischenüberschriften werden die Botschaften explizit formuliert.
Wer mehr wissen will, kann sich auf der Webseite der Unternehmensberatung der beiden Autoren schlauer machen:
http://www.systemsguild.com/riskology
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