Stoll, BettinaBalanced Scorecard für Soziale Organisationen Qualität und Management durch strategische Steuerung

Kunden und Zielgruppen sind für Soziale Organisationen von besonderer Bedeutung, wenn es um die strategische Orientierung und die „Qualität“ der Leistungen geht. Mit der Balanced Scorecard kann ein differenziertes Ziel- und Steuerungsystem entwickelt werden, das für diese Organisationen passt und dem Management bei der Verbesserung der Leistungen hilft. Wie das geht – zeigt die Autorin Bettina Stoll.

Regensburg: Walhalla Fachverlag, 2008, 2., aktualisierte Auflage, 184 Seiten
ISBN-10: 3802974743
ISBN-13: 9783802974748
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Schlagwort: Balanced Scorecard

Gerade Soziale Organisationen streben nicht nach mehr Gewinn und Wachstum. Hier spielen viele andere Organisationsziele eine wichtige Rolle. Doch das wird von vielen klassischen Instrumenten zur Strategieplanung und Strategieentwicklung zuwenig berücksichtigt. So hilft die Methode der Balanced Scorecard Sozialen Organisationen in besonderer Weise, den Wert ihres Zielsystems sichtbar zu machen – und schafft für die verantwortlichen Manager mehr Orientierung für die strategische Steuerung.

Die Autorin, Bettina Stoll, erläutert in diesem Buch, wie die Balanced Scorecard in Sozialen Organisationen eingesetzt werden kann und dort das Qualitätsmanagement unterstützt. Dazu erläutert sie im ersten Teil, was Soziale Organisationen kennzeichnet und von anderen Wirtschafts-Organisationen unterscheidet. Sie zeigt auf, was das in der Folge für das Management bedeutet – und worin spezifische Defizite begründet liegen.

Im zweiten Teil geht die Autorin auf die besonderen Anforderungen an die Qualität in Sozialen Organisationen ein. Sie zeigt auf, was Qualität dort bedeuten kann. Dabei leitet sie diese von den spezifischen Qualitätsmerkmalen und Qualitätsanforderungen ab, die für Dienstleistungen (nichtstoffliche Produkte) im Allgemeinen gelten. Für Soziale Organisationen ist danach besonders wichtig:

  • Zielgruppen- und Anwenderorientierung,
  • sozial-ethische Orientierung,
  • Wertorientierung,
  • Produktorientierung,
  • Orientierung an Transzendenz sowie
  • Prozessorientierung.

Gerade für das Management, das sich an solchen Qualitätsmaßstäben orientiert und dies als eine zentrale Aufgabe begreift, kann die Balanced Scorecard als hilfreiches Werkzeug nutzen. Das arbeitet Stoll in den folgenden Kapiteln des Buches heraus. Sie zeigt auf, wie die Balanced Scorecard dazu angepasst und dann angewendet wird. Das leitet sich aus unterschiedlichen Balanced Scorecard-Modellen ab, die bislang für Soziale oder Non Profit Organisationen entwickelt wurden. Wichtige Merkmale dabei sind:

  • die Kundenperspektive hat die größte Bedeutung;
  • dagegen spielt die Finanzperspektive eine untergeordnete Rolle;
  • es ist zu beachten, dass es unterschiedliche „Kunden“, besser Zielgruppen gibt, die jeweils andere Anforderungen haben können.

Im Hauptteil des Buches führt Stoll für die vier klassischen Perspektiven der Balanced Scorecard mögliche strategische Ziele auf und die Kennzahlen, mit denen sich die Zielerreichung dann messen lässt. Hier erhält der Leser eine Fülle von Anregungen dafür, wie er für seine Soziale Organisation eine Balanced Scorecard entwickeln kann. Noch konkreter wird das an den beiden Beispielen, die die Autorin vorstellt: Der Bereich Betriebliche Sozialarbeit bei Siemens und eine Schule.

Schließlich erläutert Stoll, wie mit diesen Ergebnissen das Qualitätsmanagement gestaltet und verbessert werden kann. Auch hier lernt der Leser einige praktische Ansätze kennen. Das Buch versucht den Bogen von der Theorie zu Praxis zu spannen. Es leitet ausführlich die entsprechenden Verbindungen ab und zeigt so systematisch, differenziert und fundiert die Zusammenhänge auf. Der Praktiker hätte sich noch ein paar mehr Tipps und Lösungen gewünscht, erhält aber eine Vielzahl von Anregungen.


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