Friedag, Herwig R.; Schmidt, WalterBalanced Scorecard: Mehr als ein Kennzahlensystem

Ein gutes Buch zu Balanced Scorecard für den Praktiker; wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, muss weitere Quellen zu Rate ziehen.

Freiburg et al.: Haufe-Verlag, 1999. 262 Seiten.
ISBN-10: 3448040614
ISBN-13: 9783448040616
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

Schlagwort: Balanced Scorecard

Im Cockpit eines Flugzeugs zeigen viele Instrumente den Piloten an, was für die Steuerung des Flugzeugs notwendig ist: Ort, Geschwindigkeit, Höhe, Zustand im Flugzeug etc. Die Balanced Scorecard kann als strategisches Controlling-Instrument eine ähnliche Rolle für die Steuerung eines Unternehmens einnehmen. Wie das funktioniert, zeigen Friedag und Schmidt in ihrem Buch sehr anschaulich auf. Als Unternehmensberater bringen sie vor allem zahlreiche Beispiele aus der Praxis.

Die Autoren gehen dabei nicht nur auf die Methodik der Balanced Scorecard ein, sondern stellen auch heraus, wie wichtig der Prozess der Einführung ist. Danach ist wichtig, dass Balanced Scorecard

  • ein strategisches Planungs- und Controlling-Instrument ist,
  • besonders für die generelle Zielplanung im Unternehmen eingesetzt werden kann,
  • ein Kommunikationsinstrument ist, um diese Ziele innerhalb des Unternehmens zu transportieren,
  • ein Kennzahlensystem und damit nur ein Werkzeug im Führungsprozess ist,
  • auf Messdaten beruht, die teilweise nur schwer erhoben werden können oder nur bedingt die Realität abbilden.

Der Aufbau der Balanced Scorecard wurde von den „Erfindern“ Robert Kaplan und David Norton mehr oder weniger vorgegeben. Er ist auch Grundlage für die zentralen Kapitel des Buches. Es lassen sich vier Kennzahlenbereiche unterscheiden:

  1. Kundenperspektive: Kennzahlen die zeigen, wie gut das Unternehmen aus Sicht seiner Kunden dasteht.
  2. Geschäftsprozessperspektive: Kennzahlen, die zeigen, wie gut das Unternehmen seine zentralen Geschäftsprozesse beherrscht.
  3. Mitarbeiterperspektive: Kennzahlen, die zeigen, wie die eigenen Mitarbeiter das Unternehmen sehen.
  4. Finanzperspektive: Kennzahlen, die zeigen, wie sich das Unternehmen seinen Sharholdern oder Eigentümern präsentiert.

Darüber hinaus schlagen Friedag und Schmidt eine Erweiterung vor um Kennzahlen, die für einzelne Unternehmen ebenfalls wichtig sein können. So können die Lieferanteperspektive, die Kreditgeberperspektive, die Perspektive der allgemeinen Öffentlichkeit, die Einführungsperspektive und viele mehr eine Rolle spielen.

In den letzten drei Kapiteln des Buches machen die Autoren noch einmal sehr deutlich, wie sehr es auf den Einführungsprozess ankommt. Der erstmalige Einsatz einer Balanced Scorecard setzt einen organisatorischen Wandel voraus, damit das Instrument im Unternehmen „gelebt“ wird. Kommunikation, Vertrauensbildung, ausreichend Zeit, Verknüpfung mit Verantwortung und ein guter Projektmanager sind wichtige Erfolgsfaktoren.

Die Balanced Scorecard kann sich im Laufe der Zeit immer wieder ändern. Sie sollte nicht erstarren. Das setzt eine Lernbereitschaft im Unternehmen voraus. Eine wichtige Botschaft der Autoren: Weniger ist mehr – eine gute Balanced Scorecard passt auf eine Seite.

Das Buch von Friedag und Schmidt bestellen und dort unter anderem dreizehn Regeln für den Erfolg nachlesen:

Auch in unserem Baustein zu diesem Thema finden Sie zahlreiche konkrete Hilfen zur Umsetzung:


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