Schmitt, MartinBetriebliches Notfallmanagement Maßnahmen zur betrieblichen Gefahrenabwehr und Schadensbegrenzung

Ein Unfall kann katastrophale Auswirkungen auf Betriebe und ihre Mitarbeiter haben. Deshalb ist es wichtig, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und im Notfall richtig zu agieren. Worauf Betriebe achten müssen und welche Maßnahmen sie ergreifen sollten, das erfahren und lernen sie in diesem Leitfaden. Mit vielen Checklisten und Vorlagen für die praktische Umsetzung.

Heidelberg: ecomed Sicherheit, 2010, 173 Seiten + CD-ROM
ISBN-10: 3609611820
ISBN-13: 9783609611822
Rezensiert von: Redaktion business-wissen.de

 mit 5 von 5 Punkten bewertet

British Petroleum (BP) ist nur ein im negativen Sinn herausragendes Beispiel dafür, wie schnell aus einem Unfall eine Katastrophe und ein Unternehmen in den Abgrund gerissen werden kann. Es zeigt, wie wichtig es ist, Unfällen und Notfällen vorzubeugen; also alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit solche Situationen vermieden (Gefahrenabwehr) oder die Schäden minimiert (Schadensbegrenzung) werden. Der Experte für betriebliches Notfallmanagement, Martin Schmitt, hat in diesem Ratgeber und Leitfaden alles Wissenswerte für die Praxis aufbereitet.

Zwei Elemente sind dabei entscheidend:

  • Risikoanalyse als Grundlage für das Notfallmanagement
  • Alarmierungsplan, damit die Informationen schnell und sicher an die entscheidenden Stellen kommen

Sie bilden die Grundstruktur dieses Leitfadens. Zu Beginn erläutert Schmitt, warum betriebliches Notfallemanagement so wichtig ist, welche Pflichten Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben und welche gesetzlichen Grundlagen es gibt. Das sind vor allem die Arbeitsstättenverordnung, die Richtlinie 89/391/EWG sowie die Störfallverordnung.

Dann erläutert der Autor den Prozess, wie ein Notfallmanagement im Unternehmen eingeführt werden kann. Dazu gehören unter anderem:

  • die Benennung einer verantwortlichen Person und die Einrichtung einer Projektgruppe
  • die Analyse der Situation im Betrieb allgemein, der Gefahren und der Risiken
  • die Formulierung einer Strategie
  • die Erstellung eines konkreten Notfallkonzepts und eines Notfall-Handbuchs
  • die Umsetzung der dort angeführten Maßnahmen und die Schulung der Mitarbeiter
  • regelmäßige Notfallübungen
  • Verbesserungen des Notfallmanagements

Die entscheidenden Schritte in diesem Prozess erläutert Schmitt dann in den folgenden Kapiteln im Detail. Er zeigt auf, wie eine Risikoanalyse durchgeführt wird und welche Notfallmaßnahmen wichtig sind. Den Schwerpunkt bilden dann die Maßnahmen zur Prävention. Im Detail zeigt er die Gestaltungsbereiche auf, in denen durch gezielte vorbeugende Maßnahmen das Risiko eines Notfalls eingegrenzt werden kann. Dazu zählen technische Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen und personelle Maßnahmen.

Kommt es dennoch zu einem Unfall, müssen alle Mitarbeiter richtig reagieren. Schaden begrenzen, Evakuieren und Informationen an die jeweiligen Kreise weitergeben – das gehört zu den zentralen Aufgaben. Ebenfalls wichtig: Das Unternehmen sollte aus solchen Ereignissen immer lernen und das Notfallmanagement verbessern.

Dann erläutert Schmitt, wie sich Menschen in Gefahrensituationen verhalten und welche Auswirkungen das auf das Notfallmanagement hat. Schließlich stellt er noch den Notfallmanager vor, seine Aufgaben und seine Kompetenzen, die er mitbringen sollte.

Auch wenn sich Schmitt einer trockenen Fachsprache bedient und sehr technische formuliert – er vermittelt alle wichtigen Aspekte in einer sehr praktischen Form. Er sagt klar, worauf zu achten und was zu tun ist. Die zahlreichen Checklisten und Vorlagen helfen direkt bei der Umsetzung.

Insbesondere kleine und mittelständische Betriebe, die sich bislang nicht mit dem Thema Notfallmanagement befassten, sollten diesen Leitfaden beschaffen und einen entsprechenden Plan mit seiner Hilfe ausarbeiten.


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