Viele Führungskräfte tun sich schwer, wenn vor ihnen der Bewerber für eine Stelle sitzt, die sie ausgeschrieben haben. Sie wissen nicht so recht was und wie sie fragen sollen, um möglichst gut beurteilen zu können, was der Bewerber kann, wie er ist und was er mitbringt. Also reden sie lieber selbst viel – bis die Zeit um ist, der Bewerber geht und bei der Führungskraft ein diffuses Gefühl zurück bleibt.
Dem wollen die Unternehmensberater und Personalentwickler Christian Berndt und Bernd Wierzchowski mit diesem Ratgeber abhelfen. Sie haben eine Methode entwickelt, mit der die Führungskräfte im Bewerbergespräch die entscheidenden Kompetenzen erkennen sollen. Sie sollen die Bewerber am Ende realistisch einschätzen. Bei ihrer VeSiEr-Methode soll der Fragesteller drei Aspekte genauer hinterfragen:
- Verhalten des Bewerbers: Was hat er wie bisher gemacht?
- Situation: Wie waren dabei die Rahmenbedingungen?
- Ergebnis: Was hat er damit erreicht?
Das Wortspiel soll deutlich machen, worum es im Kern geht: Das Visier zu heben, hinter dem sich Bewerber meist verbergen. Dafür haben die Autoren in diesem Buch eine Fülle möglicher Fragen zusammengestellt. Sie zeigen, in welcher Phase eines Bewerbergesprächs, welche Fragen angebracht und wichtig sind, wie man damit durch das Gespräch führt und welche Informationen über den Bewerber man damit erhält. Sie unterscheiden:
- Einstiegsfragen
- Nachfragen
- VeSiEr-Fragen
- Abschlussfragen
Viele Fragen basieren auf dem Prinzip der systemischen Fragen. Sie versuchen genauer, differenzierter, hintergründiger zu fragen. Sie wollen den Bewerber dazu verführen, keine platten, stereotypen Antworten zu geben, die er vielleicht in einem Bewerbungsratgeber gelesen hat.
Den Auswahlprozess zur Besetzung einer freien Stelle unterteilen Berndt und Wierzchowski in fünf Schritte. Zunächst geht es um das klare Anforderungsprofil, die Analyse der Bewerberunterlagen und um Telefoninterviews. Den Hauptteil des Buches machen dann aber die persönlichen Bewerberinterviews und die Fragen aus, die dort gestellt werden sollen und können. Die Autoren raten: Entwickeln Sie Fragen zu den Hypothesen über den Bewerber. Aufgrund der Bewerbungsunterlagen hat man sich ein erstes Bild gemacht und Hypothesen entwickelt, wie der Bewerber wohl sein könnte. Diese müssen im Gespräch überprüft werden.
Das kann den beruflichen Werdegang betreffen, den Umgang mit Inhalten und Menschen, seine Potenziale, sein Verhalten als Führungskraft gegenüber Mitarbeitern, sein unternehmerisches Denken, seine Motivation. Zu allen diesen Komplexen findet der Leser eine Fülle möglicher Fragen.
Im letzten Teil des Buches stellen Berndt und Wierzchowski dann noch einmal viele Fragestrategien und Fragetechniken vor. Sie erklären, wofür diese hilfreich sind, warum sie wichtig sind, wie sie funktionieren und sie geben viele Beispiele. Wie etwa bei der Strategie „Konkretisieren“:
- Der Bewerber sagt: „Kommunizieren fällt mir leicht.“
- Der Interviewer fragt nach, um das zu konkretisieren: „Mit wem kommunizieren Sie? Über welche Inhalte? Mit welchem Ziel?“
Auch wenn es sehr viel Stoff und eine Fülle von Fragen sind, die die Autoren hier ausbreiten – wer gute und passende Mitarbeiter finden will, sollte sich die Mühe machen, das Bewerbergespräch professionell zu führen. Dieser Ratgeber ist eine sehr nützliche Hilfe, gerade auch für die „Nicht-Personaler“. Und die beiliegende CD-ROM hilft ein wenig, sich in der Fülle der Fragen zurecht zu finden (Fragegenerator).
- Age-Management
- Arbeitgebermarke
- Ausbildung
- Bewerbung
- Entscheidungsfindung
- Fachkräftemangel
- Gesprächsführung
- Jobwechsel
- Mitarbeiterbindung
- Mitarbeiterstruktur
- Mittelstand
- Motivation
- Online-Rekrutierung
- Personalauswahl
- Personalbewertung
- Personalentwicklung
- Personalvermittlung
- Stellensuche
- Talentmanagement
- demografischer Wandel
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