Das Credo: Golfer brauchen niemanden, der ihnen sagt, welches Handicap sie anstreben sollten. Sie wissen genau, wo sie auf der Rangliste stehen und wo sie hin wollen. Ihre Leistung wird nach jeder Veranstaltung gemessen, sie streben nach dauerhafter und ständiger Verbesserung. Unternehmen mit dieser "Golf-Moral" kommen ohne starre Budget-Fesseln aus - so das Credo des neuen Management-Modells in "Beyond Budgeting".
Die Essenz: Fixierte Leistungsvereinbarungen sind überflüssig, wenn die Firmenleitung Vertrauen in den Willen ihrer Mitarbeiter zu ständiger Leistungssteigerung setzt. Der Aufbau dieses Vertrauens erfordert Zeit und Mut, die Ablösung tief verwurzelter Manager-Praktiken ebenso.
Das Ende: Hier steht die Belohnung in Form von kürzeren Reaktionszeiten, Kostensenkung, starker Kundenbindung, ethischen Verhaltensweisen und nachhaltiger Wettbewerbserfolge.
Der Aufbau: Treten wir kurz einen Schritt zurück und betrachten das Buch im Überblick von Anfang bis Ende. Die Autoren Jeremy Hope und Robin Fraser begannen vor fünf Jahren mit der fallstudienbasierten Forschung zum Controlling ohne Budgetierung. Ihre provokante Alternative versucht nicht das kränkelnde Controlling-Werkzeug Budgeting mit anderen Werkzeugen zu reparieren, sondern tauscht es gegen ein völlig neues Werkzeug aus, das wieder selbst in der Lage ist, dem Unternehmen zu helfen. Warum das Budgeting nicht mehr so funktioniert wie Früher und welche Ersatz-Methoden wo, wann und vor allem warum funktioniert haben, beantwortet das Buch in vier Teilen:
- Wie befreie ich mich aus der jährliche Perfomance-Falle, die zuschnappt, sobald das Management unter den Leistungsdruck des Budgets steht? Zwei Lösungs-Ansätze des Beyond Budgeting im Überblick.
- Welche praktischen Fälle langjähriger Anwendung von Beyond Budgeting in Unternehmen untermauern die Theorie? Betrachtet unter der Lupe: flexible Prozesse statt fixe Ziele. Relative Verbesserungsziele erfordern ein erhöhtes Vertrauen zwischen Managementschichten, ermöglichen dafür eine schnellere Anpassung der Organisation, an die Veränderungen im Markt und die Wünsche der Kunden.
- Wie führt die Aufgabe der Budgetierungsprozesse zu radikaler Dezentralisierung? Ersatz des veralteten Managementmodells "Befehl und Gehorsam" durch freie Verantwortungsübernahme der Manager in allen Bereichen.
- Wie entspricht die adaptive und dezentrale Organisation der Vision von führenden Mangern des 21. Jahrhunderts? Einbindung der bekannten Instrumente (Sharholder Value Management, Balanced Scorecard ...) in den budgetfreien Raum und ihre wechselseitige Wirkung Führungskultur und Fähigkeiten der Manager.
Das Buch eignet sich vorwiegend für Controller. Diese allein können die beschriebene radikale Neubeurteilung des Unternehmensmanagements nicht allein bewältigen. Auch der Chief Executive Officer (CEO) und sein Führungsteam müssen das Modell verstehen und es aktiv vorantreiben. Für das einfache Verständnis der komplexen Strukturen und Inhalte haben die Übersetzer Peter Horvath und Ralf Sauer ganze Arbeit geleistet.
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